Mauerweg-Lauf: Etappe 17 von Nordbahnhof zum Brandenburger Tor

Veröffentlicht am 14.07.2009 | 1 Kommentar

Staffelstab-Übergabe Läufer-Team 16 an Team 17

06.06.2009 | Start: 21:19 Uhr | Ziel: 21:49 Uhr | Strecke: 4,84 km
Läufer: Gaby, Eva, Frank, Martin, Michael


Strecken-Karte

Bernauer Str./Ecke Gartenstr. – Liesenstr. – Müllerstr. – Boyenstr. – Scharnhorststr. – Kieler Str. – am Schifffahrtskanal entlang – Alexanderufer – Kapelleufer – Schiffbauerdamm – Otto-von-Bismarck-Allee – Paul-Löbe-Allee – hinter dem Reichstag entlang – Brandenburger Tor

Ich hatte mir den Kopf zerbrochen, ob ich auf dieser relativ kurzen Strecke abends in der Dämmerung allein durch die einsamen Straßen im Wedding und in Mitte laufen müsste, nachdem einige Mitläufer ihre Teilnahme für die Etappe 17 abgesagt hatten. Aber da beschlossen Eva und Frank, die die Etappe 13 ausgewählt hatten, Miki und mich auf der letzten Strecke zum Brandenburger Tor zu begleiten. Und dann lief auch noch Martin von Etappe 16 mit uns weiter.

Am Dienstag und Mittwoch hatte ich mich bei strahlendem Sonnenschein – nach der Internet-Recherche vorher wegen der Mauer-Sehenswürdigkeiten – aufgemacht, die Route spazierend zu erkunden und dabei Fotos zu schießen. Das hat mir viel Spaß gemacht, die Gegend und die Fundstellen zu erkunden und dabei auch mit Menschen ins Gespräch zu kommen: Sie waren gerne bereit, mir zu helfen und Auskunft zu geben.

Jedenfalls war ich so begeistert von den neuen Eindrücken, dass ich beschloss, später auch noch andere Mauerweg-Etappen zu erkunden und meine Etappe 17 anderen zur Entdeckung zu empfehlen. Sie ist nicht nur für Läufer, sondern auch für Radfahrer geeignet, aber man muss sich Zeit nehmen, um auch abseits der Strecke zu forschen, z.B. hinter der Mauer der Gartenstraße den ehemaligen umgestalteten Grenzstreifen entlang wandern und auf den Friedhöfen der Liesenstraße die Mauerreste, Gräber und Gedenksteine ansehen. (Sehr interessant ist auch der Dorotheenstädtische Friedhof – Liesen- Ecke Gartenstraße – mit vielen Ehrengräbern bekannter Deutscher; er gehörte immer zum Westteil von Berlin.)

Eine Mauer

Als ich am Nordbahnhof kurz nach 21.00 Uhr eintraf, regnete es mäßig. Eva und Frank waren schon da, sie fanden den Regen aber harmlos, denn sie hatten auf ihrer Etappe bereits einen kräftigen Schauer abgekriegt. Kaum hatte ich mein Regenzeug in den Rucksack gepackt, kamen die Läufer der Etappe 16 von der Bernauer Straße her auf uns zu. Trotz des Regens waren sie guter Stimmung. Allen voran lief die wohl jüngste Läuferin der Staffel mit dem goldenen Staffelstab in der Hand, den ich nun erhielt.  Unter ihnen war auch Miki, der zwei Etappen lief, und Martin, der uns ebenfalls auf der letzten Teilstrecke begleitete. Es wurden Fotos (von Gruppe 16) von der Stabübergabe und von beiden Gruppen gemacht.

Altes Trägergerüst

Danach trennten wir uns, Gruppe 16 lief auf direktem Weg zum Brandenburger Tor, wir starteten unsere Tour durch die Gartenstraße, unter den  Liesenbrücken – nur eine Trasse wird noch von der S-Bahn genutzt – durch und links rein die Liesenstraße entlang,…

Wieder eine Mauer

Mauer

Mauer mit Graffiti

Fontane-GrabKreuz

…vorbei an den Mauerresten und Friedhöfen, und rechts in die Chausseestraße.

Skulptur im Park

Unter den Bäumen stand die Skulptur „Wiedervereinigung“ von Hildegard Leest (1962 geschaffen!), zwei Steinmenschen, deren Arme über ihren Köpfen verbunden sind.

Wachturm Kieler Straße

Unterwegs rief ich meinen Mitläufern einige Informationen zu den Mauer-Sehenswürdigkeiten, die in der Dunkelheit kaum sichtbar waren, zu. Eilig, da die Nässe unsere Sachen durchdrang, bogen wir links ein in die Boyenstraße, die hinter dem Erika-Heß-Eisstadion vorbeiführt, dann wieder links in die Scharnhorststraße am Bundeswehr-Krankenhaus vorbei und schließlich rechts in die kurze Kieler Straße, wo einer der letzten Wachttürme in Berlin steht. Er gilt als Gedenkstätte für den an der Mauer erschossenen Günter Litfin, für den außerdem an der Sandkrug-Brücke an der Invalidenstraße ein Gedenkstein errichtet wurde.

Tafel Invalidenfriedhof

Friedhofsmauer

Mauer

Glücklicherweise war der Invalidenfriedhof, der um 21.30 Uhr geschlossen werden sollte, noch offen. Die Dokumentation über die Maueropfer, darunter Peter Göring, an der erhaltenen Mauer, der Gedenkstein für die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, die eingeebneten und bestehenden Grabstellen von vielen Militärangehörigen waren kaum zu erkennen.

Wir waren jedenfalls froh, dass wir nicht umkehren mussten, sondern am Schifffahrtskanal entlang zur Sandkrugbrücke laufen konnten. Dort wurden wir begeistert von einer großen Anzahl von Läufern, mitten drin Andreas I, den wir bei der Gelegenheit als Initiator des Mauerweg-Laufs kennen lernten, begrüßt, und die Vereinigung beider Gruppen wurde für die Dokumentation fotografiert.

Treffen zum Zieleinlauf

Spreeufer

Gebäude der Charité

Gemeinsam setzten wir den Weg fort. Unser Weg führte am Charité-Museum vorbei,…

Hauptbahnhof Berlin

…rechts hinter dem Humboldthafen strahlte der Hauptbahnhof.

Aufzählung der Mauertoten

Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt

Mauer-Segmente des Wargin-Denkmals

Wir streiften auch noch das Wargin-Denkmal „Parlament der Bäume“ am Schiffbauerdamm, links neben dem Elisabeth-Lüder-Haus. Im Lüder-Haus sind Mauerstücke aufgebaut, auf denen die Maueropfer mit Jahresangaben angezeigt werden.

Spreedampfer

WegweiserDer Rufer

Auf der Fußgängerbrücke überquerten wir die Spree und liefen hinter dem Reichstag vorbei, um zum Brandenburger Tor zu kommen. „Der Rufer“ von Gerhard Marcks sah von weitem zu, als Andreas I, der den goldenen Staffelstab übernommen hatte, mit seinem Gefolge durch das Zielband lief. Es herrschte eine euphorische Stimmung; wir waren stolz, dass Andreas’ Planung so gut funktioniert hatte und ließen uns mit Sekt verwöhnen.

Abschlussfoto am Brandenburger Tor

Anfangs hatte ich Bedenken, ob es möglich sein würde, so viele Läufer mit unterschiedlichem Niveau unter einen Hut zu bringen, aber offensichtlich ist das gut  gelungen. Manche Etappen wurden so schnell gelaufen – Hartmut, Du hast Deine Truppe ja mächtig angetrieben! – dass für die langsamen Läufer sogar viel Zeit gewonnen wurde.

Ich war begeistert von der Freundlichkeit der fremden Läufer und von dem guten Kontakt, der schnell da war. Ich glaube, Läufer sind doch bessere Menschen als die anderen. Danke für dieses Erlebnis – und im nächsten Jahr möchte ich/möchten wir wieder dabei sein.

startblog-f sagt Danke an die Läufer für die Fotos und den Bericht!

PS: Einige der Fotos wurden auf einer früheren Erkundung der Strecke gemacht. Zum Glück, denn sonst gäbe es aufgrund des Regens kaum etwas zu sehen… Wie dunkel es auf dem letzten Teil dieser Etappe aussah, kann man im Bericht vom Zieleinlauf am Brandenburger Tor sehen.

Kategorien

Laufevents, Mauerweg-Lauf

Ein Kommentar zu “Mauerweg-Lauf: Etappe 17 von Nordbahnhof zum Brandenburger Tor”

  1. Hanna sagt:

    Ob langsam oder schnell, bei Sonne oder Regen: ihr ward alle wunderbar! Ein interessanter und spannender Staffellauf mit sympathischen Läufern und starken Initiatoren. Glückwunsch zu dieser rundum gelungenen Aktion!

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