Lauf-Blog für Läuferinnen und Läufer der F-Klasse

Ein spontaner Keine-Ahnung-wo-ich-hinwill-Lauf auf Rügen

Veröffentlicht am 20.09.2022 | 0 Kommentare

Kleines rotes Boot mit Außenbordmotor liegt im seichten Gewässer des Strands, im Hintergrund die Küste

Passiert mir selten, aber im Urlaub auf Rügen bin ich neulich losgelaufen, ohne irgendeinen Plan zu haben. Gut, ich wusste, dass ich irgendwo durch die Baaber Heide wollte, und dass es etwa 10 Kilometer werden sollten. Aber das war schon alles an Planung. Also erst einmal los, zum Südstrand von Göhren

Bunter Sonnenschirm an einem Zaun, darunter ein Holzschild „Vitamin Sea“ und ein weiteres Schild, das Pflaumen anbietet

Nachdem ich dort kurz für ein paar Fotos an den Strand gelaufen war, entdeckte ich – wieder oben an der Straße angekommen – einen kleinen Stand mit Pflaumen.

Seeboje mit dem Schriftzug „Luise“ auf dem Rasen, dahinter das Museumsschiff

Das Museumsschiff Luise kannte ich schon…

Alter, quaderförmiger Stein mit einer nicht zu entziffernden Inschrift „Hessisches Lager“

… aber in der Nähe machte mich ein Schild neugierig: Es wies auf das frühere Hessenlager an dieser Stelle hin. Klar, da musste ich natürlich gleich mal rauf und gucken! Aber außer einem Stein mit unleserlicher Inschrift gab es nichts weiter zu sehen. Immerhin, ein historischer Ort.

Wegweiser mit 6 Schildern in alle Richtungen (Thiessow/Lobbe, Sellin/Baabe, Alt Reddevitz/Middelhagen))

Ja, und dann begann ein Kapitel, das ich mal „Die Irrungen des Läufers A.“ nennen möchte. Wie sollte ich weiterlaufen? Ein paar Wege waren mir bekannt, würden mich aber viel zu schnell wieder nach Hause führen. Na gut, dann versuche ich mal den Weg nach Middelhagen

Der war allerdings nach einem halben Kilometer schon wieder vorbei, da er ab da bis zum Horizont über plattes Land führte. Nicht so spannend. Also spontan erneut die Richtung geändert. Und kurz darauf wieder. Irgendwie befand ich mich im Niemandsland: Was ich kannte, wollte ich nicht, und alles andere führte mich in Sackgassen. Neuer Entschluss: Ich laufe an der Straße weiter zum verlassenen Bahnhof Philippshagen!

Verlassener, heruntergekommener Bahnhof Philippshagen

Hierzu musste ich zwar ein ganzes Stück an der langweiligen Straße entlang…

Vergilbte, fast farblose Plakate „Zirkus Julius Renz“ vor einer graffiti-besprühten Gebäudewand

… aber dieser „Lost Place“ entschädigte mich zumindest…

Altes Holzfenster des verlassenen Bahnhofs, darunter ein altes Sofa

… mit ein paar Fotomotiven…

Graffiti-besprühte Fassade mit zerbrochenen Fenstern, durch die alte dreckig-weiße Vorhänge wehen

… und einem kurzen Spuk-Moment, als beim Fotografieren plötzlich die alte Gardine weit aus dem Fenster herauswehte ;-)

Breiter Waldweg

Von hier aus sollte ein Weg durch die Baaber Heide nach Baabe führen. Ich rechnete kurz nach. Das würde mich auf die gewünschten Gesamtkilometer bringen. Also, los!

Nach einiger Laufzeit hatte ich schon das Gefühl, dass ich eigentlich gleich auf die Strandstraße in Baabe kommen müsste – und stand plötzlich vor dem hinteren Gartenzaun einer Häuserreihe! Kein Durchkommen, der breite Waldweg endete tatsächlich am Privatzaun…

Banner an einem niedrigen Zaun „Corona-Testzentrum“

Also ein Stück zurück und im Wald zur Seite abgebogen. So kam ich dann mit einem kleinen Umweg im Ortskern an…

Altes Fahrrad hoch oben an einer Metallstange, das für einen Fahrradverleih wirbt

… konnte auf die mir bekannte Strandstraße abbiegen…

Stein-Skulpturen am Strand von Baabe

… und bis an die Strandpromenade Baabe durchlaufen. Von hier aus bis Göhren hatte ich noch etwa 3 Kilometer…

Blick von der Bernsteinpromenade über die Dünengräser auf die Seebrücke von Göhren

… kam an der Seebrücke Göhren vorbei…

Gepflasterter Weg mit Metallgeländern, der hinauf in den Ort Göhren führt

… und lief – soviel Ehrgeiz musste jetzt noch sein – die stramme Steigung in den Ort hinauf.

Hat am Ende ziemlich gut hingehauen mit den 10 Kilometern. Etwas weniger Orientierungslosigkeit wäre aber auch schön gewesen ;-)

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F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen

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