Lauf-Blog für Läuferinnen und Läufer der F-Klasse

Sonntagslauf zum Herkules in Kassel

Veröffentlicht am 18.08.2022 | 2 Kommentare

Blick vom Fuß der Kaskaden hinauf zum Herkules

Wieder fünf Jahre herum, wieder Kassel, wieder documenta – und natürlich auch nach 2017 und 2012 wieder hinauf zum Herkules! Wirklich schade, dass die documenta nur alle fünf Jahre stattfindet. Irgendwie muss ich es schaffen, die Stadt auch mal zwischendurch zu besuchen, es waren wieder sehr interessante und schöne Orte zu entdecken – und aus Läufersicht lohnt sich ein Lauf durch den Bergpark Wilhelmshöhe bis hinauf zum Herkules allemal…

Friedenskirche im Morgenlicht

Mein Lauf am frühen Sonntagmorgen startete an der Friedenskirche.

Gründerzeithäuser mit Jugendstil-Ornamenten an der Fassade

Vorbei an jugendstil-verschnörkelten Gründerzeithäusern…

Eingang zu einer Kirche, darüber ein Mosaik mit Maria und dem Kind

… und einer weiteren Kirche…

Stadthalle Kassel mit acht großen Säulen vor dem Portal

… kam ich zur Stadthalle mit ihren imposanten Säulen.

Ein kleines Gebäude mit 4 Säulen vor dem Eingang und darüber ein Schild „Kunsttempel“

Direkt gegenüber entdeckte ich einen „Kunsttempel“ – mit etwas kleineren Säulen.

Blick die Straße mit Tram-Schienen entlang, am Horizont ist der Herkules zu erkennen

Ich konnte die Tram-Gleise der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Horizont sehen, über dem inmitten des Bergparks der Herkules schwebte.

Vordach auf hohen schmalen Säulen vor dem Bahnhof Wilhelmshöhe

Wieder Säulen, dieses Mal die moderne schlanke Form, am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Zwischen im Gegenlicht dunklen Büschen und Bäumen ist der Herkules zu sehen

Ich machte jetzt einen kurzen Abstecher in den Aschrottpark, benannt nach Sigmund Aschrott, einem jüdischen Unternehmer, dem die Stadt Kassel viel zu verdanken hat.

Schild Willkommen im UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe

Nach nicht einmal 4 Kilometern hatte ich den Bergpark Wilhelmshöhe erreicht.

Schloss Wilhelmshöhe in der Morgensonne

Der Weg führte direkt auf das Schloss Wilhelmshöhe zu. Kurz davor bog ich rechts ab…

Historische Straßenlaterne mit Gold-Dekor

… bewunderte kurz die Parkweg-Beleuchtung…

Fassade des Schlosses Wilhelmshöhe

… und lief um das Schloss herum.

Großes, symmetrisch angelegtes Blumenbeet, im Hintergrund der Herkules in der Ferne

In zentraler Achse dahinter lag die Anhöhe mit dem Herkules.

Kleiner weißer Tempel mit umlaufenden schmalen Säulen, halb versteckt im Grün

Die nun folgenden „Sights“ kannte ich zwar schon aus den Vorjahren, aber es war trotzdem wunderbar, durch den Park zu laufen und sie neu zu entdecken. Zuerst kam ich am Jussow-Tempel vorbei…

Aquädukt in der Sonne

… kurz darauf am Aquädukt

Teufelsbrücke in der Landschaft

… und schließlich an der Teufelsbrücke.

Treppenstufen führen neben der Plutogrotte weiter hinauf in den Park

Zwischendurch musste ich immer mal stehen bleiben. Zum Verschnaufen, aber auch zum Orientieren, denn was als geplante Strecke auf der Karte einfach aussieht, gibt einem vor Ort manchmal Rätsel auf. Nun musste ich an der Plutogrotte rechts die Treppen nehmen.

Felseneck, ein historischer Steinbau am Wegesrand

Rechts von mir entdeckte ich wenig später ein weiteres kleines historisches Bauwerk, das Felseneck.

Holztisch mit blauen Plastik-Kisten, darin leere Flaschen Sekt

Nach so einigen anstrengenden Höhenmetern war ich endlich am Fuß der Kaskaden angekommen. Hier hatte offensichtlich jemand noch vor kurzem gefeiert.

Alte Mauer am unteren Wasserbecken der Kaskaden

Noch einmal kurz umgesehen, und dann ging es los, die Treppen zum Herkules hinauf!

Treppenstufen hinauf zum Herkules

539 Stufen galt es zu bewältigen…

Weiße Statue eines Kentauren spiegelt sich im Wasserbecken

… aber glücklicherweise gab es zwischendurch öfter etwas zu sehen – eine willkommene Ausrede, um stehen zu bleiben und kurz die Beine auszuruhen, die immer schwerer wurden.

Weiße Statue des Meeresgottes Triton spiegelt sich im Wasserbecken

Die im Morgenlicht weiß strahlenden Statuen von Kentaur (voriges Foto) und Triton spiegelten sich beim Riesenkopfplateau im Wasser.

Weiße Statue von Pan auf Felsen sitzend

Bei der nächsten „Station“, der Vexierwassergrotte, warteten weitere Statuen auf mich: Hirtengott Pan, …

Statue von Chronos mit Sanduhr und Sense hinter einem Bauzaun

Chronos, der für die Zeit und den Tod steht, …

Statue von Eris mit Schlangen hinter einem Bauzaun

… sowie Eris, die Göttin der Zwietracht und des Streits.

Blick die Kaskaden hinunter auf den Bergpark und die dahinter liegende Stadt Kassel im Gegenlicht

Endlich oben angekommen wurde ich mit einem großartigen Panoramablick über die im Morgendunst liegende Stadt belohnt.

Oktogon mit dem oben stehenden Herkules im Gegenlicht

Kurz die Ankunft auf dem „Gipfel“ dokumentiert: Herkules von hinten im Gegenlicht…

Spiegelung des Oktogons mit Herkules (und einem weißen Baugerüst an der Seite) im Wasserbassin

… als Wasserspiegelung mit dem Kopf nach unten…

Läufer-Selfie mit Herkules

… und im Hintergrund des Läufer-Selfies.

Steinstufen entlang der Kaskade

Und dann ging es auch schon wieder zurück und hinunter. Dummerweise zickte nun meine Laufuhr und wollte keinen einzigen Meter mehr aufzeichnen. Erst ein Neustart und der Beginn einer neuen Lauf-Aufzeichnung brachte Abhilfe.

Landschaft mit Bäumen und Felsen

Auch bergab gab es interessante Ausblicke, sie zogen nur deutlich schneller an mir vorbei ;-)

Parkweg, zwischen den Bäumen ist die Löwenburg zu sehen

Mit Schwung lief ich auf die Löwenburg zu, die sich in einem „Fenster“ der Parkbäume zeigte.

Eingang zur Löwenburg

Die „Burg“ ist eigentlich ein Lustschloss und wurde einst Ende des 18. Jahrhunderts als künstliche Burgruine erbaut. Nachdem ich mich ein wenig umgesehen hatte, sollte es weitergehen, aber irgendwie war der weitere Weg unklar. Am Ende lief ich spontan den falschen (nicht geplanten) Weg. Aber irgendwie kam ich in einem Bogen auf die Mulangstraße – und die gehörte wieder zu meiner „offiziellen“ Strecke!

Kleine Pagode mit rotem Dach im Bergpark, umgeben von Bäumen

Als letztes historisches Highlight kam ich dort an der Pagode vorbei, die ehemals Bestandteil des „chinesischen Dorfes Mou-lang“ war, das ab 1781 hier erbaut wurde. Auf was für Ideen die Adeligen damals kamen!

Asphaltierter Fußweg zwischen Bäumen, entlang der Autostraße

Der verbleibende Weg zurück war unspektakulär und führte mich in einem etwas erweiterten südlichen Bogen durch das Stadtgebiet…

Blick von der Brücke auf die Gleise zum Bahnhof Wilhelmshöhe

… mit Blick auf den Bahnhof Wilhelmshöhe, dieses Mal von südlicher Seite.

Mit Pollern abgesperrter Festplatz mit kleiner Bühne, Bierzelt-Bänken und Sonnenschirmen

Auch an den Aufbauten eines Stadtfestes kam ich vorbei.

Mit Rasen begrünte S-Bahn-Trasse mit Blick auf den Herkules in der Ferne

Und kurz vor Schluss gab es noch einmal einen weiten Blick über die Tram-Gleise zum Herkules. Da, ganz weit hinten, ganz oben, war ich gerade gewesen! Zufrieden machte ich mich an das letzte Stück.

Karte mit der eingezeichneten Strecke

Es waren insgesamt nicht einmal 15 Kilometer, aber die ca. 350 Höhenmeter inklusive der zahlreichen Treppenstufen spürte ich deutlich in den Beinen – und das auch noch nach Tagen!

PS: Martin, ich weiß, ich hätte mich melden sollen, wenn ich schon mal in deiner Nähe bin! Aber der Kurzaufenthalt gab eine Verabredung einfach nicht her. Wie gesagt: Ich hoffe, ich bin mal zwischen den documentas wieder da…

Kategorien

F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen

2 Kommentare zu “Sonntagslauf zum Herkules in Kassel”

  1. Martin sagt:

    Hehehe. Bis zum PS habe ich beim Lesen ständig dieses “Hä, was soll’n das?” im Hinterkopf gehabt und formulierte schon den Anraunzer hier imKommentarfeld vor…

    Schön, dass es dir gefallen hat. Meine Strecke wäre noch etwas traillastiger geworden. Dafür aber mit mehr Natur und etwas abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten.

  2. Andreas sagt:

    Martin, ich habe tatsächlich vorher überlegt, ob ich dich gleich am Anfang des Artikels anreden sollte, um den Anraunzer auf jeden Fall zu vermeiden ;-) Glücklicherweise bist du bis zum „PS“ gekommen…

    Ich weiß zwar nicht, ob ich dann werde mithalten können, aber ich komme gerne auf deine traillastige Strecke zurück!

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