Lauf-Blog für Läuferinnen und Läufer der F-Klasse

Langer Lauf zum Berlin-Marathon 2022

Veröffentlicht am 02.10.2022 | 6 Kommentare

Läuferfeld des Berlin-Marathons auf der Wiesbadener Straße

Same procedure as last year! Am vergangenen Sonntag sind Monika und ich wieder von Marienfelde aus zum Marathon gelaufen: Auf der selben Route wie letztes Jahr, aber mit ein paar Änderungen im Detail…

Später Start

Läuferin im hellblauen startblog-f-Shirt

Unser Marathon-Jubilee-Runner Klaus wollte nämlich dieses Mal Nia bei ihrem allerersten Marathon begleiten. Somit starteten die beiden gemeinsam aus dem letzten Startblock H – und der wurde erst um 10:30 Uhr auf die Strecke geschickt! Monika und ich liefen also erst zur Mittagszeit um 12 Uhr los.

Blick von der Stahlbrücke auf ein Binnenschiff auf dem Teltowkanal

Es ging wieder über den Teltowkanal

Grüner Parkweg

… und weiter am Uferweg.

Torbogen eines großen alten Wohnblocks überspannt die Straße

Dieses Mal verliefen wir uns nicht bei Kilometer 6, sondern kamen nach Plan auf der anderen Seite des Gebäude-Torbogens vorbei.

Stahlgerüste einer Baustelle auf dem Gehweg

Am Steglitzer Kreisel hatte sich kaum etwas geändert…

Fassade „Das Schloss“ in der leeren Schlossstraße

… und auch die Schlossstraße war genauso leer wie am Sonntagmorgen vor einem Jahr.

Steglitzer Bierpinsel mit Bären-Graffiti

Wir liefen unter dem Bierpinsel hindurch…

Läuferin auf durch Baustelle beengtem Fußweg

… und bogen dann ab in eine Seitenstraße. Baustellen, wohin man schaute!

Kirchenportal mit 4 Torbögen und einem Rundfenster

Wir waren gut in der Zeit, zumal wir Nia und Klaus auf der Tracking-App verfolgen konnten. Als wir die Kirche sahen, wussten wir, dass wir gleich an die Strecke kommen würden.

Läuferin auf einsamer Straße

Ein Déjà-vu: Fast genauso hat auch im letzten Jahr das Foto ausgesehen. Nur, dass Monika damals noch das alte rote startblog-f-Laufshirt getragen hatte.

Station 1 – Wiesbadener Straße (Marathon km 26)

Läuferfeld des Berlin-Marathon, im Vordergrund ein Kinderwagen und ein Miet-Motorroller

Wir waren nun pünktlich an unserer ersten Station an der Marathon-Strecke angekommen: Kilometer 26 der Marathon-Läufer:innen.

Läuferfeld, darunter eine Läuferin mit blondem Zopf im Dirndl

Die Stimmung war gut, aber das Läuferfeld zog recht geräuscharm an uns vorbei. Dafür gab es wieder ein paar besondere Läufertypen zu sehen: ob im Dirndl…

Läufer mit Strinband, gelbumrandeter Sonnenbrille und langem zotteligen Bart

… oder markant mit gelbumrandeter Sonnenbrille und ZZ-Top-Bart.

Marathon-Läufer wird freudig von Zuschauerin begrüßt

Und da waren schon unsere startblog-f-Starter und wurden jubelnd begrüßt.

Läuferin und Läufer in hellblauen startblog-f-Laufshirts

Nia lief an ihrem 18. Geburtstag ihr Marathon-Debüt, und Klaus wich nicht von ihrer Seite, um sie dabei bestmöglich zu unterstützen.

Entspannt weiter

Friedenauer Sport-Casino mit Straßenschild Fehlerstraße, auf dem eine gebastelte Figur turnt

Für Monika und mich ging es jetzt weiter zum nächsten Treffpunkt mit unseren beiden Marathonis. Wie beim letzten Mal kamen wir wieder am schönen Backsteingebäude des Friedenauer Sport-Casinos vorbei…

Metall-Skulptur mit Ringen, aus denen die Sternkreiszeichen ausgestanzt sind

… und überquerten kurz darauf die große Kreuzung Blissestraße/Uhlandstraße.

Läuferin in einer Gebäude-Passage, über ihr ein Digitaldisplay auf dem in Rot gerade „Curryw“ durchläuft

Noch einmal kamen Erinnerungen an das letzte Jahr auf: „Weißt du noch, wie wir letztes Jahr hier an den Döner-Läden vorbei sind, und es standen lange Schlangen von Menschen an, weil hier auch ein Wahllokal war?“

Station 2 – Fehrbelliner Platz (Marathon km 32)

U-Bahnhof-Eingang mit Beschriftung Fehrbelliner Platz

Bald kamen wir wieder an der Marathon-Strecke an, genauer gesagt am Fehrbelliner Platz.

Metall-Skulptur mit 5 Menschenfiguren, im Hintergrund die Marathon-Zuschauer:innen

Die Stahlskulptur stand immer noch, und es war gefühlt genauso viel los wie im Vorjahr…

Auf die Lehne gekipptes altes Sofa auf einem Rollwagen am Straßenrand

… aber das abgestellte Sofa war neu.

Läuferfeld mit vier 4:30-Pacemakern

Gerade liefen die Pacemaker für die 4:30-Stunden-Läufer:innen durch.

Läuferinnen und Läufer, darunter auch drei 4:15-Pacemaker

Aber kurz darauf folgten gleich Pacemaker für 4:15. Hä? Stimmte hier etwas nicht?

Trommelgruppe in grünen Shirts nahe dem Fehrbelliner Platz

Gewohnt laut und rhythmisch motivierend dagegen die Trommelgruppe in Grün.

Im Vordergrund eine weggeworfene Trinkflasche eines Marathonläufers, im Hintergrund das Läuferfeld

Ich fand am Streckenrand die weggeworfene Flasche eines wohl etwas professionelleren Läufers.

Läuferinnen und Läufer, darunter auch zwei 4:30-Pacemaker

Und dann kamen wieder 4:30-Pacemaker durch! What…! Ah, jetzt fiel mir die Erklärung ein: Die Startblöcke starteten ja zeitlich weit auseinander, und Neustarter:innen kamen ohnehin aus Startblock H heraus als letztes über die Startlinie – das ergab natürlich kräftige Unterschiede zwischen Brutto- und Nettozeiten und wirbelte entsprechend auch die Pacemaker-Positionen durcheinander.

Unterstützerin begrüßt ankommenden Marathon-Läufer mit hoch erhobenen Armen

Ein Blick in die App: Jetzt müssten sie eigentlich gleich kommen… Und da waren sie schon! Klaus stürmte spontan voraus…

Junge Marathon-Läuferin

… und dann konnten wir auch schon Nia lautstark begrüßen!

Zuschauerinnen und Zuschauer mit Luftballons in form von Einhorn, Sektflasche und Regenbogen über ihren Köpfen

Ein paar kurze aufmunternde Worte und dann waren sie auch schon wieder vorbei.

Etwas spontane Hektik

startblog-f-Läuferin vor einem Restaurant mit vielen Pflanzkübeln

Für Monika und mich ging es nun los zum letzten Treffpunkt mit den beiden.

Schaufenster-Dekoration mit weißen Köpfen, die unterschiedlichen Kopfschmuck tragen

Auf dieser Etappe mussten wir uns etwas beeilen, denn unsere Strecke war nur ein bisschen kürzer als die unseres Marathon-Teams.

Café mit Draußen-plätzen und einem weißen Fahrrad mit Blumen im Korb

Nach ein paar schönen Eindrücken am Straßenrand…

Prächtiges Eingangsportal eines alten Hauses mit Säulen und Stuck

… schlug Monika spontan vor, vorzeitig in die ruhigeren Seitenstraßen abzubiegen und dann auf parallelen Wegen wieder an die Strecke zu kommen.

Screenshot aus Google Maps mit der vorgeschlagenen Route

Hörte sich gut an für mich und so bogen wir ab – und standen nach kurzer Zeit plötzlich an einem Platz und wussten nicht mehr weiter! Da half nur noch die Handy-Navigation, für Überlegungen hatten wir keine Zeit mehr. Und das Lauftempo stieg nun auch merklich an, denn unser letztes Treffen war plötzlich nicht mehr sicher.

Marathonstrecke mit Läufer:innen nahe der Urania

Leicht abgehetzt kamen wir an der Marathonstrecke an. Waren die beiden schon durch?

Station 3 – Nollendorfplatz (Marathon km 36)

Zuschauer sieht auf das Läuferfeld

Während Monika sofort die Vorbeilaufenden scannte, versuchte ich schnellstmöglich Infos über die Position der beiden in der App zu finden. Großes Aufatmen: Sie hatten erst vor wenigen Minuten die 35-km-Marke passiert und müssten jeden Moment bei uns sein!

Jubelnde Supporterin begrüßt Läufer im hellblauen Shirt

Klaus lief wieder kurz vor, um uns zu begrüßen. Nia freute sich zwar auch sichtlich, lief aber ohne stehen zu bleiben einfach durch, fokussiert darauf, diesen langen Lauf zu beenden.

Läufer schließt zu Läuferin im hellblauen Laufshirt auf

Ein bisschen beeilen musste Klaus sich dann schon, um wieder zu ihr aufzuschließen.

Schönes schmiedeeisernes Jugendstil-Gitter an der U-Bahn

Feierabend! Zumindest für uns beiden startblog-f-Supporter.

Blick durch das Jugendstil-Gitter auf das Läuferfeld auf der anderen Straßenseite

Während der lange Tross der Marathon-Teilnehmer:innen auf der anderen Straßenseite vorbeizog, machten wir uns auf den Heimweg.

Den Rest schaffen sie auch alleine…

Läuferin bahnt sich ihren Weg durch die Menschen in einer Fußgängerzone mit Geschäften

Klaus und Nia kämpften sich nun über die letzten 6 Kilometer und Monika und ich durch die Fußgängerzone…

Läufer in einer silbernen Marathon-Decke unterhält sich mit Mann vor einer Pizzeria

… wo Passanten im Gespräch mit einem Läufer waren, der anscheinend schon lange im Ziel war.

Mit vielen Ornamenten verzierte Eingangstür zu einem Waxing-Studio

Es gab noch ein paar interessante Dinge am Rande zu sehen…

startblog-f-Läuferin auf breitem Gehweg neben einem mehrstöckigen Wohnhaus mit zahlreichen Satellitenschüsseln

… als wir in Richtung Yorckstraße liefen.

Gelbe und orange Koffer mit Messtechnik für den Marathon am Straßenrand

Nebenwirkung unseres späten Starts: Im Gegensatz zu vergangenen Jahren sahen wir hier kein hinteres Läuferfeld mehr. Alleine die noch herumstehende Messtechnik und die Absperrgitter erinnerten an den Berlin-Marathon.

Großes blau-weißes Marathon-Schild für km 21

Und am Straßenrand das Halbmarathon-Schild…

Buntes Konfetti am Straßenrand

… sowie Konfetti, dessen restlicher Tüteninhalt wohl gerade von einigen Läuferinnen und Läufern in den Haaren über die Ziellinie getragen wurde.

Gehende Läuferin und Läufer an der Yorckstraße

Zu unserem Erstaunen kamen uns auf diesem Stück aber tatsächlich noch zwei oder drei Läufer-Paare entgegen. Die mussten zu diesem Zeitpunkt fast 4 Stunden unterwegs gewesen sein und hatten die Halbmarathon-Marke noch nicht erreicht!

Flott laufende startblog-f-Läuferin in Parkanlage

Von der Yorckstraße führte uns unser Weg entlang der S-Bahn-Trasse zum Bahnhof Südkreuz.

A long (and lonesome) way home

Bahngebäude mit großer Uhr vor wolkigem Himmel am Bahnhof Südkreuz

Hier verabschiedete ich mich von Monika und lief die restlichen 9 Kilometer alleine weiter.

Blick über Sommergarten-Bänke und rankende Pflanzen auf das alte Gebäude des S-Bahnhof Priesterweg

Am S-Bahnhof Priesterweg machte ich eine kurze Pause, um nachzusehen, ob in der Innenstadt alles gut ausgegangen war. Cool, Klaus und Nia waren inzwischen über die Ziellinie gelaufen!

S-Bahn-Brücken mit Baustelle am S-Bahnhof Attilastraße

Ich lief weiter, vorbei an Baustellen…

Graffiti-Wand, im Vordergrund ein großes Frauenporträt auf gelbem Grund

… und einer Graffitiwand…

Altes Pförtnergebäude am Marienpark

… bis zum Eingang des Marienparks.

Moderne Gebäude in kühlem Anthrazit und warmem Backstein

Hier waren im vergangenen Jahr anscheinend einige Neubauten fertiggestellt geworden.

Großes Werbebanner mit einem springenden Läufer und einem englischen Werbespruch

Ganz so dynamisch wie der Läufer auf dem Mega-Banner war ich nicht mehr unterwegs.

Neubau REWE und dm an der Großbeerenstraße

Kurz vor dem Ende meines Laufs kam ich dann am gerade neu eröffneten REWE/dm vorbei, der vor 12 Monaten noch ein plattes Baugelände gewesen war. Nach 28 Kilometern war dann auch dieser schöne Laufausflug für mich zu Ende.

Jubelnde junge Marathon-Läuferin mit Medaille um den Hals

Ein bisschen Vorsprung hatten Nia und Klaus dem neuen Marathon-Weltrekordler Eliud Kipchoge lassen müssen, waren aber dann glücklich ins Ziel gekommen.

Herzlichen Glückwunsch an Nia, die an ihrem Geburtstag ihren ersten Marathon gerockt hat! Und auch an Klaus, der sie dabei mit all seiner Marathon-Erfahrung unterstützt hat.

PS: Dank wie immer auch an Andreas V. für Support und das letzte Foto – und selbstverständlich auch an Monika für den schönen gemeinsamen Lauf.

PPS: Wenn ihr wissen wollt, was ich und andere Blogger über den Berlin-Marathon denken, gibt es die Antworten darauf in Eriks interessanter Laufblogger-Umfrage.

PPPS: Ich ärgere mich ja immer, dass der Veranstalter und die Presse nicht zwischen Anmeldungen und Starter:innen unterscheiden können/wollen. Zitat aus dem News-Beitrag vom 25.08.2022 auf der Berlin-Marathon-Website: „Wenn am 25. September 2022 über 45.000 Läufer:innen […] den BMW BERLIN-MARATHON laufen werden…“ Kurzer Blick in die Ergebnisliste diesen Jahres: 34.825 Läufer:innen im Ziel. Und da sind nicht etwa 10.000 auf der Strecke geblieben, nein, der Veranstalter hat mir schon 2014 auf Anfrage gemailt: „Die Zahl der Läufer, die gemeldet sind, aber nicht antreten, liegt im Schnitt bei ca. 10 Prozent.“ Und trotzdem wird vorher von 45.000 gesprochen, die den Berlin-Marathon laufen werden. Vom Veranstalter, der es besser weiß, und von Journalist:innen, die es besser wissen müssten.

Kategorien

F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen, Laufevents

6 Kommentare zu “Langer Lauf zum Berlin-Marathon 2022”

  1. Martin sagt:

    Schöne Rundreise, die du hier geboten hast!

    Das mit den 10 Prozent kann Kassel noch toppen: 6600 gemeldete Starter, 5096 auf der Strecke. Die meisten Nichstarter gab’s allerdings beim Mini-Marathon am Tag zuvor. Da war das Wetter so grausig, dass die Jugend dann doch eher Netflix bevorzugt hat.

  2. Andreas sagt:

    Da wäre es natürlich interessant zu wissen, ob die Veranstalter und Medien in Kassel auch nicht im Vorfeld der Veranstaltung zwischen Anmeldungen und Leuten auf der Strecke unterscheiden können. Und natürlich, ob Kassel auch so restriktiv mit den (in Berlin nicht vorhandenen) Ummelde-Möglichkeiten umgeht.

    Schöne Grüße!

  3. Martin sagt:

    Ummelden ist in Kassel kein Problem. Geht glaube ich sogar am Wettkampftag noch.
    Dafür ist hier halt alles weniger pompös.

  4. Andreas sagt:

    Weniger pompös ist das neue Cool ;-) Zumal, wenn das Pompöse von ein paar tausend Anmelder:innen, die aus diversen Gründen blöderweise nicht starten können, mit jeweils 150,-€ finanziert wird.

    Ist vielleicht nicht übertrieben, zu sagen, dass die Nicht-Starter:innen im nächsten Jahr (Startgebühr 163,-€) den Berlin-Marathon unfreiwillig mit ca. 1 Mio. Euro subventionieren.

  5. Martin sagt:

    Ja, diese Preise sind schon ziemlich abartig. Kassel kostet auf der Marathon Distanz gerade mal 49 EUR.
    Am meisten geboten bekommt man wohl am Rennsteig. Für um die 60 EUR darf man 74 km rennen, bekommt die Klöße vorab und ein Finishershirt hinterher. Von der Verpflegung auf der Strecke brauchen wir ja gar nicht zu reden. Ich hab noch nie so viel gefuttert unterwegs. :D

  6. Andreas sagt:

    Das klingt doch verlockend ;-)

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