Big25 – 25-km-Lauf am 15.05.2016

Veröffentlicht am 16.05.2016 | 6 Kommentare

Glückliche startblog-f-Läufer im Ziel des Big25 Berlin 2016

Am Sonntag bin ich meinen 10. Big 25 in Berlin gelaufen und konnte mich bei meinem kleinen Jubiläum sogar noch selbst überraschen ;-) Ich war gemeinsam mit Klaus am Start, bin aber alleine gelaufen, da unsere Planungen doch deutlich auseinander gingen. Während er unsere „übliche“ 2:05h angepeilt hatte, hatte ich mir als Zielzeit eine Sub-2:10h vorgenommen. Für meinen derzeitigen Trainingsstand und die immer noch leicht zickenden Adduktoren war das schon ehrgeizig, bedeutete es doch einen Schnitt von 5:12 min/km, und das, wo ich letzte Woche beim Regensburg-Halbmarathon – zugegeben: relativ locker – nur ein Tempo von 5:17 min/km im Schnitt gelaufen war…

Am Start des Big25 Berlin 2016

Andreas IV., mit dem ich noch am Freitag eine flotte Trainingsrunde gelaufen war, war eigentlich auch am Start, aber wir haben ihn leider weder vorher noch danach gesehen. Das Wetter war ziemlich gut: kühl mit etwas Wind, und zwischendurch kam sogar mal die Sonne durch. Vor dem Start fröstelten wir noch etwas, aber dann ging es los und die Gedanken konzentrierten sich nur noch auf den Lauf.

die ersten schnellen Lauf-Kilometer auf der Reichsstraße

Auf den ersten Kilometern lief ich wie immer schneller als die geplante Durchschnittsgeschwindigkeit, denn die ersten 5-7 km geht es auf dieser Strecke immer leicht bergab, außerdem hatten wir leichten Rückenwind. Das bedeutete natürlich, dass die letzten Kilometer bergauf mit Gegenwind nicht gerade einfach würden! Ein negativer Split würde heute definitiv nicht herauskommen, so viel war klar. Klaus war bereits nach vorne in der Menge verschwunden.

Erstaunlicherweise hatten sich meine Adduktoren – die sich beim Einlaufen vor dem Start pünktlich wieder bemerkbar gemacht hatten – abgemeldet und waren vorerst nicht mehr zu spüren.

Das Brandenburger Tor mit den Läufern des Big25

Ich dachte also erst einmal nicht viel nach und lief einfach so, wie es die Beine wollten, bemerkte nur beim immer wieder prüfenden Blick auf die Laufuhr, dass ich selbst als es auf das Brandenburger Tor zuging, noch immer einen glatten 5er-Schnitt hielt.

Lauf um den Gendarmenmarkt

Eigentlich wollte ich spätestens ab Kilometer 5 auf den geplanten 5:10er-Schnitt umschwenken, aber ich war so im „Flow“, dass ich auch den Gendarmenmarkt (km 11) noch im 5er-Tempo umlief.

Gerade als ich mich definitiv zur etwas langsameren Pace „zwingen“ wollte (war es Kilometer 13?), sprach mich im Heranlaufen ein Läufer an. Es war Heiko, den ich vor mehreren Jahren bei der Marathonstaffel der Running Twins kennengelernt hatte. Ich wunderte mich, da ich wusste, dass er normalerweise ein wesentlich schnellerer Läufer als ich ist, aber er erzählte mir, dass er nicht im Training sei und seine Mitläuferin Hannah begleite. Von da an liefen wir drei zusammen. Ungefähr auf Höhe des Tiergartens begann es dann zu regnen, aber das machte mir nicht viel aus. Wir hielten konstant ein gutes Tempo zwischen 5:05 und 5:10 min/km bei, trotz Regen und Gegenwind.

Die 25-km-Läufer kurz vor der Halbmarathon-Marke

Beim Verpflegungsstand km 20 brauchte ich dann ein paar Sekunden länger als die beiden und lief von da ab mit einem Abstand von ein paar Dutzend Metern hinter ihnen.

Die Steigung hinauf zum Messedamm kostete wie immer ein bisschen mehr Zeit, aber mit 5:27 min/km ging dieser Kilometer sogar noch ganz akzeptabel durch. Auf jeden Fall versuchte ich auf der langen Geraden der Reichsstraße dann wieder ins Tempo zu kommen.

Irgendwo bei Kilometer 22 auf der Reichsstraße kam ich dann an Heiko vorbei, der am Streckenrand ging, da sein Oberschenkel (wenn ich es richtig verstanden habe?) nicht mehr mitmachen wollte. Er hatte das bereits auf den Kilometern davor angedeutet und sich tapfer bis dahin weitergekämpft, aber nun war anscheinend definitiv nichts mehr zu machen. Hannah war immer noch ca. 70-100 m vor mir. Den zwischenzeitlichen Gedanken, zu ihr aufzuschließen, gab ich aber schnell auf, da nun so langsam meine Kräfte nachließen.

Einlauf ins Olympiastadion mit dem Spendentor

Die letzten drei Kilometer waren wie immer anstrengend, ich hatte Schwierigkeiten, das Tempo hoch zu halten und ließ – gerade auf dem 23. Kilometer – spürbar nach. Da ich immer noch deutlich unter meinem Wunsch-Zeitziel von 2:10h lag, war mir das aber egal, und ich kämpfte mich weiter auf das Ziel zu, den Olympischen Platz hinauf und um das Olympiastadion herum, bis ich endlich in die Tiefgarage des Stadions abbiegen konnte, aus der bereits laut das Trommeln der Sambagruppe erscholl.

Ich lief mit schweren Beinen – die sich aber nun auf der abschüssigen Einfahrt flink wie von alleine bewegten – vorbei an der irrsinnig lauten Trommelgruppe, bis wieder der schöne, langersehnte Moment kam, an dem man aus dem Dunkel kommend durch ein Tor das Licht und den Innenraum des Stadions sehen konnte.

Nun noch die „Belohnungs“-Runde auf der blauen Bahn des Berliner Olympiastadions, auf der dieses Mal ein Spendentor für die UNO-Flüchtlingshilfe stand, das ich aber leider fast als einziger durchlief.

Und dann war ich nach 2:08:08 Ziel! Deutlich besser als erhofft und somit restlos zufrieden! Und während ich noch langsam gehend meinen Kreislauf wieder zur Ruhe brachte und dabei die Atmosphäre des Stadions genoss, sah ich auch schon Klaus am Rande stehen.

Läufer des Big25 im Ziel im Olympiastadion

Wir ließen dann noch ein Foto von uns beiden machen (siehe Anfang des Artikels), bevor wir die Treppen des Stadions hoch stiegen.

Medaillen für die Finisher des Big25 Berlin 2016

Oben bekam man endlich seine Medaille. Ich fand es etwas schade, dass man sie nicht wie sonst direkt nach dem Zieleinlauf im Stadioninnenraum bekam.

Läufer im Verpflegungsbereich hinter dem Marathontor des Olympiastadions

Bei einigen Erfrischungen kamen wir anschließend wieder zu Kräften. Aber da auch die Temperaturen relativ frisch waren (auf den Fotos sieht es sonniger und wärmer aus, als es tatsächlich war), beeilten wir uns, dass wir uns schnell umzogen, um nicht allzu lange zu frieren.

Pace-Grafik Big25 Berlin 2016

Die Pace-Grafik ist schnell erklärt: Das anfängliche Tempo (und auch die kleinen Schwankungen) sind dem – anfangs abschüssigen – Höhenprofil der Strecke geschuldet, danach folgen 15 Kilometer, die im jeweiligen Kilmeterschnitt auf fast 5 Sekunden identisch schnell waren, dann der langsamere Kilometer 21 mit der Steigung an der Neuen Kantstraße, dann zwei wieder engagiertere Kilometer (5:11 min/km), bevor es mit „Jetzt locker auslaufen, es ist völlig egal, ob du in 2:07 oder 2:08 reinkommst, die 2:10 sind allemal unterboten!“ endete.

PS: Klaus hat mit 2:04:20 seine Wunschzeit ebenfalls erreicht, Andreas IV. war mit 1:54:25 wieder eine Klasse für sich, Hannah war am Ende fast eine Minute schneller als ich im Ziel und Heiko musste anscheinend leider – so vermute ich es aufgrund seiner Zielzeit – die restlichen Kilometer ins Ziel gehen. Es hat mich trotzdem sehr gefreut, Heiko und Hannah, mit euch einen großen Teil der Strecke gemeinsam gelaufen zu sein!

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F-Klasse-Laufen, Laufevents

6 Kommentare zu “Big25 – 25-km-Lauf am 15.05.2016”

  1. Marek sagt:

    Ja schönes Ding! Bedingungen waren letztes Jahr ähnlich (schlecht), da kannst du doch super zufrieden mit dir sein. Stimmt schon, Heiko ist eigentlich sonst fixer unterwegs. Freut mich, dass ihr euch getroffen habt und du uns Klaus so ein gutes Ergebnis erzielen konntet. Ich hatte auch meinen Kollegen am Start, der ist eine 01:42 gelaufen – richtig stark. Gute Erholung!

  2. Andreas sagt:

    @Marek
    Na, 1:42 ist natürlich der Superhammer! Aber mit meiner davon unendlich weit entfernten Zeit bin ich natürlich auch sehr zufrieden ;-) Jetzt muss ich nur mal langsam im Training zu den richtig langen Läufen kommen…

  3. Claudi sagt:

    Super Sache! Herzlichen Glückwunsch!! Ich wünsche Dir gute Erholung und danke für den schönen Bericht.
    Viele Grüße,
    Claudi

    http://claudigivesitatri.de

  4. Andreas sagt:

    @Claudi
    Danke, aber viel Erholung ist wohl nicht drin: Jetzt beginnt das Training für meinen ersten Ultra erst richtig ;-)

  5. saffti sagt:

    Ach ja, der doofe 21. Kilometer. Da litt ich auch gewaltig, zumal es bei mir gerade zu dieser Zeit regnete und stürmte. Ich war zum ersten Mal beim BIG25, und abgesehen vom Wetter sowie einigen doofen Passanten, die mir immer mal wieder vor die Füße liefen, hat’s mir sehr gut gefallen.

  6. Andreas sagt:

    @saffti
    Glückwunsch zum Debüt beim Big25! Für mich ist es einer der schönsten Berliner Läufe mit einem tollen Zieleinlauf. Vielleicht sieht man sich ja nächstes Jahr ;-)

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