Lauffilm: Saint Ralph – Ich will laufen

Veröffentlicht am 21.01.2012 | 4 Kommentare

Läufer auf Zielgeraden

Wenn man sich die Listen mit den bekanntesten Lauffilmen so ansieht, taucht dieser Film meist nicht auf. Wahrscheinlich, weil es sich „nur“ um einen Film für Jugendliche handelt. Ich habe ihn aber neulich gesehen, natürlich mit Läufer-Augen, und fand ihn sehr empfehlenswert…

Der Sieg beim Boston-Marathon wäre ein Wunder

Der 14-jährige Ralph hat es im Kanada der 50er-Jahre nicht leicht an einer katholischen Schule: sein Rauchen und erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht bringen ihm eine Menge Ärger ein. Dazu kommt, dass seine alleinerziehende Mutter im Krankenhaus liegt, und er sich alleine zuhause durchschlagen muss. Eines Tages fällt seine Mutter ins Koma, und die Situation eskaliert für ihn, da es nach Aussagen der Ärzte schon eines „Wunders“ bedürfte, um sie aus diesem Zustand zu holen.

Aber als der Direktor der Schule ihn zur Strafe für eine weitere Undiszipliniertheit zur Teilnahme am Training der Geländelauf-Gruppe der Schule verdonnert, tut sich plötzlich eine Chance auf. Eine im Spaß dahingesagte Erwähnung des Trainers zum Boston-Marathon  – dass keiner seiner Jungs dort teilnähme, weil es für einen Jugendlichen schon eines Wunders bedürfte, dort zu gewinnen – führt für Ralph zur Gleichung: Wenn ich den Marathon gewinne, ist das das Wunder, dass meine Mutter aus dem Koma holt! Und er fängt an zu trainieren…

Ralphs Lauftraining

Läufer mit Rucksack beim Hügellauf

Das hört sich auf den ersten Blick kitschiger an, als es im Film umgesetzt wird. Natürlich ist es ein Märchen, aber die Geschichte wird meiner Meinung nach doch recht sensibel umgesetzt. Und natürlich sind für einen Läufer die Szenen des Lauftrainings besonders unterhaltsam. Wie Ralph sich mit einem Buch des verrückt gewordenen Laufexperten Longboat („Dennis Longboat’s Secrets to Marathon Success“) an sein Training macht, durch die Hügel und Felder Ontarios läuft, treppauf, treppab durch das Schulgebäude trabt oder mit dickem Rucksack die Hügel hochrennt, ist einfach nett anzuschauen und macht Lust, gleich selber wieder die Laufschuhe anzuziehen, zumal so mancher Satz des immer wieder aus dem Off dazu zitierten Longboat mich an aktuelle Laufbibel- und Laufmagazin-Weisheiten erinnert hat.

Wesentlich mehr Qualität bekommt Ralphs Lauftraining aber erst, als sich Pater Hibbert, der Trainer der Geländelauf-Gruppe und frühere erfolgreiche Marathonläufer, sich seiner annimmt:

Wieviele Meilen laufen Sie die Woche?“
„60“
„Das ist nicht annähernd genug!“
„Ach nein? Longboat sagt, das wäre angemessen.“
„Longboat? Longboat verlor den Verstand! Wie sieht ihr Training aus?“
„Bei jedem Lauf gebe ich mein Äußerstes, und ich esse 5 rohe Eier zum Frühstück, und ich schlafe immer mit dem Kopf Richtung Norden.“
„Vollkommener Schwachsinn. Sie werden Boston niemals gewinnen, aber wenn sie trotzdem teilnehmen wollen, trainiere ich sie.“

„Hallelujah“ für Marathon-Läufer

Wie die Geschichte ausgeht verrate ich natürlich nicht, aber wenn ihr mal Gelegenheit bekommt, den Film zu sehen, dann kann ich euch unterhaltsame 94 Minuten versprechen.

Besonders gefallen hat mir – natürlich – die Sequenz vom großen Rennen beim Boston-Marathon, die zwar, wie in solchen Fällen üblich, dramatisch mit Gegenschnitten arbeitet, aber musikalisch eben nicht auf irgendeinen heroischen The-Final-Countdown-Song zurückgreift, sondern von einer wunderbaren Version des Leonard-Cohen-Songs „Hallelujah“ (gesungen von Gord Downie) untermalt wird, die gleich Einzug in meine Playlist gehalten hat.

 

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4 Kommentare zu “Lauffilm: Saint Ralph – Ich will laufen”

  1. Hanna sagt:

    Den Film will ich sehen!

  2. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Hanna
    Ja, und dann gleich selber mit dem Training für Boston anfangen ;-) Sag dann mal, wie du den Film findest, wenn du ihn gesehen hast…

  3. Läufer-Blog.de sagt:

    Wo hast du denn den Film gesehen bzw. wo kann man den finden?

    Sport frei!
    Thomas

  4. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Thomas
    Ich habe den Film vor Monaten irgendwo als DVD günstig gekauft (und es erst jetzt geschafft, ihn anzusehen ;-) Du findest ihn aber auch z.B. bei Amazon.

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