Ein Drei-Höhen-Lauf durch Tempelhof

Veröffentlicht am 03.04.2010 | 3 Kommentare

Läufer auf der Steigung der Rodelbahn

Der Rennsteiglauf-Halbmarathon rückt näher und so langsam kommt die Erkenntnis durch, dass wir Berliner Ebenenläufer uns ein wenig auf das anspruchsvollere Terrain vorbereiten sollten. Andreas V. hatte daher für unseren heutigen Lauf eine Strecke ausgearbeitet, die ihn, Hartmut und mich gleich über drei Tempelhofer „Berge“ (oder sagen wir lieber „Höhen“) führte…

GartenzwergeVerpflegungsstand am Stadion

Die Sonne schien zwar frühlingshaft schön – was gleich zu einer deutlichen Vermehrung der Gartenzwerge am Wegesrand geführt haben mag – aber mit etwa 2 Grad war es doch zu Beginn empfindlich kalt. Zu unserem Erstaunen war am Volksparkstadion Berlin ein Verpflegungsstand aufgebaut. Etwas mehr als 6 Kilometer auf der Uhr, das passte schon. Richtige Wettkampfbedingungen ;-)

Läufer auf dem Rodelberg

Gleich darauf wurde es auch zum ersten Mal anstrengender: es ging den Rodelberg im Volkspark Mariendorf hinauf. Liegt immerhin ca. 70 Meter  hoch und war zeitweise als „Mariendorfer Todesbahn“ bekannt, weil es an der Steilkurve zu tödlichen Unfällen gekommen war. Wir drei Läufer hatten allerdings bergauf keinerlei Probleme mit überhöhter Geschwindigkeit ;-)

Volkspark Mariendorf

Der Weg bergab führte uns dann durch den im Sonnenlicht liegenden Park und anschließend weiter durch die Straßen Tempelhofs, der nächsten (Steigungs-)Herausforderung entgegen.

Läufer auf der Marienhöhe

Nach einigen weiteren Kilometern erreichten wir die Marienhöhe, wie fast alle Berliner „Berge“ eine künstliche Erhebung: eine Grundmoräne, die es durch zeitweilige Verwendung als Mülldeponie zu einer Höhe von 73 Metern gebracht hat. Immerhin wurde hier wegen des hellen Sandes 1922 der Monumental-Wüstenfilm „Das Weib des Pharao“ (eine der aufwändigsten deutschen Produktionen damals) gedreht. Sowohl vom Weib als auch vom Pharao war enttäuschenderweise für uns Läufer heute nichts mehr zu sehen.

Gedenkstein MarienhöheAusblick mit TP Rauenberg

Auch diese „Berg-Etappe“ brachten wir leicht schnaufend aber erfolgreich hinter uns. Zur Belohnung gab es oben das Hartmut-Läufer-Frühstück (ein Mars). Ein großer Gedenkstein erinnert hier, auf der Marienhöhe, an schlechte (Kriegs-)Zeiten und ein etwas unauffälligerer, kleiner an den Trigonometrischen Punkt Rauenberg.

Läufer auf Weg

Bergab habe ich dann mal versucht meine beiden Vorläufer von oben zu fotografieren, was sich – ebenso wie bei allen anderen Lauf-Fotos – natürlich gleich rächte, da ich anschließend kräftig das Tempo erhöhen musste, um wieder den Anschluss an die beiden zu bekommen.

Läufer auf dem Insulaner

Die dritte Bergstation des Morgens folgte wenig später. Es ging den Insulaner hinauf. Ebenfalls ein Trümmerberg, aber mit 78 Metern noch ein wenig höher als die vorangegangenen. Andreas V. hatte sich für uns eine kleine Überraschung ausgedacht, denn nachdem es erst eine Steigung hochging, führte uns der Weg wieder hinab zur Straße. Allerdings nur, damit wir von dort „mit Anlauf“ die Rodelbahn hinauflaufen konnten!

Läufer auf der Rodelbahn

Hartmut immer vorneweg (ich glaube, er hatte die größere Mars-Hälfte bekommen) ging es also ein letztes Mal so richtig bergauf. War anstrengend, hat aber Spaß gemacht.

Läufer auf Brücke

Nun ging es entspannt wieder Richtung Heimat: über den Teltowkanal, …

Läufer zwischen Zäunen

… auf einem schier endlosen Weg zwischen dem Gasag-Gelände und Kleingärten an der S-Bahn-Trasse, …

Schilder an der BahntrasseMariendorfer Gasometer

… vorbei an Schildern, die jegliche Rauchentwicklung untersagten (was ist mit qualmenden Läufer-Socken?) und dem Mariendorfer Gasometer, …

Läufer mit Schild 13%-Steigung

… bis hin zur allerletzten deftigen, aber kurzen Steigung. Von da ab war der Rest nur noch auslaufen und wir waren nach etwa 19 Kilometern wieder zurück am Ausgangspunkt. Die GPS-Auswertung (auf die ich wie immer nicht meine Laufschuhe verwetten würde):

Distanz: 19,08 km
Höhendifferenz: 89 Meter (Höhe von 52 Meter bis 140 Meter)
Gesamtanstieg: 255 Meter
Gesamtabstieg: 262 Meter

Karte Drei-Höhen-Lauf

Kategorien

F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen

3 Kommentare zu “Ein Drei-Höhen-Lauf durch Tempelhof”

  1. Running Twin Marek sagt:

    Liest sich richtig gut. In Berlin ist es schon nicht so einfach, ein paar „Berge“ zu finden. Komm‘ doch mal nach Köpenick, wir haben immerhin den höchsten in Berlin…

  2. Hannes sagt:

    Hügel? Ich finde, das sieht wie das reinste Gebirge aus ;-)

  3. Julie sagt:

    Den Hügel vom ersten Bild hab ich doch gleich wiedererkannt. Den laufe ich auch öfter. Schöne Runde, die Ihre Euch da ausgeguckt habt. Die Marienhöhe werde ich demnächst auch mal erkunden. Danke für die Anregung!

    Und frohe Ostern!

Kommentare sind geschlossen.