Mal wieder ein Bremen-Sightseeing-Lauf

Veröffentlicht am 23.07.2019 | Kommentare deaktiviert für Mal wieder ein Bremen-Sightseeing-Lauf

Läufer vor den Bremer Stadtmusikanten

Mein letzter Sightseeing-Lauf durch Bremen war schon wieder zwei Jahre her (der davor datiert gar vom Jahr 2012) also war klar, dass ich neulich bei meinem Kurzurlaub in der Heimatstadt wieder los musste – Altbekanntes wiedersehen, Veränderungen wahrnehmen, Neues entdecken…

Schwankhalle in der Bremer Neustadt

Gestartet bin ich wieder in der Neustadt. Eincremen war an diesem Tag wahrlich nicht nötig, denn der Sommer machte gerade Pause (= die Bremer Bedeutung des Wortes „Sommerpause“).

Die Innenstadt

Blick in die Obernstraße

Über die Weser kommend, kreuzte ich die Obernstraße und konnte einen ersten Blick auf den Bremer Dom werfen. Hier tummeln sich sonst die Massen, aber um 7 Uhr früh hatte ich fast alles für mich alleine.

Bürogebäude-Fassade mit Werder-W aus Bürostickern am Fenster

Der SV Werder war wie immer überall im Stadtbild zu sehen. An einem Bürohaus am Wall hatte ein Mitarbeiter (oder eine Mitarbeiterin?) seine Liebe zum Verein mit Hafties am Fenster dokumentiert.

Der Schweinehirt am Anfang der Sögestraße

Vorbei am Hirten und seinen goldig glänzenden Schweinen durchlief ich die noch leere Sögestraße.

Gullydeckel mit dem Bremer Schlüssel

Der Bremer Schlüssel deckelt nicht nur das Bier in den grünen Flaschen sondern auch in etwas größerem Maßstab das (Ab)Wasser der Stadt.

Blumenmarkt auf dem Kirchhof Unser Lieben Frauen

Vorbei am Blumenmarkt auf dem Kirchhof Unser Lieben Frauen kam ich in…

Bremens gute Stube

Historische Häuser am Marktplatz

Der Bremer nennt seinen Marktplatz „die gute Stube“, und genau diesem wohlvertrauten, heimeligen Ort näherte ich mich jetzt.

Alte Häuser am Bremer Marktplatz

Von Laufen konnte nun aus Sightseeing-Fotografier-Gründen erst einmal nicht mehr die Rede sein.

Der Schütting in Bremen

Ich ließ meinen Blick einmal kreisen – über den Schütting

Rathaus und Bremer Dom

… das Rathaus, den Bremer Dom und die aktuell bauzaunversperrte Bremische Bürgerschaft. Auch ein Selfie mit dem Bremer Roland musste sein.

Figur St. Petrus

Dann überquerte ich den Platz und lief in die Passage – in der an den Stadtpatron Bremens erinnert wurde – zur Böttcherstraße.

Die Böttcherstraße

Eingang zur Böttcherstraße mit dem goldenen Lichtbringer

Der „Lichtbringer“ am Eingangsportal war in seinem strahlenden Gold wie immer beeindruckend, hat aber leider eine dunkle Entstehungsgeschichte.

Böttcherstraße mit Backstein-Gebäuden

Die Böttcherstraße in ihrer kunstvollen Backstein-Architektur faszinierte mich schon immer. Welche Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet Hitler, der gegen die „Böttcherstraßen-Kultur“ gewettert hatte, sie unter Denkmalschutz stellen ließ, um sie als „abschreckendes Beispiel“ zu erhalten.

Der Schnoor

Skulptur mit Wasserspiel vor dem Schiffer-Haus im Bremer Schnoor

Wenige hundert Meter weiter lief ich in den Schnoor hinein, ein kleines mittelalterliches Viertel mit winzigen Häusern,…

Enge Gasse im Bremer Schnoor

… engen Gassen…

Alte Tür mit historischer Inschrift darüber

… und liebevoll restaurierten Details.

Haus im Schnoor mit Schrift Us platt bewohr us ditt ole snoorhus

Im Haus mit der Aufschrift „Us platt bewohr us ditt ole snoorhuus“ (Unser Plattdeutsch bewahre uns dieses alte Schnoorhaus) hat das Institut für Niederdeutsche Sprache seinen Sitz.

Die Kunsthalle und das „Viertel“

Nachbildung der Bremer Stadtmusikanten aus übereinander gestapelten Autobussen, Moped und Fahrrad vor der Bremer Kunsthalle

Weiter ging es, bzw. lief ich, zur Bremer Kunsthalle in der aktuell die Ausstellung „Tierischer Aufstand“ über 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten zu sehen ist. Die tierisch gestapelten Fahrzeuge vor dem Gebäude fand ich schon sehr lustig.

Geschäft im Viertel

Nun kam ich durch das „Viertel“ mit seiner alternativen Szene und den vielen interessanten Läden und Cafés.

Café Engel in der ehemaligen Engel-Apotheke

Das „Café Engel“ gab es schon in meiner Jugend…

Bar „Wohnzimmer“ im Bremer Viertel

… aber die Bar „Wohnzimmer“ war mir neu.

Graffiti-beschmierte Tür am Sielwall

An der Sielwall-Kreuzung mit ihren graffitibeschmierten Imbissen…

Sielwallhaus mit Plakaten

… bog ich rechts ab in Richtung Osterdeich und passierte dabei das Sielwallhaus, ein selbstverwaltetes linkes Jugendzentrum.

Der Osterdeich

Kiosk am Osterdeich mit Schrift Wir wollen den Pokal

Am Osterdeich sah ich zuerst den alten Kiosk, der schon immer hier stand. Seit meinem letzten Vorbeilaufen im Jahr 2012 war er aber umgestrichen worden. Natürlich immer noch im Sinne der Werder-Fans.

Blick über den Osterdeich auf die Weser und das Weserstadion

Ich blickte den Osterdeich entlang auf das Weserstadion. Da sollte es nun hingehen.

Prächtiges Haus am Osterdeich

Am Osterdeich gibt es noch einige sehr schöne Häuser aus längst vergangenen Bremer Zeiten.

Container mit Bemalung und Schriftzügen Willkommen in verschiedenen Sprachen

Ein mehrsprachiges „Willkommen“ begrüßte mich am Weserstadion.

Banner am Weserstadion: Green White Wonderwall

Das Banner am Stadion mit dem Schriftzug „Green. White. Wonderwall“ hat wohl für Ärger bei den Fans gesorgt, da ihre wunderbare Aktion im Abstiegskampf vor drei Jahren dadurch nun kommerzialisiert wird.

Der Hemelinger Hafen

Schild im Hemelinger Hafen

Um meinen Lauf noch ein wenig auszudehnen, lief ich weiter bis zum Hemelinger Hafen.

Rohre entlang eines Fußwegs

Dort war schließlich mein Wendepunkt erreicht, ich trank ein paar Schlucke und machte mich auf den Rückweg.

Graffiti: Ja nein vielleicht

Über das Graffiti mit „ja_nein_vielleicht_nö_joa_hm“ musste ich im Vorbeilaufen schmunzeln.

Das Weserwehr

Anlagen am Wehr

Als kleine Variante lief ich auf dem Rückweg am Weserwehr vorbei.

Bremer Weserwehr

Wie immer kamen dabei Kindheitserinnerungen an das alte Weserwehr mit der Fußgängerbrücke entlang des Backstein-Wasserkraftwerks hoch.

Rückweg entlang der Weser

Weserufer mit Spiegelung

Im Gegensatz zum Hinweg lief ich nun auf der Weserpromenade, ziemlich direkt am Wasser, zurück.

Bild nach Tomi Unger im Kleingartengebiet

Durch die Kleingartenkolonie am Richard-Jürgens-Weg…

Bemalte Mauer im Kleingartengebiet

… zwischen dichtbewachsenen Parzellen und verwitterten bemalten Mauern,…

Blick vom Weserstadion auf die Weser

… lief ich wieder bis zum Weserstadion, wo ich mir eine kleine Pause und einen weiten Blick über die Weser gönnte.

Blick über die Weser zum Café Sand

Weiter ging es auf dem Osterdeich, aber dieses Mal direkt am Wasser entlang, auf dem asphaltierten Fuß- und Radweg…

Zugewachsener Steg

… der zwischendurch nette Impressionen bot.

Osterdeich mit Beschriftung von Klimaschützern

Ich lief über riesige Buchstaben, deren Sinn sich erst beim Weiterlaufen entschlüsselte: „Burn weed, not coal!“ und „Klimawandel jetzt!“.

Fahnenmast mit Flaggen

Das Ende des Deichs markiert seit 1965 ein Mast mit Fahnen, der damals anlässlich der 1.000-Jahr-Feier der Stadt von den Binnenschiffern gespendet wurde. Fast genauso so alt wie ich. Der Mast, nicht die Stadt.

Die Weserpromenade Schlachte

Kaisenarkaden am Weserufer

Die Kaisenarkaden wirkten ausnahmsweise sehr grafisch (hier ist häufig Flohmarkt, ein visuelles Chaos).

Schiff MS Treue an der Weserpromenade

Das Clubschiff „MS Treue“ gibt es wohl schon länger, war mir aber nie aufgefallen.

Baugerüst an der Weserpromenade

Durch ein Baugerüst lief ich weiter die Schlachte entlang…

Schiff Alexander von Humboldt am Martinianleger

… und sah mehr Masten (hier die Alexander von Humboldt, das „Beck’s-Schiff“)…

Bänke an der Weserpromenade

… als Menschen auf diesem Abschnitt.

Blick von der Brücke auf die Weser, die Weserpromenade und die Biergärten an der Schlachte

Von der Teerhofbrücke warf ich noch einen Blick zurück über Biergärten, Promenade und Schiffe und überquerte die Weser.

Der Teerhof

Kunst vor dem Museum Weserburg

Vor dem Museum Weserburg ein Déjà-vu: Hier hatte ich schon mal bei einem Lauf ein Foto des Kunstwerks „Three Triangles“ gemacht.

Graffiti-Malerei am Uferweg

Über den Teerhof bin ich dann an der Kleinen Weser zurück gelaufen.

20 Kilometer Bremen-Sightseeing vor dem Frühstück am frühen Mittwochmorgen… nicht schlecht!

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F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen