Lauf-Blog für Läuferinnen und Läufer der F-Klasse

17. Potsdamer Schlösserlauf Halbmarathon am 12.06.2022

Veröffentlicht am 19.06.2022 | 2 Kommentare

Läuferinnen und Läufer warten im Startblock

Nach meinem Debüt vor 6 Jahren stand ich am Sonntag zum zweiten Mal auf dem Gelände des Luftschiffhafens Potsdam und wartete auf den Startschuss zum Potsdamer Schlösserlauf...

Orange WC-Häuschen in einer breiten Reihe

Schon kurz nach der Anreise zeigte sich das erste Plus dieses Events – eine stressfreie Toilettensituation.

Läufer vor Himmel

Ganz locker zu sein vor so einem Lauf-Wettkampf schaffe ich nicht, aber für meine Verhältnisse war ich doch relativ entspannt.

Läuferinnen und Läufer laufen auf das historische Eingangstor zu

Andreas V. war mit mir angereist und wollte mich auf dem Rad ein wenig begleiten. Er war selber angemeldet für diesen Halbmarathon, konnte aber aufgrund einer Verletzung nicht mitlaufen. Kurz nach dem Startschuss ging es auch schon durch das historische Tor des Luftschiffhafens Potsdam hinaus (der eine bewegte Geschichte von der Zeppelin-Produktion bis zum Olympiastützpunkt hinter sich hat)…

Lächelnder Fahrradbegleiter

… und da erwartete mich auch schon Andreas V. auf der breiten Zeppelinstraße!

Wandbild auf dem täuschend echt Balkone mit Menschen aufgemalt sind

In der ersten Sekunde bin ich im Vorbeilaufen tatsächlich auf dieses Wandgemälde hereingefallen.

Läufer auf einer breiten Straße mit Gleisen der Tram

A propos Sekunde: Mein erster Kilometer war mit knapp unter 5:40 min/km exakt in der geplanten Zeit!

Läuferfeld auf breiter Straße

Ähnlich wie vor 6 Jahren war es nämlich auch an diesem Wettkampf-Tag sehr warm – beim Start um 9 Uhr morgens 20 Grad. Im Gegensatz zu damals verdeckten aber noch Wolken die Sonne, was es wesentlich erträglicher machte.

Läuferinnen und Läufer an einem Getränkestand

Kurz und gut: Ich hatte geschätzt, dass ich vernünftigerweise 5:40 min/km laufen sollte, um gut und gesund ins Ziel zu kommen. Wenn allerdings die Sonne rauskommen sollte, war auch das nicht sicher.

Brandenburger Tor in Potsdam vor bedecktem Himmel

Wir kamen inzwischen am Brandenburger Tor an. Auf dem Foto sieht das Wetter sogar etwas frisch aus, aber es waren tatsächlich 20 Grad und ich war bis hierhin schon ausreichend ins Schwitzen gekommen.

Ältere Zuschauerinnen und Zuschauer klatschen

Es gab sogar hin und wieder Zuschauerinnen und Zuschauer.

Läuferinnen und Läufer in der Fußgängerzone mit Geschäften

Der Läuferpulk bewegte sich ohne allzu viele Geräusche durch die Fußgängerzone in der Brandenburger Straße.

Läufer biegen vor Kirche um die Kurve

Am Ende musste man vor der Kirche und unter den Augen von Peter, Paul und Maria abbiegen.

Freizeitläuferin mit Springseil kommt auf dem Fußweg entgegen

Am Rande des Holländischen Viertels kam uns auf dem Fußweg eine Läuferin entgegen, die beim Laufen Seil sprang – sehr cool und lässig!

Stuckverziertes Backsteinhaus

Stuck-Fassaden und Backstein – sehr schön!

Läufer auf einer Brücke, links Bahngleise, rechts Wasser

Auf der Humboldtbrücke kam es dann zu einem kleinen Zwischenfall. Andreas V. fuhr mit seinem Rad direkt am Geländer entlang, um möglichst niemanden zu behindern. Trotzdem wurde er plötzlich sehr rüde von einem Läufer angemacht, der sogar damit drohte, ihn bei der Rennleitung anzuzeigen („dann wird dein Kumpel hier disqualifiziert!“). Wie kann man schon nach nicht einmal 6 Kilometern so aggressiv und unhöflich sein? Denn wie man auf dem Foto sieht, war ja trotzdem noch ausreichend Platz zum Überholen da. Aber da hätte er ja einen langsameren Mitläufer anmeckern müssen…

Läufer biegen am Ende der Brücke ab nach rechts

Damit nicht genug, kaum war er nach vorne verschwunden, ertönte von hinten „PLATZ DA!“. Wahrscheinlich dachten außer mir noch andere, dass das ja nur ein Scherz sein konnte, aber wenige Sekunden später dröhnte es wieder laut von hinten „PLATZ DA!“. Noch ein „freundlicher“ Mensch, dem es anscheinend nach 5 Kilometern aufgefallen war, dass er sich für einen Platz auf dem Siegertreppchen am Start etwas zu weit hinten eingeordnet hatte…

Läuferfeld im Dunkel einer Brücke, dahinter im Licht Schiffe am Ufer

Andreas V. beschloss daraufhin, nun einen Umweg durch die Stadt zu fahren und mich nur noch an einzelnen Punkten zu erwarten. Unter der Humboldtbrücke ging es nun für mich weiter in den Park Babelsberg.

Läuferinnen und Läufer laufen auf ein burg-artiges altes Gebäude zu

Mein Tempo stimmte immer noch und ich versuchte, mich mehr auf die schönen Ausblicke im Park zu konzentrieren.

Lachende Zuschauerin mit Knatter

Eine fröhlich „knatternde“ Zuschauerin sah mich beim Laufen hektisch mit dem Handy hantieren und musste lachen.

Läuferfeld bewegt sich an historischem Gebäude vorbei

Das Läuferfeld zog sich auf dem staubig-sandigen Parkweg immer mehr in die Länge.

Junge Frauen mit Warnwesten sitzen neben Fahrrädern im Gras am Ufer, im Hintergrund die Glienicker Brücke

Auf der Wiese am Ufer relaxten Helferinnen in ihren neongelben Warnwesten, im Hintergrund war bereits die Glienicker Brücke zu sehen.

Läuferinnen und Läufer laufen an alter Mauer entlang

Jetzt noch durch das Areal des historischen Dampfturbinenhauses und dann einen kleinen fiesen Anstieg hinauf…

Läufer auf einer kleinen Brücke

… und wir waren auf der kleinen Brücke, die auch zur Strecke des Drittelmarathons gehört. Bei mir schon immer sehr beliebt, da es hier bergab geht und man sich plötzlich schnell und leicht fühlt…

Läuferinnen und Läufer auf der Glienicker Brücke

… ein Effekt, der aber gleich darauf wieder vergessen ist, wenn es zur Glienicker Brücke hinauf geht.

Zuschauer fotografiert die Läuferinnen und Läufer

Gleich hinter der Brücke entdeckte ich Andreas V., fotografierte ihn…

Läufer an den Kolonnaden, einer winkt im Vorbeilaufen

… und wurde zurückfotografiert.

Läuferinnen und Läufer unterhalb der Glienicker Brücke, auf der oben die Nachfolgenden laufen

Von der Brücke ging es runter und dann gleich wieder unter der Brücke hindurch, auf der oben unsere „Verfolger“ liefen.

4er-Ruderboot treibt auf dem Wasser, die Ruderer schauen auf das Läuferfeld

Vier Ruderer sahen sich das Spektakel vom Wasser aus an.

Läuferinnen und Läufer auf einem sandigen Parkweg

Nun ging es in den Neuen Garten und auf sandigen Parkwegen…

Läuferinnen und Läufer laufen auf dunkles Holzhaus zu

… bis ans Ufer des Jungfernsees zur Eremitage, die ja auch eine interessante Geschichte hat.

Blick auf das Wasser

Kurzzeitig hatten wir einen Blick auf das Wasser…

Läufer auf einem Parkweg mit Blick auf Schloss Cecilienhof

… bevor es wieder ins „Landesinnere“ und vorbei am Schloss Cecilienhof ging (vor 6 Jahren war es noch eingerüstet gewesen).

Zuschauerinnen und Zuschauer klatschen am Straßenrand einer Läuferin zu

Nach dem Neuen Garten verlief die Strecke wieder durch Wohngebiete und kleine Straßen. Immer wieder standen Anwohnerinnen und Anwohner vor ihren Häusern und feuerten uns Läufer*innen an.

Läuferinnen und Läufer auf einer kleinen Straße

Obwohl ich diesen Halbmarathon schon mal gelaufen war, war ich doch erstaunt, wie oft es bergauf (uff!) und natürlich auch wieder bergab (juhu!) ging. Potsdam ist definitiv nicht so ein flaches Pflaster wie Berlin.

Läufer läuft an einem Holzhaus der Kolonie Alexandrowka vorbei, vor dem ein Paar klatscht

Auch in der Kolonie Alexandrowka gab es Beifall für die Halbmarathon-Teilnehmenden.

Zuschauerinnen an einer Kreuzung der breiten gepflasterten Parkwege

Zur Freude eines Kindes habe ich das Pappschild abgeklatscht, dass es mir hinhielt: ein 1-up-Pilz zum „Energie aufladen“.

Läuferin in orangem Shirt läuft auf schmalem Fußweg neben der Straße, auf der sich Autos stauen

An dieser Stelle mussten viele Autos auf uns warten…

Läuferinnen und Läufer auf einem sandigen Parkweg umgeben von grünen Büschen und Bäumen

… bis wir wieder in einen staubigen Parkweg abbogen.

Läufer vor einer alten Mühle

Wir passierten die Historische Mühle von Potsdam…

Läuferinnen und Läufer, im hintergrund große blaue zusammengeklappte Sonnenschirme

… und kurz darauf sah ich Andreas V. am Straßenrand stehen. Er war weit herumgefahren, um hier auf mich zu warten.

Läufer in den grünen Shirts des Schlösserlaufs in der abfallenden Kurve an einem historischen Gebäude mit gelben Wänden und lindgrünem Kupferdach

Hurra, es ging wieder bergab! Bei den Neuen Kammern, die zum Schloss Sanssouci gehören, konnte man noch einmal kurz Fahrt aufnehmen.

Läuferin mit rosa Shirt und Aufdruck „Flinke Füße“ und ein Läufer mit neongrünem Irokesen-Schopf laufen auf Getränkestand zu

Flinke Füße und Irokesen liefen mir voraus…

Läuferinnen und Läufer auf einer Straße zwischen Bäumen

… und das im Folgenden sehr, sehr lange, denn die Straße zog sich schier endlos hin.

Dunkles geschmiedetes Tor zum Schlossgarten

Am Schlossgarten verfehlt die offizielle Strecke nur knapp das imposante Tor.

Läufer auf sandigem Weg, an dem eine Mutter mit ihren Kindern steht und klatscht

Wieder mal ein staubiger Sandweg. Immerhin nicht ganz so heiß wie vor 6 Jahren, als hier die Sonne ungehindert auf die Köpfe der Läufer*innen prallte. Auf dieser zweiten Hälfte des Halbmarathons kam sie zwar nun immer öfter strahlend hinter den Wolken hervor, das reichte aber nicht mehr, um ernsthafte Probleme zu machen.

Blick auf das Neue Palais

Das Neue Palais war das letzte Highlight der Potsdamer Sightseeing-Tour.

Zuschauerin mit Fahne steht auf einem Baumstamm und lächelt

Kurz danach entdeckte ich Andreas V. wieder an einer Straßenbiegung, von der an er mich nun – auf der gegenüberliegenden Straßenseite – auf der „Zielgeraden“ begleitete.

Läufer, im Vordergrund ist noch ein Teil eines Radfahrers zu sehen

Ich wusste, jetzt geht es auf das letzte Stück, und lief beharrlich weiter. Meine Lauf-Uhr dagegen hatte sich irgendwann verlaufen und zeigte inzwischen fast einen Kilometer mehr an.

Läufer auf Radweg vor grünen Hecken

Die „Zielgerade“ Forststraße wollte kein Ende nehmen…

Läufer biegt unter den Blicken einiger Zuschauer in den Zielbereich ein

… aber irgendwann hatte ich auch diese Geduldsprobe hinter mir, lief in den anfänglichen Startbereich ein, bog nach rechts ab…

Läufer auf der Zielgeraden vor einem aufblasbaren Torbogen, am Rande Zuschauerinnen und Zuschauer

… und dann wieder nach links und sah das Ziel! Meine Mitläufer der letzten Kilometer zogen merklich an…

Zieleinlauf auf der roten Tartanbahn, hinter Absperrungen an beiden Seiten klatschende Zuschauerinnen und Zuschauer

… aber ein Läufer überholte uns plötzlich alle wie aus dem Nichts in einem Wahnsinnstempo – wo kam der in dieser Geschwindigkeit her, was hatte er auf den letzten 21 Kilometern gemacht, bis Kilometer 20 gebummelt?

Läufer hölt im Ziel seinen Kopf in Richtung eines großen Ventilators, der feuchte Luft versprüht

Mit einer Zeit von 1:58:39 war ich kurz darauf im Ziel, holte mir meine Medaille und bewunderte den Ventilator, der feuchte Luft zur Erfrischung versprühte.

Hand hält den Coupon zur Pasta Party

Ich war absolut zufrieden mit mir und meinem Lauf, erfrischte mich mit zahlreichen Bechern diverser Getränke und suchte mit Andreas V. eine Zeit lang vergeblich den Ort, wo es Nudeln zur Stärkung geben sollte. Neben dem Zelt der „Pasta Party“ waren Bänke aufgebaut, auf denen wir uns ausruhten und unsere Teller Pasta aßen, bevor es dann mit drei S-Bahnen – immerhin mit nahtlosem Anschluss – wieder zurück nach Marienfelde ging.

Medaile des 17. ProPotsdam Schlösserlauf am 12. juni 2022, Messing mit grünen Hinterlegungen

Die Medaille ist sehr schön, die Altersklassen-Platzierung war es auch endlich mal wieder. Und ähnlich wie bei meinem ersten Schlösserlauf-Halbmarathon 6 Jahre zuvor, war ich erstaunlich konstant das Tempo zwischen 5:35 und 5:40 min/km durchgelaufen – und wieder mit einem minimalen negativen Split.

Strecke Potsdamer Schlösserlauf 2022

PS: Danke an Andreas V. für die Begleitung und die Fotos – und nächstes Jahr laufen wir dort zusammen, irgendwann muss es ja mal klappen!

PPS: Und Grüße an Andreas IV., der zur gleichen Zeit – und bei gleichen hohen Temperaturen – in Bad Saarow deutlich flotter 27 Kilometer um den Scharmützelsee gelaufen ist!

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F-Klasse-Laufen, Laufevents

2 Kommentare zu “17. Potsdamer Schlösserlauf Halbmarathon am 12.06.2022”

  1. andreas V. sagt:

    Meine Empfehlung für diesen Lauf, es wird viel geboten für das Startgeld.
    Nächstes Jahr versprochen!

  2. Andreas sagt:

    Ja, den Lauf kann man wirklich empfehlen! Und nächstes Jahr schaffen wir es gemeinsam ;-)

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