Buchstabenlauf – Die 2. Etappe

Veröffentlicht am 11.05.2008 | 3 Kommentare

Buchstabenlauf, Etappe 2
Gestern habe ich mit Monika und Klaus die 2. Etappe der von Salomon und Nokia präsentierten XT Wings Challenge absolviert. Ein Buchstabenlauf, der uns dreien wirklich gefallen hat: wir waren bei schönstem Frühlings-Sonnenwetter in Charlottenburg unterwegs…

Laden DornröschenSchustehrus Park
Start und Ziel waren dieses Mal am Lietzensee. Der erste Buchstabe des Morgens sollte ein „Ä“ werden, und wir begannen, wie es sich gehört, links unten, nämlich am Kaiserdamm Ecke Wundtstraße.

Auf unserem Weg „an die Spitze“ bekamen wir gleich einen Eindruck von dem, was da noch kommen sollte: viele kleine, urige Läden (wir wissen jetzt, wo Dornröschen wohnt, und dass sie sich ihren Unterhalt in der Bärenklinik verdient!), Grünanlagen (der Schustehruspark) und hin und wieder beeindruckend schöne alte und neue interessante Berliner Wohnhäuser (da meine beiden Begleiter „vom Fach“ sind, fiel uns gleich ein Haus des Architekten Hinrich Baller auf).

Skulpturen der Abguss-Sammlung
Wie bereits auf der ersten Buchstabenlauf-Etappe, wurde das eigentliche Laufen doch häufig von „Fototerminen“ unterbrochen. An Orten wie der Abguss-Sammlung Antiker Plastiken kann ich einfach nicht vorbei, ohne einige Fotos zu machen. Aber wir müssen weiter – die Striche auf das „Ä“ laufen…

Schloss Charlottenburg
Der linke „Ä“-Strich führt uns an den Spandauer Damm mit Blick auf einen Seitenflügel von Schloss Charlottenburg. Schnelles Foto und wieder zurück, schließlich sollen es ja zwei Striche werden.

Schaufenster mit dem Bremer Wappen
Plötzlich ein kurzer Ausruf von Klaus, der mit dem von mir vorbereiteten Buchstabenlauf-Stadtplan etwas vorausgelaufen war. Er hat ein Geschäft mit tollen alten Beschlägen entdeckt! Und auch ich als gebürtiger Bremer komme auf meine Kosten, da den Mittelpunkt des Schaufensters ein Mosaik mit Bremen-Wappen bildet. Das verlangt natürlich nach einem weiteren Foto.

Nach einem dieser Fotostopps fällt mir auf, dass der Nokia Sports Tracker – die Handy-Software, die unsere Route per GPS aufzeichnet – nicht mehr läuft. Mist! Mein hektisches Drücken auf dem Handy endet mit der Erkenntnis, dass das doch nur die „Autopause“ war, die den Tracker bei Geschwindigkeiten unter 2 km/h vorübergehend anhält. Aus Versehen habe ich aber nun diese Tour gestoppt. Wie sagt der Läufer? Dumm gelaufen! Also neue Sports Tracker Tour gestartet und weiter, auf uns wartet nun ein „N“.

Vor der Deutschen OperRathaus Charlottenburg
Von der Deutschen Oper (auf dem Spielplan: „Lohengrin“) aus geht es die Richard-Wagner-Straße hinauf, vorbei an schönen Häusern, bis an die Otto-Suhr-Allee. Hier biegen wir rechts ab und laufen die Allee entlang. Inzwischen ist es so sonnig warm geworden, dass wir froh sind, auf der Schattenseite zu laufen. Links liegt nun das Rathaus Charlottenburg mit seinem imposanten, 88 Meter hohen Turm.

Laufen in der FranklinstraßeAuf der Marchbrücke
Am Ernst-Reuter-Platz biegen wir in die Marchstraße ein. Auf der gleichnamigen Brücke, die hier über den Landwehrkanal führt, macht Klaus ein Foto von Monika und mir. Als es weitergeht haben wir Glück, dass ich mich aufgrund eines leisen Geräusches umdrehe: unser Plan, den Klaus mir kurz zum Halten gegeben hatte, ist mir hinten aus dem Gurt gerutscht und liegt nun auf der Straße. Ohne Plan kein Buchstabenlauf. Na, das hätte ja was werden können…

Steinlamm auf der Gotzkowsky-BrückeGewerbegebäude an der Franklinstraße
Der „Schlussstrich“ unseres ersten „N“ endet auf der Gotzkowskybrücke an der Spree, die auf unserer Uferseite von zwei liegenden Widdern bewacht wird. Von hier aus müssen wir nun ein fast 3 Kilometer langes Verbindungsstück zum nächsten Buchstaben laufen, der in der zweiten Zeile des Buchstabenspruchs liegt.

Zuerst geht es auf der Franklinstraße wieder zurück durch das alte Charlottenburger Industrieviertel, wo bereits 1837 eine der ersten Maschinenbauanstalten Berlins stand und auch Siemens & Halske einen Teil seines Werkes hatte. Wie sich herausstellt, sind wir alle drei Fans der alten Backstein-Fabrikgebäude, die man immer mal wieder zwischen den zahlreichen Autohändler-Niederlassungen entdeckt.

Skulpturen an der TUOberverwaltungsgericht
Auf der Hardenbergstraße laufen wir dem Bahnhof Zoo entgegen und entdecken dabei dramatische Skulpturen-Szenen (was zum Teufel machen die da?) vor der TU und das säuleneingerahmte Eingangsportal des Oberverwaltungsgerichts.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
Der Blick auf den Bahnhof Zoo und die etwas die Straße hinauf liegende Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ist dagegen eher ernüchternd, so dass wir schleunigst unseren Weg zum bald beginnenden „T“ fortsetzen.

Schaufensterpuppe bei Beate UhsePlakat für das Musical „Elisabeth“ am Theater des Westens
Waren wir gerade eben noch an den Schaufenstern des Beate Uhse Erotik Museums vorbeigelaufen, kommen wir nun an den Plakaten der „Sissi“ vorbei, die groß am schönen Bau des Theater des Westens prangen und für das Musical „Elisabeth“ werben. Ja, das ist Berlin: in weniger als 100 Metern von der Reizwäsche zum Prachtkleid der Kaiserin…

Delphi-Kino an der Kantstraße
Gleich neben dem Theater des Westens liegt das nicht minder beeindruckende Delphi-Kino, das mich zu einem weiteren Fotostopp zwingt. Bestzeiten sind auf einem Buchstabenlauf nicht zu erzielen. Aber das war ja auch nicht beabsichtigt. Schönes Foto. Weiter.

Stilwerk an der KantstraßeSavignyplatz
An der Kantstraße entlang führt uns nun unser Lauf am „Stilwerk“ und dem Savignyplatz vorbei. Wir sind schon an der Leibnizstraße als uns plötzlich auffällt, dass wir zu weit gelaufen sind. Für den senkrechten Strich des „T“ hätten wir bereits an der Bleibtreustraße links abbiegen müssen! Kein Problem, bei unserem guten Trainingsstand kommt es auf den halben Kilometer nun auch nicht drauf an. Also wieder zurück…

Kleines Obstgeschäft an der KantstraßeÄgyptische Figuren vor einem Geschäft in der Bleibtreustraße
Der Obsthändler, dessen winzigen Straßenladen ich gerade so nebenbei fotografieren will, droht lachend mit einer Riesenmöhre und auch die Anubisstatuen vor dem Laden in der Bleibtreustraße machen einen abschreckenden Eindruck. Scheint hier der gefährliche Teil der Strecke zu sein ;-)

BäckerPause mit Croissants
Die nagelneuen Salomon-Laufschuhe, die sich auf solch einer langen Asphalttour – für die sie ja nun wirklich als Trailschuhe nicht gedacht sind – erstaunlich gut laufen lassen, haben ein Problem mit meinem kleinen rechten Zeh, der anfängt zu drücken. Oder war es der Zeh, der ein Problem hatte und die Schuhe drückten? Egal, die Bank vor einem Bäckerladen lädt zum Verweilen ein und während ich meinen Zeh mit einem Pflaster beruhige, kauft Klaus für uns drei Croissants. Ah, tut gut, wenn man kaum gefrühstückt hat und bereits über 11 km durch die sonnige Stadt gelaufen ist.

Modernes Gemälde im SchaufensterAltes Berliner Wohnhaus
Nach dieser kleinen Stärkung vollenden wir das „T“ und laufen gleich weiter zum Anfang eines weiteren „N“. Wir sind uns einig, dass das hier nicht ein samstagsüblicher „langer Dauerlauf“ ist, sondern eine etwas andere „Sightseeing“-Tour. Weit besser als mit dem Auto oder Bus, denn man hat deutlich mehr Muße, die Umgebung wahrzunehmen und Entdeckungen zu machen, und auch besser als ein Spaziergang, da man doch wesentlich weiter herumkommt. Ich schlage vor, „laufende Führungen“ anzubieten und möchte das neu zu gründende Unternehmen „SightJog“ nennen. Na, und falls es doch nicht zur Gründung kommt, für alle Interessierten an dieser Stelle ein heißer Tipp: es stehen noch fünf weitere Buchstabenläufe an ;-)

Irish PubSt.-Georg-Brunnen
Wir kommen an einem um diese Zeit noch schlummernden Irish Pub vorbei und laufen auf einen beachtlichen Brunnen mit Säulen, Wasser spuckenden Skulpturen und allem Drum und Dran am Ende der Giesebrechtstraße zu. Wie ich später zuhause nachlese handelt es sich um den St.-Georg-Brunnen, der ursprünglich im Hof eines Hauses gestanden hat (!) und 1975 an diese Stelle verfrachtet wurde.

Adenauerplatz mit BrunnenplastikImbiss am Stuttgarter Platz
Am Adenauerplatz ist unser zweites „N“ an diesem Tag fertig und wir beginnen mit einem – na? – richtig: noch ein „N“! Dieses „N“ führt uns zuerst vom Stuttgarter Platz, von Imbissbesitzern und Anwohnern auch gerne „Stutti“ genannt, gen Norden.

Werbung an einem SexclubSpuren des Halbmarathons
Der Stuttgarter Platz bietet aber nicht nur Currywurst am Container sondern auch allerlei Sexclubs. Einen richtigen Läufer im Einsatz kann das allerdings höchstens eine Sechzigstel für ein Foto ablenken. Der wahre Läufer nimmt ohnehin als erstes die Banane – Inbegriff schneller Kohlenhydrate – war ;-) Und barfuß laufen? Nee!

Etwas später, bereits am ehrwürdigen Amtsgerichtsplatz, macht Monika eine „echte“ Läufer-Entdeckung. Die drei gelben Streifen auf dem Asphalt bedeuten nichts anderes, als dass wir hier noch vor wenigen Wochen beim Halbmarathon entlang gelaufen sind!

Schöner Hauseingang in der Kuno-Fischer-StraßeHaus am Lietzensee
Unser Buchstabenlauf endet schließlich mit der Vollendung des dritten „N“ am südlichen Ende des Lietzensees.

Gruppenbild der Teilnehmer der 2. Buchstabenlauf-Etappe
Eine freundliche Dame macht auf unsere nicht minder freundliche Anfrage hin ein Foto von uns dreien mit Blick auf den Lietzensee. So ganz fertig sind wir allerdings noch nicht, denn es sind noch etwa 1,5 km bis zum Auto. Nach der Pflicht ist dies aber die Kür, denn nun geht es am See entlang durch eine üppig angelegte Grünanlage.

Skulptur am LietzenseeStaffelläufer-Skulptur am Lietzensee
In solch einem Park dürfen natürlich Skulpturen nicht fehlen und so gibt es zum Abschluss noch einige Fotos: dank Monikas Hilfe wurde der „Staffelläufer“ (mit abgebrochenem Staffelstab) zum „Buchstabenläufer“ (mit unserem Plan in der Hand).

Am Ende dieser 2. Etappe des Buchstabenlaufs noch einmal ein herzliches Dankeschön an meine beiden Mitläufer. Das war ein wunderbarer Lauf mit euch durch das vormittägliche Charlottenburg!

Läufer-Romantik am Lietzensee

» Fotos der 2. Buchstabenlauf-Etappe in besserer Qualität auf flickr.com
» Berlinkarte mit den Fotos der 2. Buchstabenlauf-Etappe auf flickr.com
» Luftbild mit dem 2. Buchstabenlauf in höherer Auflösung (1,5 MB)
» Luftbild mit dem Buchstabenlauf-Gesamtstatus in geringer Auflösung (124 k)
» Luftbild mit dem Buchstabenlauf-Gesamtstatus in hoher Auflösung (3,7 MB)

Kategorien

Buchstabenlauf, Lauferfahrungen, Laufevents

3 Kommentare zu “Buchstabenlauf – Die 2. Etappe”

  1. monika sagt:

    lieber Andreas,
    Deine Schilderungen zu unserem Lauf sind wirklich toll und sehr umfangreich. Es war eine tolle Strecke und wir haben es sehr genossen. Es war optimal. Wir haben von Berlin viele schöne neue Ecken entdeckt, vor allem das Viertel um die Zillestraße. Vielen Dank für diesen Lauf!
    Wir sind bald wieder mit dabei!
    Beste Grüße
    Monika

  2. Gerd sagt:

    Hallo Andreas,
    läuft ja prima mit deiner Challenge. Ich drücke dir die Daumen das es so weiter geht. Bei mir hängt es im Augenblick. Ich hoffe, dass ich bald wieder auf dem Damm bin!
    Gruß Gerd

  3. Jessica sagt:

    Hallo Andreas! Schöner Bericht und interessante Fotos zu Deiner 2. Etappe. Ich wünsche Dir für Deine weiteren 3 Etappen gutes gelingen und viel Spaß?
    Viele Grüße Jessica

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