Die schwerste Läufer-Entscheidung: Laufen oder nicht laufen?

Veröffentlicht am 27.07.2011 | 2 Kommentare

Stop-Schild

Heute, an meinem Intervalltrainings-Mittwoch, standen 5 x 2000 Meter in knapp unter 5:00 min/km auf dem Programm. Mann, war das hart! Aber nicht die Trainingseinheit, sondern die Entscheidung, ob ich sie überhaupt laufen oder doch lieber pausieren soll…

Seit dem Wochenende zieht es nämlich im hinteren Oberschenkel. Nicht schlimm, aber beharrlich. Irgendwie ist mir die Gartenarbeit nach dem – eher gemütlichen – langen Lauf am Sonntag nicht gut bekommen. Gestern der Lauf mit Klaus und Andreas II. verlief eigentlich ganz gut, aber das Ziehen war danach im Laufe des Tages immer noch genauso zu spüren. Und heute früh sollte nun die Tempoeinheit folgen. Mmh.

Beim Aufstehen spürte ich gleich: über Nacht hatte sich die Sache nicht von alleine erledigt. Aber mal sehen. Ich lief also ruhig los, 2 Kilometer zum Warmlaufen, wie immer. Der Oberschenkel war zu spüren, aber ich hatte das Gefühl, ich würde ihn so langsam warmlaufen. Tatsächlich wurde es besser, aber  je näher ich meiner Intervallstrecke kam, desto größer wurden die Zweifel. Wäre es nicht vollkommen blödsinnig, leichtfertig eine längere Verletzungspause zu riskieren? Intervalltraining, den Muskel so richtig zu fordern, wo der gerade Ruhe benötigte?

Und dann, wie in der alten Waschmittelwerbung, baute sich mein anderes Läufer-Ich auf der Gegenseite auf: „Und der Trainingsplan? Du bist so gut in der Marathonvorbereitung, da willst du doch wohl nicht wegen eines kleinen Wehwehchens aussetzen? Das gibt sich bestimmt von selber wieder, wenn du erst einmal Tempo machst!“ Ja, aber was, wenn ich dadurch erst richtig in die Verletzung reinlaufen würde? Dann liefe es statt auf 1-2 Ruhetage vielleicht auf 1-2 Wochen Laufpause hinaus!

So lief ich, mit mir kämpfend, weiter auf den Startpunkt des ersten Intervalls zu. Und ich weiß nicht, wie es kam, aber wenige dutzend Meter davor bog ich in einer Impulsreaktion in eine Seitenstraße ab und die Entscheidung war gefallen! Nicht, dass ich mich jetzt viel besser fühlte, nein, ich haderte schon mit mir. Aber innerlich wusste ich: eine ausgefallene Tempoeinheit gefährdet in keinster Weise den Herbstmarathon, eine mehrwöchige Laufpause dagegen schon. So wandelte ich dann schweren Herzens die Intervall-Einheit in 5 Kilometer „therapeutisches Laufen“ um…

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F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen, Laufverletzungen

2 Kommentare zu “Die schwerste Läufer-Entscheidung: Laufen oder nicht laufen?”

  1. ultraistgut sagt:

    Wenn du mich fragen würdest, ich finde deine Entscheidung richtig, wenn der Körper Signale gibt, darf man sie nicht überhören, das haben schon mehr vor dir getan, und den Rest der Geschichte kennst du ja wohl auch !!

    Gute Besserung und pass‘ auf dich auf !

  2. webmaster@startblog-f.de sagt:

    Danke für deine guten Wünsche. Im Nachhinein bin ich auch wirklich froh, dass ich die Intervalleinheiten nicht gemacht habe. Aber die Entscheidung fiel wirklich verdammt schwer…

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