Lauf-Blog für Läuferinnen und Läufer der F-Klasse

18. rbb-Lauf – Drittelmarathon in Potsdam am 30.04.2023

Veröffentlicht am 03.05.2023 | Kommentare deaktiviert für 18. rbb-Lauf – Drittelmarathon in Potsdam am 30.04.2023

Läufer*innen im Startblock, im Hintergrund die Glienicker Brücke und die Kolonnaden

Nach all den Laufeinschränkungen und -pausen der letzten Monate und meinem kürzlich gestarteten Versuch, rechtzeitig für mein Leipzig-Projekt wieder Langstrecken-fit zu werden, waren ja auch noch Lauf-Wettkämpfe gebucht! In dieser Situation, so „formlos“ wie ich bin, nicht ideal, aber was will man machen. Vielleicht den Wettkampf vorsichtiger angehen und eventuell noch danach ein paar Kilometer drauflegen? Klingt nach einem Plan – und so ging ich dann gutgelaunt mit Monika und Klaus in Potsdam an den Start des rbb-Drittelmarathons

Bloß nicht langweilen

Bühne mit Siegertreppchen, Pokalen, Blumen und Roll-ups mit Spruch „Bloß nicht langweilen.“

Das Motto des Veranstalters setzten wir gleich nach unserer frühen Ankunft um und verbrachten die 70, 80 Minuten bis zum Start mit Startnummern abholen (sehr schnell), Suche eines idealen Umzieh-Plätzchens (schon länger) und einem netten Gespräch mit einem Läufer aus München (noch länger). Nach einigen Sätzen fragte er uns plötzlich, ob wir nicht von startblog-f seien, er lese den Blog schon lange. Na sowas! Wie gesagt: „Bloß nicht langweilen.“

Lange Reihe orangefarbener WC-Häuschen am See vor blauem Himmel

Das Wetter war sonnig-kühl, beim Umziehen am See fing man schon etwas an zu frösteln. Die WC-Situation war zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise noch entspannt. Später gab es immens lange Warteschlangen, was aber zum Teil auch am merkwürdigen Anstellverhalten der Leute lag.

Asphaltweg mit Sonnenlicht und Schatten der Bäume, Läufer*innen bereiten sich vor

Meine übliche Wettkampf-Aufregung hielt sich dieses Mal in Grenzen. Klasse Wetter, klasse Gegend – und ich war ja nur zum „Trainieren“ für einen langen Lauf hier.

Mach dein Ding

Das Läuferfeld setzt sich unter dem Startbanner in Bewegung

Diese Gelassenheit bekam aber nach dem Startschuss kleine Risse…

Läufer des Drittelmarathons auf dem ersten Kilometer auf breiter Straße

… denn Klaus lief wie ein junger Laufgott immer mehrere Meter vor mir und machte Tempo!

Läufer*innen am Nauerer Tor, am Rand Tische und Korbstühle

Ich hatte im Vorfeld erwähnt, dass ich irgendein Tempo zwischen 6:00 und 5:30 min/km laufen wollte. Schließlich hatte ich noch einige Kilometer nach dem Wettkampf geplant und wollte auch keine Verletzung oder sonstige Einschränkung meines weiteren Trainings für Leipzig riskieren. Nun liefen wir aber mit meiner bereits angezogenen Handbremse exakt an der 5:30er-Schwelle und Klaus sah sich ständig nach mir um.

Nauener Tor mit Zinnentürmen

Für solche Fälle gibt es eine einfache Lösung, von der ich Klaus dann zu überzeugen versuchte: „Lauf gerne voraus, lass dich nicht bremsen, mach dein Ding!“ Zuerst zögerte er, wollte freundschaftlich zumindest die Hälfte mit mir gemeinsam laufen. Aber als ich anmerkte, dass das getrennte Laufen auch für mich entspannter wäre, zog er los.

Läuferfeld auf Parkweg-Mittelstreifen kurz vor dem Jägertor

Erst langsam, dann immer flotter. Meter um Meter baute er seinen Vorsprung aus, bis ich ihn irgendwann…

Läufer*innen in der Einkaufsstraße, an deren Ende ein Kirchturm zu sehen ist

… nicht mehr im Läuferpulk erkennen konnte.

Läuferinnen und Läufer auf Straße, am Rande Bäume mit erster zarter Begrünung

Für mich trat nun tatsächlich etwas Entspannung ein. Ich nahm auch leicht Tempo heraus, aber der Witz war: Sooo viel langsamer als vorher war ich gar nicht. Fühlte sich nur stressfreier an.

Läufer*innen auf dem Alten Markt in Potsdam mit historischen Gebäuden

Über den Alten Markt mit seinen historischen Gebäuden…

Läuferinnen und Läufer auf schmalem asphaltierten Parkweg

… ging es kurz darauf über die Lange Brücke und von dort aus auf den Haveluferweg.

Läuferinnen und Läufer auf einem Parkweg am Ufer der Havel

Die Kombination aus Frühlingssonne, ergrünender Natur und Blick aufs Wasser machte richtig gute Laune.

Läufer*innen auf Parkweg mit lichtdurchfluteten Bäumen

Gemeinsam mit den anderen Teilnehmer:innen lief ich auf dem Parkweg…

Läufer*innen auf kleiner, holzüberdachter Brücke

… und über die kleine Nuthebrücke. Verrückt: Erst beim nachträglichen Sichten der Fotos entdeckte ich die Läuferin, die anscheinend gerade im Fallen war! Da ich mich aber an keinen Aufprall erinnere, hoffe ich mal, dass sie sich noch fangen und den Lauf gut beenden konnte.

Läuferinnen mit dunkelblauen Laufshirts mit Text „Aus Potsdam. Für Potsdam.“

Tja, und erst beim Korrekturlesen des bisher Geschriebenen fällt mir plötzlich auf, dass es sich ja um die rechte Läuferin von diesem etwas späteren Foto handelte! Scheint also wirklich gut gegangen zu sein ;-) Gemacht hatte ich dieses Foto, weil mir der Shirt-Spruch aufgefallen war. Lokalpatriotismus (wenn er sympathisch und nicht überheblich daher kommt) finde ich immer gut.

Das Läuferfeld biegt vor einem Wohngebiet um die Kurve

Wir schlängelten uns jetzt so durch den Grünzug…

Kilometerschild 6 am Wegesrand

… und hatten bald Kilometer 6 erreicht. Allerdings brachte mich ein weiteres Kilometer-6-Schild viele hundert Meter später ins Grübeln. Es fand zeitgleich auch ein 10-km-Lauf statt – aber nirgendwo ein Hinweis, „wessen“ 6 Kilometer jeweils gemeint waren.

Läuferinnen und Läufer auf einem baumumsäumten Parkweg

Inzwischen befand sich das Läuferfeld im Gleichgewicht, es wurde wenig überholt, man war im gemeinsamen Fluss.

Blick über eine Wiese, im Hintergrund laufen Läufer*innen eine lange Beton-Rampe zur Straße hinauf

Was nicht heißt, dass es einfach war, denn nun ging es ein bisschen bergauf…

Läufer*innen auf einer langen Beton-Rampe

… über eine Rampe hoch…

Läuferfeld auf langem Fußweg neben der Autostraße und der Tramtrasse

… zur mehrspurigen Nuthestraße inkl. Tram-Gleisen.

Laufpaar mit roten Shirts unter einer Brücke

Eindeutig der unattraktivste Streckenabschnitt, der aber bald vorbei war…

Läufer*innen auf Straße mit Tram-Schienen

… als wir auf die wesentlich idyllischere Rudolf-Breitscheid-Straße abbogen.

Läuferfeld auf Straße neben Tram-Trasse

Wir Läuferinnen und Läufer wurden hier an mehreren Stellen erwartet und beklatscht, …

Altes Paar sitzt alleine auf einer Holzterrasse eines Restaurants

… manche interessierten sich aber auch gar nicht für den Pulk, der da an ihnen vorbeizog.

Läufer*innen laufen mit energischen Schritten auf einer neu asphaltierten Straße neben den Bahnschienen

Jetzt, auf der zweiten Hälfte, konnte ich auch hin und wieder Läufer:innen überholen. Und zwar, wie ich das von mir gewohnt bin, eher zufällig. Ich laufe dann gefühlt kilometerlang hinter dem selben Grüppchen her, denke „Gutes Tempo, aber schneller will (und kann) ich auf keinen Fall.“ Aber irgendwann kommt dann ein Moment, am Getränkestand, in einer Kurve, ich bin in Gedanken – und oops, da bin ich ungewollt vorbei und denke „Och, hier ist auch schön, da laufe ich jetzt mal weiter.“

Läuferin läuft auf einer langen Steigung dem nächsten Läuferpulk hinterher

Die lange Steigung auf der Karl-Marx-Straße, die ich früher so gefürchtet habe, hat inzwischen ihre Schrecken für mich verloren. Liegt auch daran, dass ich nicht mehr so ambitioniert laufe. Ich versuchte, mich aufrecht zu halten und meine Arme kräftiger einzusetzen. Das funktionierte sehr gut. Es zog sich trotzdem lange hin.

Straße mit Gefälle, im hintergrund Läufer*innen

Aber oben am höchsten Punkt, wo man zum Wasser hin abbiegt, da ging es dann ab… und zwar bergab!

Schmale Kopfsteinpflaster-Straße, am Rand hinter einem Jägerzaun eine große Plastik-Eiswaffel

Seit meiner ersten Teilnahme meine Lieblingsstelle: Einfach mit dem Gefälle der Straße treiben lassen, Tempo machen und aufpassen, dass die Beine auch in der richtigen Reihenfolge mitkommen!

Kleine Steigung hinauf zur Glienicker Brücke, am Rand vereinzelte Zuschauer*innen

Wenn man ehrgeizige Zeitziele hat, dann wird es jetzt an dieser Stelle hart, aber für mich war der Anblick der langen leichten Steigung hinauf zur Glienicker Brücke einfach nur entspannend. Ein kurzer Blick auf die Laufuhr zeigte mir, dass ich deutlich vor meiner geplanten Zeit im Ziel ankommen würde.

Zieleinlauf auf der Glienicker Brücke, an den Seiten Metallabsperrungen mit Werbebannern, hinter denen Zuschauer*innen klatschen

Also einfach motiviert noch ein kleines bisschen anziehen und den Zieleinlauf genießen!

Selfie mit Medaille, im Hintergrund die Stahlkonstruktion der Glienicker Brücke

Nach 1:17:12 war ich durch mit dem diesjährigen Drittelmarathon und holte mir zufrieden meine Medaille ab.

Vor der Bühne an den Kolonnaden führen junge Cheerleaderinnen ihre akrobatischen Figuren auf

Reichlich mit Wasser und Bananen versorgt, sah ich mir noch ein wenig die Aufführung einer jungen Cheerleader-Gruppe an…

Blick von der Seite auf die Vorführung der Cheerleaderinnen

… genoss die Stimmung auf der Brücke und machte mich auf die Suche nach Monika und Klaus. Die beiden waren ebenfalls äußerst zufrieden mit ihrem jeweiligen Rennverlauf: Klaus war voll durchgestartet und siebeneinhalb Minuten vor mir angekommen, Monika flott bis aufs Treppchen durchgelaufen (was wir aber erst im Nachhinein erfuhren). Gemeinsam schwärmten wir vom schönen Tag und der schönen Strecke

Ein Läufer wird im Zielbereich von der Zieleinlauf-Moderatorin befragt

Auf dem Rückweg sahen wir noch im Vorbeigehen, wie unser neu kennengelernter Münchener spontan am Rande von der Zieleinlauf-Sprecherin befragt wurde. (Schöne Grüße nach München, Rüdiger, war nett, dich kennengelernt zu haben. Du warst eine Minute vor mir im Ziel, Gratulation!)

Pacegrafik des Drittelmarathons: Anfangs um die 5:30 min/km, dann kurzzeitig etwas langsamer, zum Ende aber auch für 3 km deutlich darunter

Für mich stand das Rennen ja unter anderen Vorzeichen als sonst (s.o.). Umso zufriedener bin ich mit meinem Rennverlauf: Relativ konstant durchgelaufen und zum Ende hin auch noch etwas angezogen und einen negativen Split hinbekommen. Und der Blick in die Ergebnisliste hat meinen Trend vom Halbmarathon im letzten Herbst bestätigt: Wo ich bin, ist Mitte… 50. Platz AK von 104.

Den S25 in zwei Wochen muss ich aber viel langsamer angehen, das ist mir so kurz vor dem Leipzig-Projekt sonst zu riskant.

Upgrade auf Halbmarathon

Torbogen aus gelblichen Stein mit Schriftzug „Goethe-Schule“, dahinter ist das ebenso gelbe Gebäude mit Rundturm zu sehen

Ach ja, Leipzig… Da war doch noch was nach dem Drittelmarathon… Ich wollte ja noch ein paar Trainingskilometer sammeln… Und so ließ ich mich auf der Heimfahrt von Monika und Klaus in Lichterfelde absetzen, um das letzte Stück nach Hause zu laufen.

Au weia: Als ich an der Goethe-Schule meine Laufuhr wieder startete, dachte ich bereits nach den ersten 100 Metern. „Was tust du hier? Die Beine sind schwer, warum hast du eben nicht noch einen Schluck getrunken? Und den Riegel gegessen, den du dir extra für diesen Moment eingepackt hattest?“

Auf einem Sportplatz findet ein Baseball-Spiel statt

Ich schlurfte also müde und lustlos Richtung Heimat. Aber nach meinem ersten Fotostopp – auf einem Sportplatz an der Straße wurde Baseball gespielt…

Alter Laternenpfahl, der oben in einem gusseisernen Rad endet und ein Schild trägt mit Hinweis auf die erste elektrische Straßenbahn der Welt

… und spätestens nach Fotostopp 2 – eine Erinnerungstafel an die weltweit erste elektrische Straßenbahn, die hier 1881 vom Bahnhof Lichterfelde zur damaligen Kadettenanstalt führte – kamen die Lebensgeister wieder.

Kirchturm hinter zart begrünten Bäumen an einem Platz

Mein Lauftempo war wieder merklich gestiegen, und ich freute mich am schönen Frühlingstag und den Dingen, die ich am Wegesrand entdeckte.

Blick eine Straße entlang, an der neben einem schmalen Fußweg eine hohe grüne Hecke verläuft

Als ich die Hildburghauser Straße hinauflief, schoss mir durch den Kopf, dass ich statt der ursprünglich geplanten 6 Extra-Kilometer, doch gleich 7 laufen könnte – dann hätte ich aus dem Drittelmarathon einen Halbmarathon gemacht.

Blick auf Bäume und Wiese eines Parks

Also drehte ich noch eine kleine Extraschleife durch den Gutspark Marienfelde und hatte bei meiner Rückkehr zuhause die 7 Extra-Trainingskilometer auf der Uhr. Trinken, duschen, essen, Feierabend für heute ;-)

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F-Klasse-Laufen, Laufevents