Mal neben die übliche Laufstrecke gucken

Veröffentlicht am 08.04.2019 | 0 Kommentare

Schild am Berliner Mauerweg, Osdorfer Straße

Unzählige Male sind wir auf dem Mauerweg in Richtung Kirschblütenallee gelaufen – aber das große Areal daneben haben wir immer links bzw. rechts liegen gelassen. Das sollte sich gestern ändern…

Laufen entlang der Parks Range

Wir wichen vom üblichen Laufweg ab und begaben uns auf Abenteuer-Neuland-Suche. Das Gebiet der „Parks Range“ hat eine bewegte Geschichte. Und während wir am Zaun entlang liefen und versuchten, den einen oder anderen Durchblick auf das Gelände zu bekommen, erzählte ich Monika und Klaus, was ich von meiner Web-Recherche in Erinnerung behalten hatte.

Blühende Bäume am rande der Parks Range

1939 befand sich hier erst ein Kriegsgefangenenlager für polnische Kriegsgefangene, das ab August 1940 zum Stammlager Stalag III D wurde, von dem aus Kriegsgefangene auf Arbeitskommandos verteilt wurden. Im Oktober 1944 gab es auf dem Gelände fast 29.000 Gefangene (größtenteils Franzosen)!  Von 1953 bis 1994 nannten die Amerikaner das Areal „Parks Range“ (nach ihrem Generalmajor Parks) und machten es zu einem Truppenübungsplatz. Es entstand die Häuserkampf-Anlage „Doughboy City“ (Fotos der Anlage), und es gab sogar einen nachgebauten U-Bahnhof  für Kampfübungszwecke hier. Seit dem Abzug der Amerikaner hat die Natur das Regiment übernommen. Laut einem Gutachten des Landesbeauftragen für Naturschutz konnten sich hier 861 Arten ungestört entfalten. Nach mehreren Verkäufen ist das Gebiet nun im Besitz eines Entwicklers, der hier Wohnungen bauen möchte.

Läufer auf dem Berliner Mauerweg, Kirschblüten-Allee

Voller neuer Eindrücke machten wir uns über den Mauerweg wieder auf den Heimweg.

Marode Holzbrücke

Allerdings mit einem kleinen Schlenk, vorbei an einer maroden Brücke…

Weg zur Mahlower Straße

… über einen Feldweg nach Teltow

Läufer auf dem Weg nach Heinersdorf

… und von dort über den neuen Radweg nach Heinersdorf.

Frühling: Blühende Bäume am Diedersdorfer Weg

Vorbei an wunderbar blühenden Bäumen kamen wir über den Diedersdorfer Weg wieder nach Hause. Allerdings nicht ohne einen weiteren kleinen Schlenk, denn Monika und Klaus wollten am Berliner Halbmarathon-Tag auch ihre persönlichen 21 Kilometer voll machen (und ich die 25).

Quellen:
Wikipedia-Artikel zur Parks Range
Großstadtwildnis in Gefahr (Tagesspiegel vom 10.11.2012)
Artikel zum Masterplan (Stadtrand-Nachrichten vom 23.09.2014)
Neues Stadtquartier in Lichterfelde-Süd nimmt Gestalt an (Berliner Morgenpost vom 06.07.2018)

Kategorien

F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen

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