Berlin läuft… 25-km-Lauf am 04.05.2008

Veröffentlicht am 04.05.2008 | 7 Kommentare

Gruppenbild mit Dame nach dem 25-km-Lauf zum Olympiastadion
Heute fand der 25-km-Lauf mit Ziel im Olympiastadion statt. Mit neuem Namen – „Berlin läuft…“ – und neuem Veranstalter sollte fortgesetzt werden, was bisher als „Run Berlin“ bekannt war. Monika, Klaus, Hartmut, Jürgen und ich haben uns aufgemacht, zu testen, ob sich die 25 Kilometer bis zum Olympiastadion unter den neuen Voraussetzungen vielleicht sogar besser laufen lassen…

Das Wetter war bereits am frühen Morgen (fast zu) gut und nachdem wir einen Parkplatz in der Marathonallee (!) gefunden hatten – seit dem Buchstabenlauf kennen wir uns ja ein wenig in der Gegend aus – ging es zum Olympiastadion. Das erste Highlight waren, wie auch in den vergangenen Jahren davor, die Toiletten im Stadion. Wer schon einmal vor einem Laufevent stundenlang vor Dixi-Klos angestanden hat, weiß diese Fülle von feinster, sofort verfügbarer Keramik zu schätzen. Gar nicht so viel später standen wir dann bereits im Startfeld und warteten darauf, dass es losgehen würde. Die Sonne schien spürbar, mir wurde bereits warm. Mmh, mal sehen, wie sich das beim Laufen auswirken würde.

Hartmut war schnell im Spitzenfeld untergekommen, Monika wollte uns lieber von weiter hinten jagen und Klaus, Jürgen und ich warteten geduldig in „B2“. Jetzt ging es los. Klaus und ich hatten beschlossen, gemeinsam zu laufen und liefen die ersten Kilometer recht zügig an. Da die ersten Kilometer stetig bergab gehen, hatten wir uns bald einen kleinen „Vorsprung“ auf unseren geplanten 5er-Schnitt erlaufen. Nun mussten wir sehen, dass wir uns auf die 5 Kilometer pro Stunde einpegelten, was auch ganz gut gelang.

Klaus und ich bei Kilometer 12 am Potsdamer PlatzAm Potsdamer Platz, bei Kilometer 12, jubelte uns bereits meine Familie (Doro, Felix und Marie) entgegen. Und obwohl man sich wirklich nur für wenige Sekunden im Vorbeilaufen sieht, ist es doch immer wieder motivierend und gibt einem wieder einen Kraftschub für die nächsten Kilometer (und ein Foto von Doro für das startblog-f ;-). Leider war Klaus zuvor gerade 2 Wochen krank gewesen und daher nicht in Normalform, was er ab Kilometer 13 immer deutlicher zu spüren bekam. So kam es, dass wir uns ab der Getränkestation bei Kilometer 15 trennten und ich voranlief.

Erstaunlicherweise machte mir die Wärme kaum etwas aus und ich lief (fast) wie ein Uhrwerk. Eine starke Motivation war dabei die Erinnerung an den Drittelmarathon in Potsdam am vergangenen Wochenende, bei dem ich gemerkt habe, dass ich durchaus auch ein Tempo unter 5 Minuten laufen kann. Einen weiteren Energieschub gab mir der Blick auf die Uhr: Nach wie vor hatte ich einen „Vorsprung“ von etwa 1:10 Minuten auf den 5er-Schnitt. Wenn ich den jetzt halbwegs würde halten können, wäre ich unterhalb meiner 25-km-Bestzeit von 2:06. Und vielleicht würde es ja sogar für unter 2:05 reichen…

Auf dem Kurfürstendamm bis zur Steigung am Ende der Kantstraße lief ich konstant neben „Peter“ (die Namen stehen immer über der Startnummer). Man läuft dann so stumm vor sich hin und ist froh, jemanden gefunden zu haben, der einem hilft, das Tempo zu halten. Erst am Ende der Steigung, kurz vor dem RBB-Gebäude, trennten sich langsam unsere Wege und er zog davon. Nachdem ich bei den hohen Temperaturen der vergangenen Jahre spätestens an dieser Stelle eingebrochen war, konzentrierte ich mich nun darauf, mein Tempo nicht zu verlangsamen.

Nach dem letzten Getränkestand bei Kilometer 20,5 (etwas ärgerlich, dass die Getränkestände oft sehr weit nach den angekündigten Standpunkten kamen) legte ich einen kleinen Zwischenspurt ein, um meine bisherige Halbmarathonmarke zu verbessern. Ich passierte die 21,1-km-Matten dann auch bei 1:44:42 und war zufrieden, wenn ich auch soeben an der Steigung und beim anschließenden Getränkefassen mein bisheriges Zeitpolster fast komplett aufgebraucht hatte.

Einlauf ins OlympiastadionDas Ziel des 25-km-Laufs im Olympiastadion
Zu meiner Verwunderung waren auch die folgenden Zwischenzeiten bei den Kilometern 22 und 23 konstant und ich bewegte mich tatsächlich auf meinen persönlichen Rekord zu. Sehr entgegen kam mir dabei die Veränderung der letzten Streckenkilometer, die dieses Mal nicht über die endlos lange Heerstraße sondern, wie auf dem Hinweg, wieder über die Reichsstraße führten. Faszinierend, welche Kräfte noch in einem schlummern können, wenn man sieht, dass man seinem (Zeit-)Ziel näher kommt. Die Steigung an der Olympischen Straße habe ich kaum wahrgenommen, wunderte mich nur, dass ich plötzlich bereits auf der Brücke war. Nun über den Olympischen Platz und links am Stadion vorbei. Hier gab es auch wieder viele nette, frenetische Zuschauer. Und dann kam schon der lang ersehnte Moment: Ich bog in den Tunnel zum Stadion ein! Buntes Licht und laute Musik, dazu die Ansagen und der Zuschauerlärm aus dem Stadion, die hier bereits zu hören waren. Finale!

Die blaue Tartanbahn im Olympiastadion
Die abschließende Dreiviertelrunde im Stadion auf der tollen, blauen Tartanbahn ist wirklich alle Anstrengungen der vorangegangenen Kilometer wert, man wird immer schneller, die schweren Beine sind vergessen. Ein letzter kontrollierender Blick auf die Uhr: Ja, das reicht, Bestzeit! Hartmut wartete bereits im Zielbereich, aber wo waren Klaus und Jürgen? Und wo war Monika? Na, nach einiger Zeit waren wir dann alle wieder beisammen. Klaus hatte sehr zu kämpfen gehabt, war entsprechend erschöpft, erholte sich dann aber so langsam wieder. Während die anderen noch kurz im Stadion blieben, machte ich mich auf, meine Familie zu suchen, die ich dann auch nach einiger Zeit auf dem Stadion-Vorplatz fand. Großes Hallo und einige schnelle Worte, was wir alle in der Zwischenzeit erlebt hatten, und dann musste ich auch schon wieder los zu meinen Läufern.

Monika, Hartmut und ich nach dem LaufKlaus und Hartmut nach dem Lauf
Hartmut ist mal wieder als Schnellster unserer Gruppe durchs Ziel gekommen. Für die 25 Kilometer hat er 1:55:04 h gebraucht und damit den 385. Platz von 6012 Läuferinnen und Läufern belegt. Ich bin mit 2:03:20 h 776. geworden (mit 4:56er-Schnitt). Jürgen ist 2:06:56 h (961. Platz) und Klaus 2:11:56 h (1247. Platz) gelaufen und Monika hat dieses Mal ungewohnte 2:39:49 h gebraucht, ist damit aber immerhin 648. der Frauen geworden. Es war auf jeden Fall wieder ein toller Tag mit „meinen“ Läufern. Schade nur, dass Bernd, den nach wie vor der Rücken plagt (halte durch, das wird wieder!) dieses Mal nicht dabei sein konnte…

Für mich war es eine tolle Woche mit dem schnellen Drittelmarathon in Potsdam, dem ersten Buchstabenlauf und der heutigen 25-km-Bestzeit! Und wenn der Veranstalter bis zum nächsten Jahr noch Logo und Website (beide grausam und lieblos gestaltet!) professionell neu machen lässt, dann darf er auch 2009 wieder an den Start ;-)

Die Olympischen Ringe am Olympiastadion

Nachtrag:
Sogar bei der Berichterstattung war ich schnell… Die angegebenen Platzierungen stammen vom Abend des Lauftages, am nächsten Morgen hatten sich alle Platzierungen etwas nach hinten verschoben. Keine Ahnung, wo die über Nacht die Läufer hergenommen haben, die da noch eingefügt wurden…

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7 Kommentare zu “Berlin läuft… 25-km-Lauf am 04.05.2008”

  1. klaus sagt:

    Dein Bericht macht richtig Lust auf laufen – auch wenn es für einen selbst mal nicht so gut gelaufen. Vielen Dank!

  2. monika sagt:

    Meine Zeit hättest Du ja nicht schreiben müssen, ich war ja eine richtige Flasche. Aber das Blatt wird sich wenden. Habe bei einem anderen Orthopäden am 20. Mai einen Termin und hoffe endlich mehr Licht in mein Fußdunkel zu bekommen. Die neuen Sporteinlagen sind super, es geht wieder aufwärts.
    (Birgit meint ich sehe sonst besser aus!)

  3. CO2-Schleuder sagt:

    Herzlichen Glückwunsch allen Läufern des 25km-Laufes
    Super Leistung bei der Wärme. Ein klein wenig Wehmut kommt auf, wenn ich die Bilder und den Bericht lese. Nächstes Jahr greife ich wieder und dann wackelt die Bestzeit von Hartmut. Der „alte“ Mann läuft ja einen Streckenrekord nach dem anderen.

  4. Johannes sagt:

    Hallo Andreas,
    herzlichen Glückwunsch zur Bestzeit!
    Gruß
    Johannes

  5. Jürgen Hofmann sagt:

    Hallo Andreas,
    Dein Start-Blog gefällt mir sehr. Wie schaffst Du es bloß, die Texte und Fotos so zeitnah einzugeben?
    Gruß
    Jürgen

  6. Hartmut sagt:

    Hallo Andreas

    Im Internet sind jetzt auch die Altersklassenplätze hinterlegt, allerdings bin ich nicht als M 50 sondern als MHK aufgelistet(von wegen alter Mann!). Dies war mir bei der Anmeldung schon klar, weil auf dem Nachmeldeformular kein Block für die Altersangabe zu finden war!
    Herzlichen Glückwunsch an Johannes der mit einer Zeit von 1:43:55 das Ziel durchlief. Dieses Ergebnis spielt für mich in einer ganz anderen Liga. Würde mich über einige Trainingstipps bzw. -einheiten freuen.
    Gruß Hartmut

  7. Susanne sagt:

    Hallo Andreas,
    obwohl mich das Lauffieber (noch) nicht gepackt hat, macht es absolut Spass deine Berichte zu lesen. Ich bin schon neugierig wie es weiter geht.

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