5. RBB-Lauf – Drittelmarathon in Potsdam

Veröffentlicht am 27.04.2008 | 3 Kommentare

Start beim 5. RBB-Lauf 2008 in Potsdam
Gemeinsam mit Hartmut bin ich heute meinen ersten Drittelmarathon gelaufen. Bei sonnigem, leicht windigem Wetter war Hartmut gewohnt schnell (1:03:17 h) und ich war eher ungewohnt schnell (1:06:13 h) …

Vor dem Start

Da Hartmut sich noch nachmelden wollte, waren wir sehr früh am Morgen aufgebrochen und schon um kurz vor 9 Uhr auf dem Startgelände. Und bereits wenige Minuten später standen wir beide mit unseren Startnummern in der Hand auf der Wiese und fragten uns, wie wir nun die endlos lange Zeit bis zum Startschuss (10 Uhr) totschlagen sollten.

ToilettenhäuschenAbholung der Startunterlagen
Das erste was einem da einfällt, ist der Gang auf die Toilette. Und was sonst ein mittleres Problem darstellt, war dank unseres frühzeitigen Erscheinens in Kürze erledigt. Anschließend haben wir uns dann inmitten von Ameisen umgezogen, uns dann schnell von unseren neuen kleinen krabbbelnden Freunden verabschiedet und noch ein wenig auf der Wiese neben dem Startareal entspannt.

Entspannung vor dem Start
Wie bei so vielen Laufveranstaltungen hatte sich ein bunt zusammgewürfeltes Läufervölkchen eingefunden und alt und jung und dick und dünn warteten in der Sonne darauf, dass es endlich losgeht.

Läuferschuhe am StartAm Start des 5. RBB-Laufs 2008 in Potsdam

Nachdem wir uns noch kurz im Wald warmgelaufen hatten, standen wir um Viertel vor 10 Uhr im Startfeld. Es gab keine Blockeinteilung und nach meiner schlechten Erfahrung beim Frühjahrs-Halbmarathon habe ich dann doch zugestimmt und mit Hartmut recht weit vorne gestanden. Beim zufälligen Blick nach unten fiel mir auf, dass nahezu alle Läufer in meinem Umfeld nagelneue Laufschuhe anhatten! Und ich mit meinen alten, erprobten Tretern dazwischen… Nun gut, aber ich hatte etwas anderes. Ich hatte meine Kamera dabei.

Starterfeld des 5. RBB-Laufs 2008 in Potsdam
Das trug mir auch gleich einen etwas geringschätzigen Blick des Herrn neben mir ein. „Ich nehme den Lauf heute nicht ganz so ernst…“ lächelte ich entschuldigend, was ihn aber wohl nicht davon abhielt, mich für ein wenig bescheuert zu halten. A propos bescheuert: bei jedem Wettkampf geht es mir so, und Hartmut stimmte mir da gleich zu, dass man sich spätestens im Startfeld fragt, warum man das jetzt hier macht. Die Aufregung ist, trotz inzwischen vieler, vieler absolvierter Läufe, groß, man fühlt sich plötzlich schlapp und stellt die Sinnfrage. Hartmut wusste zumindest einen kleinen Trost: „Da es unser 1. Drittelmarathon ist, laufen wir, egal was kommt, automatisch Bestzeit!“ Na, denn. Der Startschuss fiel, die Aufregung verflog in Sekunden und es ging los auf die Strecke…

Das Rennen

Glienicker BrückeVorbei am Holländischen Viertel
Natürlich war die Idee, die Kamera mitzunehmen, ein wenig, nun, sagen wir mal „unkonventionell“. Bei einem „richtigen“ Wettkampf, bei dem man eine Superzeit laufen möchte, macht man so etwas natürlich nicht. Das ist was für Marathon-Touristen. Aber da ich den RBB-Lauf gewissermaßen als Ausflug und kleine Vorbereitung auf den 25-km-Lauf der nächsten Woche eingeplant hatte, fand ich die Idee, mal Fotos vom Geschehen mittendrin zu machen sehr verlockend.

Gleich nach der ersten Startaufregung habe ich dann auch das Foto von der Glienicker Brücke im Laufen gemacht und konnte gleich feststellen, dass das Herumfummeln an der Kameratasche und das In-Position-Bringen doch ziemlich den Laufrhythmus stört. Mal abgesehen von dem Gewicht und dem stetigen Gewackel am Gurt.

Durch die FußgängerzoneLaufen am Wasser
Daher war ich mehr als erstaunt, als ich nach den ersten Kilometern feststellte, dass ich viel schneller unterwegs war, als geplant. 9 Minuten zeigte meine Uhr bei Kilometer 2. Das war 4:30er-Schnitt und somit viel schneller als geplant! Die folgenden Kilometer, vorbei am Holländischen Viertel und durch die noch beschaulich schlummernde Einkaufsstraße, verbrachte ich damit, mein Tempo gezielt zu drosseln.

Als ich nach weiteren Kilometern – unter anderem das schöne Stück auf der Freundschaftsinsel am Wasser entlang – feststellte, dass ich zwar ein wenig langsamer geworden war, aber immer noch unter 5 Minuten pro Kilometer lief, gab ich mich mit der Feststellung zufrieden, dass es wohl so sein müsse. Ich lief locker und entspannt, hatte mein Tempo gefunden, wenn es auch für meine Verhältnisse ein erstaunlich schnelles war.

An den Bahngleisen entlang
Immer wieder fand ich Läufer, die „mein“ Tempo liefen und hängte mich für ein Weilchen ran. Inzwischen war die Sonne deutlich zu spüren und ich wunderte mich, dass ich immer noch so zielstrebig und zügig lief, da ich sonst gewöhnlich bei Sonnenwetter beim Laufen „dahinschmelze“ und langsamer werden muss. Nicht heute.

Ich lief mit dem inzwischen doch recht aufgelockerten Feld die langen Kilometer entlang der S-Bahn-Gleise und konnte mein „Knapp-unter-5-Minuten-Tempo“ halten. Allerdings meldete sich ab Kilometer 10 mein Knöchel, aber bevor ich mir richtig Sorgen machen konnte, war es auch wieder vorbei und ich konnte mich auf die letzten Kilometer konzentrieren.

Im Ziel

Zuschauer auf der Glienicker BrückeIm Ziel
Der letzte Anstieg zum Ziel auf der Glienicker Brücke war schon nicht ohne, aber ich hatte selbst jetzt noch Kraft, um das Tempo anzuziehen. Wenn ich es richtig gestoppt habe, war ich beim letzten Kilometer immer noch etwa 4:47 min/km schnell. Wie es sich für einen richtigen Verrückten gehört, habe ich dann kurz vor dem Ziel noch einmal die Kamera herausgeholt und – sehr zur Freude der Zuschauer – fotografiert. Hartmut hatte mich noch gar nicht erwartet und war entsprechend erstaunt, als ich ihm im Zielbereich von hinten auf die Schulter klopfte.

Ausflugsschiffe unterhalb der Glienicker BrückeLäufer beim Zieleinlauf
Alles in allem war der 5. RBB-Lauf in Potsdam ein sehr schöner Lauf. Das Wetter, die Landschaft, die Leute… alles prima. Nur zwei Fragen hatten wir beide am Ende noch:

  1. Warum bloß wurden die Kleider-LKWs nach dem Start ein paar hundert Meter weiter auf die andere Seite der Brücke gefahren (während die Umkleidezelte am alten Platz stehen blieben)?
  2. Warum gab es auf dem Hinweg einen Shuttle-Bus, auf dem Rückweg aber nicht? (Wir haben die 6 km zum S-Bahnhof Wannsee halb gehend, halb laufend (!) und für zwei Stationen mit dem zufällig neben uns haltenden Linienbus zurückgelegt; Hinweise dazu gab es vom Veranstalter nicht)

Die Ergebnisse

Hartmut 1:03:17 (im Schnitt 4:30 min/km), Platz 195 (Altersklasse-Platz 14 von 160)
ich 1:06:13 h (im Schnitt 4:43 min/km), Platz 298 (Altersklasse-Platz 53 von 284)

Insgesamt waren laut Veranstalter etwas über 3000 Teilnehmer inkl. Walker auf der 14,065 km langen Strecke gewesen, die Ergebnisliste führt 2275 Läufer auf.

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3 Kommentare zu “5. RBB-Lauf – Drittelmarathon in Potsdam”

  1. Hartmut sagt:

    Hallo Andreas vielen Dank für diesen ausführlichen Laufbericht.Bin erstaunt wie gut die Bilder währendes laufens geworden sind.

  2. webmaster@startblog-f.de sagt:

    Ich bin selber erstaunt, da ich wirklich nicht für die Fotos stehen geblieben bin, sondern aus vollem Lauf „geschossen“ habe.
    Nur das Foto, das ich beim Endspurt vom Ziel gemacht habe, ist wirklich nichts geworden: da waren meine Laufschuhe drauf ;-)

  3. klaus sagt:

    Dein Laufbericht macht sich wirklich gut – den wollen wir jetzt für alle Läufe so haben! Um Dir das fotographieren zu erleichtern: was hälst Du davon, wenn wir Bernds Stirnlampe nehmen, Lampe aus- und Fotoapparat einbauen? Einen Fotoauslöser, über bluetooth mit dem Stirnband verbunden, klemmen wir Dir an die Laufhose … Wahrscheinlich gibt es bereits viel raffinierteres beim BND!
    Gratuliere auch zur Bestzeit – alle Achtung – super Lauf!

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