14. Mercedes-Halbmarathon in Tegel am 09.09.2012

Veröffentlicht am 10.09.2012 | 5 Kommentare

Läufergruppe um ein teures Auto

Geschafft! Nach dem Debakel mit Zusammenbruch im Ziel im letzten Jahr bin ich nun gestern beim Halbmarathon in Tegel  „locker“ – das sagt man so, anstrengend ist es immer – durchgelaufen. Und wie in jedem Jahr war es wieder toll, gemeinsam mit Freunden (Monika, Klaus, Jeanette, Andreas V. und Andreas IV.) an den Start zu gehen…

Da durfte dann natürlich vor dem Start auch das obligatorische Gruppenfoto vor einem der teuren Stücke in der Mercedes-Niederlassung nicht fehlen ;-)

Läufer warten vor dem Startbanner auf den Startschuss

Aber dann ging es auch gleich schon in das Läuferfeld, wo wir gespannt mit all den anderen Läuferinnen und Läufern auf den Startschuss warteten. Entgegen aller Befürchtungen hatten wir an diesem Morgen anscheinend ideale Wetterbedingungen: Der Himmel war bedeckt bei etwa 16-17 Grad.

Läufer diskutieren im Startfeld

Klaus stand kunstvoll getapt (getaped? beides Denglisch!) am Start. Bei ihm hatten sich bei unseren letzten Trainingsläufen leichte Beschwerden an der rechten Wade bemerkbar gemacht.

Ein entspanntes Halbmarathon-Zeitziel – aber ein zu schneller Start

Läuferinnen und Läufer auf der Strecke

Und dann ging es auch schon los! Andreas IV., Klaus und ich hatten uns vorher auf ein „entspanntes“ gemeinsames Zeitziel von 1:45 h geeinigt. Aber wie so oft liefen wir mit kräftigem Vorwärtsdrang los, und bei Klaus’ Frage „Trainer, sind wir zu schnell?“ (die Anrede war charmant-ironisch gemeint) fiel mir nur – ebenso charmant-ironisch – ein: Was soll ich sagen, ja, wie immer ;-) Laut sagte ich allerdings: „Mmh, ein bisschen…!“ und lief mit den beiden anderen genauso schnell weiter wie zuvor.

Läufer kommen sich aufgrund einer Wendeschleife entgegen

Nach 2,5 Kilometern in denen wir uns auf ein Tempo von 4:50 min/km eingepegelt hatten, erwartete uns am Rathaus Reinickendorf die erste Getränkestelle. Da es für einen Becher Wasser noch zu früh war, liefen wir durch, kamen nach der Wende den nachfolgenden Läuferinnen und Läufern entgegen und konnten so Monika und Jeanette zuwinken (Andreas V. musste noch kurz hinter uns gewesen sein).

Böse Überraschung: Klaus steigt aus

Wir waren gerade erst 5 Kilometer auf der Strecke, als Klaus uns plötzlich ankündigte, gleich aussteigen zu wollen. Mist! Seine Wade hatte von Beginn an gezwickt und tat nun immer mehr weh. Angesichts des geplanten Marathons in 3 Wochen blieb ihm nun nichts anderes übrig, als Schlimmeres zu verhindern und zurück zum Start zu wandern. Bitter, aber sicherlich die richtige Entscheidung (Gruß vom „Trainer“ ;-)

Läufer vor einem schneckenförmig gewundenen Brückenaufgang

Also liefen Andreas IV. und ich alleine weiter. Nach unserem erfolgreich gemeinsam bestrittenen Scharmützelseelauf im Frühjahr waren wir nun wieder bei einem Wettkampf zu zweit unterwegs. Wir liefen unaufgeregt unsere 4:50 min/km weiter und ließen uns dabei auch nicht von den Steigungen der „Schnecke“ beeindrucken.

Läufer auf Brückenanstieg

Es war Andreas IV. erster Start hier in Tegel und so übernahm ich an manchen Stellen die Rolle des Fremdenführers. Aber ich hatte kaum die „Schnecke“ angekündigt, da waren wir auch schon drüber weg.

Halbzeit in Tegel

Läuferfeld beim ersten Durchlauf des Start-Ziel-Bereichs

Die Zeit verging wie im Flug, so harmonisch wie wir beide nebeneinander her liefen. Nach 10 Kilometern hatten wir die erste Runde hinter uns gebracht – ziemlich exakt in 48:30 min – und waren somit bereits eineinhalb Minuten unter dem „Soll“.

Mich freute vor allem, dass meine Schuhe keine Beschwerden machten. Zum ersten Mal in einem Wettkampf hatte ich nämlich meine Saucony Mirage an, die im Vergleich zu meinen sonstigen, gestützten Stabilschuhen so gut wie keine Dämpfung haben und deutlich weniger Sprengung aufweisen – aber sehr viel leichter sind. Ein Experiment, das sich zu lohnen schien!

Bei Kilometer 11 hatte Andreas V. (unser Streak Runner, der sich im Feld etwas hinter Andreas IV. und mir befand) seinen 7000. Streak-Kilometer hinter sich. Er steuert stramm auf seinen 1000. Lauftag Ende September zu. Wahnsinn!

Der Unterschied zwischen schnell und zu schnell

Zwei Läuferinnen

Etwa bei Kilometer 14 – zu diesem Zeitpunkt überholten wir bereits einige Läufer – tauchten vor uns plötzlich zwei Vereinsläuferinnen auf, die ziemlich flott unterwegs waren. Wir liefen zwar bis auf wenige Meter heran, aber ein Vorbeiziehen schien mir nicht ratsam, wir waren ohnehin schon 10 Sekunden schneller pro Kilometer unterwegs als geplant. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Die beiden sollten für die restlichen 7 Kilometer bis ins Ziel immer kurz vor uns bleiben!

Bei Kilometer 15 überkamen mich beim Gedanken an das Vorjahres-Debakel leichte Zweifel. „Ich nehme etwas raus, wir sind gut in der Zeit, und ich will auf jeden Fall heil im Ziel ankommen!“ verkünde ich. Da Andreas IV. mein Angebot, alleine weiter zu laufen, ablehnt, gönnen wir uns zwei Kilometer in knapp unter 5:00 min/km, ziehen dann aber – so kann es kommen – irgendwann wieder das Tempo an.

Ein schnelles Ende ohne Schrecken

Die Pendelstrecke nach der Greenwich-Promenade hatte an diesem Tag ihren Schrecken verloren. Statt wie sonst den Wendepunkt herbeizusehnen laufe ich unbeirrt und zielgerichtet neben Andreas IV., und wir werden immer schneller. Immerhin sehen wir im „Geschwindigkeitsrausch“ noch Andreas V., der uns auf der Pendelstrecke entgegen kommt, und winken und rufen kurz.

Jetzt, erst jetzt, kommt plötzlich die Sonne durch. Wie habe ich im letzten Jahr auf dem vorletzten Kilometer entlang der Straße Am Borsigturm in der prallen Sonne gelitten, bin immer langsamer geworden. Jetzt muss ich lächeln: Du kommst zu spät, Sonne, ich bin gleich durch! Wir biegen rechts in die Berliner Straße, der letzte Kilometer…

Wir werden tatsächlich immer schneller, überholen den einen oder anderen Läufer, ich freue mich über meine Füße, die synchron zu Andreas’ über den Asphalt fliegen, was für ein Gefühl, auf dem letzten Kilometer noch Kraft zu haben und das Tempo anziehen zu können.

Ein paar hundert Meter vor dem Ziel steht plötzlich Klaus am Straßenrand und ruft uns Beifall klatschend etwas zu. Die letzte Biegung, wir sehen das Ziel. Andreas IV. setzt zu einem rasanten Endspurt an – ich will mein Glück nicht überstrapazieren und laufe im gleichmäßigen Tempo hinter ihm ins Ziel ein!

Zielbanner mit Zuschauern

So schnell wie im letzten Jahr – aber wesentlich gesünder

1:41:37 zeigt die Uhr, fast auf die Sekunde genau die gleiche Zeit wie im letzten Jahr, mit dem Unterschied, dass ich dieses Mal – bei zugegeben etwas besseren Wetterbedingungen – vollkommen gleichmäßig durchgelaufen bin. Sogar zu einem ganz kleinen negativen Split (die ersten 10 km in 4:50 min/km, die zweiten 11 km in 4:47 min/km) hat es gereicht!

Drei lächelnde Läufer mit Finisher-Medaillen

Im Zielbereich warteten wir nun auf die anderen, sahen wie Andreas V. aufs Ziel zulief und klatschten ihn beim Zieleinlauf ab. Da er aus Termingründen schnell den Heimweg antreten musste, gab es noch ein ebenso schnelles Finisher-Foto: Drei Mal Andreas (v.l.n.r.: IV., V., I.) zufrieden im Ziel!

Läuferin kurz vor dem Ziel

Kurz darauf trafen wir auch Monika, die irgendwie von uns unbemerkt über die Ziellinie geflitzt war. Fehlte nur noch Jeanette, aber auch die tauchte bald auf der Zielgeraden auf und wurde von uns auf den letzten Metern angefeuert!

So soll es aussehen…

Grafik mit den Lauf-Zeiten (min/km)

Wenn ich mir die Grafiken mit den Kilometerzeiten von diesem Jahr (s.o.) und vom letzten Jahr (s.u.) ansehe, dann bin ich wirklich rundum zufrieden. Während die Grafik von 2011 eindeutig zeigt, dass ich zu schnell gestartet und daher auf den letzten Kilometern (auch wegen der Wärme) total eingebrochen bin, sagt die Grafik von 2012: „Alles richtig gemacht. Konstant ein etwas geringeres Tempo gelaufen (bis km 15 jeden Kilometer zwischen 4:45 und 4:55), und dann nach kurzer „Schwächephase“ (zwei Kilometer in 4:58 min/km) auf den letzten vier Kilometern mit 4:41, 4:45, 4:35 und 4:39 noch einmal das Tempo zum Schluss angezogen!“

…und nicht so!

Grafik mit den Lauf-Zeiten (min/km)

Der Rennverlauf im letzten Jahr

PS: Klaus, Kopf hoch, das mit dem Marathon klappt noch. Jetzt ist ohnehin erst einmal Tapering angesagt, da wird die „Wade der Nation“ geschont…

Kategorien

F-Klasse-Laufen, Laufevents

Kommentare

  1. Supermario72

    Hallo Andreas,

    oh ja – die beiden Grafiken unterscheiden sich in der Tat! ;-)

    Herzlichen Glückwunsch zu einem guten Lauf! So macht es doch auch mal richtig Spaß. Nicht zu langsam, aber auch nicht voll am Anschlag. Und mit einer 1:41er Zeit kann man(n) sich in unserem Alter doch immer noch sehen lassen! :-)

    Grüße aus Köln!
    Mario

  2. webmaster@startblog-f.de

    @Mario
    Danke, genau so sehe ich es auch: Nicht zu langsam, aber auch nicht voll am Anschlag ist auch mal ganz schön ;-)

  3. "Der Blaue" (Ingo)

    gratuliere zum happy finish! genau richtig gemacht, denn so bringt
    der `wettkampf` doch am meisten spaß.
    ich bin sonntag ebenso entspannt und kurzentschlossen den bramstedter brückenlauf endlich (zum ersten) mal mitgelaufen. sehr schöne 10,8 km durch das kurgebiet mit zahlreichen brücken (wie der name schon sagt) und viel natur.

  4. Running Twin Marek

    Sehr gut Andreas, das sieht richtig gut aus, so muss man ein Rennen nach Hause laufen, das ist wie aus dem Lehrbuch! Glückwunsch an Eure Lauf-Kombo! Wenn ich das mit der Wade lese, dann muss ich sofort an meine Leidensgeschichte vom letzten Jahr denken. Ich drücke dem Klaus da fest die Daumen, dass er das in den Griff bekommt. Hut ab vor der Entscheidung, nach 5k rauszugehen!

  5. Andreas

    @Der Blaue
    Danke! Schön, dass du wieder ins Laufen reinkommst. Hört sich gut an, das Event.

    @Marek
    Danke, ich war ja nicht im Bestzeit-Bereich, aber der Rennverlauf war wirklich ideal. Ich hoffe wirklich, dass die Klaus-Wade sich in den verbleibenden Wochen gut erholt. Das war ja bei dir im letzten Jahr wirklich eine harte Nummer…!

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