Ein Marathon neben dem Berlin-Marathon 2016

Veröffentlicht am 27.09.2016 | 13 Kommentare

Laufstrecke Marathon neben dem Berlin-Marathon

Am Sonntag war Berlin-Marathon, und da ich selber nicht gemeldet war, wollte ich hinlaufen, um Klaus und Andreas IV. anzufeuern. Aus dem Berliner Süden in die Innenstadt, dort ein wenig hin und her und wieder zurück waren nach meiner Planung bereits weit über 30 Kilometer. Warum dann nicht gleich einen persönlichen Marathon daraus machen?

Blick von den Yorckbrücken auf erste Marathonläufer

Da ich auf dem Rückweg ja jederzeit „aussteigen“ und in die S-Bahn einsteigen konnte, konnte ich völlig unbeschwert loslaufen. Tat ich auch, und zwar für meine Verhältnisse recht flott im 5:40er-Schnitt. Nach ungefähr 11 Kilometern kam ich an den Yorckbrücken an und konnte die sehr guten Läufer noch vorbeiziehen sehen.

Halbmarathon-Tor

Auf dem Fußweg an der Yorckstraße war bereits einiges los, so dass ich bis zur offiziellen Halbmarathonmarke etwas Slalom laufen musste. Die Uhr am Halbmarathontor zeigte noch unter 1:20 h an. Zu früh für meine Leute.

Marathon-Zuschauer an der Ecke Goebenstraße/Potsdamer Straße

Ich wollte ohnehin Andreas V. zuerst besuchen, der als Streckenposten bei km 22 eingeteilt war.

Eine Läuferin steigt aus

Auf dem Weg dorthin fiel mir eine Läuferin Streckenrand auf. Das ist doch…? Tatsächlich: Mona Stockhecke stand dort und hatte offensichtlich das Rennen vorzeitig beendet. Schade.

Fangruppe an der Grunewaldstraße

Beim Fahrradladen in der Grunewaldstraße war wie jedes Jahr die Hölle los, tolle Stimmung mit lauter Musik.

Schnelle Marathonläufer

Ich unterhielt mich etwas mit Andreas V., der mir erzählte, dass Klaus und Andreas IV. laut Marathon-App viel zu schnell gestartet waren (Kilometerschnitt 40 bzw. 15 Sekunden schneller als geplant!).

Zuschauer warten an der Goebenstraße

Nach ein paar Minuten Plaudern lief ich an der Strecke wieder zurück, um die beiden noch rechtzeitig am vereinbarten Punkt zu sehen. Da es um die Yorckbrücken herum allerdings zu eng auf dem Fußweg war, blieb ich etwas davon entfernt am Straßenrand stehen.

Marathonläufer an der Yorckstraße

Aber so angestrengt ich auch in das Meer der vorüberrauschenden Läufer sah, weder Andreas IV. noch Klaus waren zu entdecken. Bis die Nachricht von „meinem“ Streckenposten kam, dass Klaus gerade bei km 22 durch war. Mist!

Musikerinnen spielen für die Marathon-Teilnehmer

Ich lief also wieder parallel zum Läuferfeld weiter – Slalom auf dem Fußweg – und genoss dabei die Atmosphäre mit den wortlos trabenden Läufermassen, den jubelnden Zuschauern und der antreibenden Live-Musik. Noch ein kurzer Stop bei Andreas V. und dann lief ich gleich weiter – bei km 32 wollte ich „meine Läufer“ Andreas IV. und Klaus wieder treffen. Wenn sie nicht wieder unerkannt an mir vorbeirauschten.

Helfer reichen Getränke

Da ich hier im Vergleich zur Marathonstrecke abkürzte, hatte ich noch etwas Zeit, um mich am Fehrbelliner Platz umzusehen und hin- und herzulaufen.

Marathon-zuschauer am Fehrbelliner Platz

Hier reihten sich Skulpturen harmonisch in die Zuschauermassen ein.

Zuschauer haben sich einen großen Picknicktisch aufgebaut

Eine Gruppe von Zuschauern hatte sich sogar mit Picknicktisch und allem Drum und Dran niedergelassen.

Ein Marathonläufer im Anzug

Als ich mir noch eine geeignete Stelle am Straßenrand suchte, kam ein Läufer im Anzug vorbei. Nicht gerade Funktionskleidung ;-)

Ein Baumgesicht am Streckerand staunt über das Marathon-Treiben

Hier staunten sogar die Baumstümpfe über das nicht enden wollende Läuferfeld. Und während ich mit angestrengten Augen nach Andreas IV. und Klaus Ausschau hielt, rief plötzlich jemand aus dem Läuferfeld meinen Namen! Laufblogger Martin hatte mich entdeckt! Und kurz darauf lief auch Vanessa, die Tochter von Walter, direkt an mir vorbei. Andreas IV. musste schon längst durch sein, aber wo blieb Klaus?

Läufer bei km 32 kurz vor dem Fehrbelliner Platz

Da! Endlich! Lächelnd, aber schon etwas angestrengt, lief er auf mich zu. Bis zur Kreuzung lief ich parallel zu ihm mit, bis er wieder mit dem Feld verschwand.

Marathonläufer am Tauentzien

Nun kam mein anstrengendster Abschnitt: Meine kleine Abkürzung zum Tauentzien zu km 35 war nur 500 Meter kürzer als die offizielle Strecke, so dass ich schon etwas Tempo machen musste, um Klaus noch einmal zu treffen. Während er nämlich auf der abgesperrten Marathon-Strecke frei laufen konnte, musste ich noch zwei Mal an Ampeln stehen bleiben!

Läufer bei km 35 am Tauentzien

So musste ich nicht lange warten, bis er am Tauentzien wieder im Läuferpulk auftauchte. Im Vergleich zu so manchen anderen sah er noch ganz gut aus. Aber jetzt kam der harte Teil, und er musste dem schnellen Anfangstempo Tribut zollen und sich irgendwie ins Ziel kämpfen.

Marathonläufer am Wittenbergplatz

Ich gab ihm eine Tüte Powergel Cola-Shots und lief noch ein paar hundert Meter auf der Strecke neben ihm her.

Getränkestand kurz hinter dem Wittenbergplatz

Kurz vor dem Getränkestand hinter dem Wittenbergplatz schickte ich ihn dann mit ein paar aufmunternden Worten weiter. Im Gewühl am Verpflegungspunkt hatte ich nichts zu suchen, und an dieser Engstelle war auch auf dem Fußweg nicht in entsprechender Geschwindigkeit durchzukommen.

Spezialverpflegung für die Top-Läufer

Während ich die Spezialgetränke für die Spitzenläufer bewunderte, nahm ich selber erst einmal ein paar Schluck Wasser und einen Riegel zu mir.

Viele Helfer am Getränkestand

Toll, wie viele nette freiwillige Helfer in jedem Jahr den Berlin-Marathon überhaupt erst möglich machen!

Leere Becher am Straßenrand

Es war inzwischen doch recht warm geworden (ca. 23 Grad) und an einigen Stellen waren Wassersprenger für die Marathonläufer aufgestellt worden. Für mich neben der Strecke gab es solch eine Erfrischung aber natürlich nicht.

Marathonfeld auf der Bülowstraße

Auf dem Mittelstreifen der Bülowstraße verläuft die U-Bahn-Trasse (an dieser Stelle oberirdisch), so dass ich das folgende Stück zwar neben dem Feld, aber mit sehr großem Abstand auf der anderen Seite lief.

Konfetti für die Marathonläufer an der Potsdamer Straße

An der Ecke Potsdamer Straße war wieder mächtig was los, es gab sogar goldenen Konfettiregen für die Läufer! Hier bog ich wieder von der offiziellen Strecke ab, um auf meinem Rückweg noch einmal kurz Andreas V. zu treffen.

Letzte Läufer auf der Grunewaldstraße

Als ich bei km 22 an der Grunewaldstraße ankam, trudelten dort die letzten Läuferinnen und Läufer ein. Nach ein paar Worten mit Andreas V. machte ich mich auf den Heimweg. Während Andreas IV. und Klaus (Hartmut natürlich schon längst) bereits glücklich im Ziel waren, hatte ich noch etwa 17 Kilometer durch die Mittagshitze vor mir.

Da ich bisher ganz flott unterwegs gewesen war, beschloss ich, ebenso flott weiter zu laufen. Spätestens jetzt – und nach all den Eindrücken vom Event – wusste ich, dass ich heute auch meinen Marathon voll machen wollte.

Laufuhr mit Zeit des Marathons neben dem Marathon

Die Wärme machte mir am Ende dann doch etwas zu schaffen, so dass ich häufiger mal eine kurze Pause einlegte. Dann lief ich aber gleich wieder flott los, zumal ich auf der Laufuhr sah, dass ich meinen persönlichen Marathon noch unter 4 Stunden zu Ende bringen konnte. Mit ein paar zusätzlichen Schlenkern kam ich schließlich auf „meine“ Marathonkilometer. Und sogar unter 4 Stunden.

Das ist natürlich mit all den Pausen und der „Supporter-Tätigkeit“ nicht mit einer offiziellen Marathonzeit vergleichbar, aber es fühlte sich auch eher wie ein normaler Trainingslauf an. Durch mein vergangenes Ultra-Training habe ich offensichtlich die Ehrfurcht vor der Marathondistanz etwas verloren. Erstaunlich.

PS: Glückwunsch an Klaus, Andreas IV., Hartmut, Martin, Jeanette und alle anderen Marathon-Finisher!

PPS: Wie ich gerade gelesen habe, hatte Mona Stockhecke aufgrund einer noch nicht auskurierten Verletzung ohnehin nur die halbe Distanz geplant.

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Kategorien

F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen, Laufevents

13 Kommentare zu “Ein Marathon neben dem Berlin-Marathon 2016”

  1. Mietze sagt:

    wie krass bist du denn. Mal eben sub 4 im Training gerockt! Irre. Vllt sollte ich das Ultralaufen auch mal probieren:D

  2. andreasV. sagt:

    „Laufender Blog Reporter“
    Super Bericht-wie immer ;-))

  3. Andreas sagt:

    @Mietze
    Na, war ja nur die Nettozeit zzgl. vieler Pausen. Ist nicht ganz vergleichbar. Aber 42,2 km bleiben natürlich 42,2 km ;-) Der Punkt beim Ultralauf ist einfach: Du verschiebst den Horizont. Da sind die 42 km dann plötzlich nur noch eine Durchgangsstation. Und wenn man im Training ein paar Mal die Marathondistanz gelaufen ist, dann weiß man, dass man auf jeden Fall ankommt. Wie schnell, das steht auf einem anderen Blatt ;-)

    @andreasV.
    War nett, dass wir in all dem Trubel auch ein bisschen Zeit zum Plaudern hatten. Mal sehen, wann wir wieder gemeinsam auf der Strecke sind…

  4. Laufwelt sagt:

    Na Du machst ja Sachen! Krass!

    Aber eine nette Idee und ein schöner Bericht zum Berlin-Marathon aus einer mal etwas anderen Sichtweise!

  5. Jörg sagt:

    Geile Aktion und spannenende Fotos aus der Zuschauersicht.

    Jörg

    19joerg61.blogspot.de

  6. Martin sagt:

    Das hat man dir aber nicht angesehen, am Streckenrand. Respekt. :D

    Krass, dass ich dich unter all den Menschen entdeckt habe – du musst eine Aura haben… ;)

    Danke für’s Anfeuern und den Link!

    Mein Bericht ist auch mittlerweile online.

  7. Andreas sagt:

    @Manu
    Danke, aber so krass war das nicht, ich konnte ja jederzeit aufhören, wenn ich keine Lust mehr hatte. Offensichtlich hatte ich Lust ;-)

    @Jörg
    Freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Wenn du wüsstest, wie viele Fotos ich tatsächlich gemacht habe…

    @Martin
    Na, als wir uns gesehen haben, hattest du 32 km hinter dir und ich gerade mal um die 20 km. Das ist schon ein Unterschied ;-) Aura habe ich garantiert nicht, aber ein unglaublicher Zufall war es schon, sich in all dem Chaos zu sehen. Ich war schon gespannt auf deinen Bericht und werde ihn mir gleich mal ansehen…

  8. chris sagt:

    Wow Andreas klasse nen Marathon also Supporter zu machen! Ich lag faul vorm TV ;D hatte aber ne gute Ausrede !

    Aber mit deinen Andreas I-V musst du dir was überlegen, dass verwirrt mich!
    :D

  9. Andreas sagt:

    @Chris
    Wenn ich dich bei einem Berliner Lauf nicht treffe, ist das so ungewöhnlich, dass du ganz sicher eine gute Ausrede haben musst ;-)

    Wenn wir mal endlich unseren gemeinsamen „startblog-f-meets-Flitzpiepen“-Lauf machen, stelle ich dir einige aus der Andreas-Sammlung vor!

    PS: Werde wohl wieder beim Schmalzstullenlauf dabei sein, wenn nichts anderes dazwischen kommt. Ich hoffe, wir sehen uns spätestens dann. Oder schon beim Great 10.

  10. Marek sagt:

    Genial Andreas, so verbindet man supporten und trainieren! Ja, Mona wollte eh nur den HM laufen (wobei ich das nicht könnte beim Berlin-Marathon!). Du siehst gut vorbereitet für den Herbst aus!

  11. Andreas sagt:

    @Marek
    Es handelt sich eher um die „Rest-Form“ vom Ultra-Training, da ich nichts Besonderes im Herbst vorhabe, baue ich langsam ab ;-)

  12. Din sagt:

    Hallo Andreas,

    das ist ja mal wieder eine Geschichte! Eine wirklich super Aktion und solch einen Support kann man sich ja nur wünschen. So hast du ja auch direkt die das totale Marathonerlebnis gehabt, ohne direkt auf der Strecke unterwegs zu sein. Tolle Eindrücke!

  13. Andreas sagt:

    @Din
    Die Marathon-Atmosphäre habe ich schon ziemlich direkt mitbekommen, allerdings nur auf einem recht kleinen Teil meines Marathons, denn ungefähr 27 km war ich ja alleine fernab der Strecke unterwegs (Hin- und Rückweg). Zum Marathonluft-Schnuppern und Freunde-Anfeuern war es aber natürlich wirklich klasse!

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