Langer Lauf mit Dschungel-Atmosphäre

Veröffentlicht am 04.08.2014 | 10 Kommentare

Läufer kämpfen sich durch das Dickicht

Manchmal läuft es eben anders als man denkt! Immer die selben Laufstrecken zu laufen wird auf Dauer langweilig, aber unser Sonntagslauf auf neuen Pfaden wurde mit jedem Kilometer abenteuerlicher und anstrengender…

Läufer auf dem Berliner Mauerweg

Wegen des warmen Wetters starteten Monika, Lisa, Klaus, Andreas V. und ich wieder bereits um viertel vor sieben; zu Anfang noch über den Berliner Mauerweg Richtung Westen…

Schmaler Pfad bei Sigridshorst

… bevor wir bei Sigridshorst abbogen auf einen neuen Laufabschnitt, den ich mir überlegt hatte. Zuerst war der Trampelpfad entlang der Bahnstrecke auch noch ganz gut zu laufen…

Läuferin kämpft sich durch die Natur

… aber dann entwickelte er sich zu einem fast undurchdringlichen Dickicht!

Läufer auf sehr schmalem Pfad

Wir kämpften uns gehend voran und versuchten dabei den Brennnesseln und Brombeeren, die sich immer wieder nach unseren Beinen streckten, zu entkommen.

Bambus am Weg

Es war wirklich der reinste Dschungel, in den wir hier geraten waren. Sogar Bambus wuchs hier! Kaum zu glauben, dass der Weg bei Google eingezeichnet war, denn wir konnten ihn in all dem wuchernden Gestrüpp oft kaum erkennen.

Schild Fontaneweg

Mit so einigen kleinen Blessuren konnten wir uns schließlich auf die parallel führende Straße retten und liefen etwas entspannter bis nach Teltow durch. Hier trennten wir drei Marathon-Vorbereiter uns von den beiden Damen und liefen auf dem Fontaneweg entlang der Bahnstrecke weiter.

Läufer in Teltow

Leider hatte sich in meine Wegplanung ein entscheidender Fehler eingeschlichen: Wir hatten die falsche Seite des Bahndamms erwischt und mussten spontan unsere Route umändern!

Weite Landschaft vor Ruhlsdorf

Wir entschieden uns – wo wir jetzt schon mal hier waren – für die „Entdeckertour“ nach Ruhlsdorf.

Schatten der Läufer auf dem Weg Richtung Ruhlsdorf

Es war zwar noch recht früh am Morgen, aber die Sonne gab schon ihr Bestes.

Läufer in Ruhlsdorf

Nach zwei Kilometern liefen wir auf der Dorfstraße durch das idyllische Ruhlsdorf

Ruhlsdorfer Kirche

… mit seiner kleinen, beschaulichen Kirche.

Schild Heimatverein Ruhlsdorf

Wir sahen uns etwas um…

Restaurant Hammer

… wunderten uns über den für ein Restaurant/Hotel merkwürdigen Namen…

Wegänderung in Teltow

… und liefen dann wieder weiter, auf das westliche Ende von Teltow zu.

Straßenschild Bremer Straße

Fast genau zur Halbzeit – 30 km waren für diesen Sonntag insgesamt geplant – kamen wir an diesem Schild vorbei. Eine kleine Erinnerung an meine Heimatstadt ;-)

Italienische Trattoria in Teltow

Die Straße führte nahezu end- und ereignislos über mehrere Kilometer. Da wurden ein italienisches Restaurant mit aufgemalten Fenstern…

Thai-China-Imbiss hinter Sträuchern

… und ein versteckter Thai-Imbiss schon zu wilkommenen Abwechslungen.

Brücke über den Teltowkanal

Schließlich kamen wir an den Teltowkanal, wo wir uns kurz orientieren mussten…

Läufer am Teltowkanal

… bevor unser Lauf am Ufer des Kanals fortgesetzt wurde.

Laufen durch hohe Gräser

Hier gab es wieder einige Abschnitte, die eher an Rambo-Filme als an Laufstrecken erinnerten.

Läufer am Teltowkanal bei Kleinmachnow

Bei Kleinmachnow hörte der Uferweg auf, und wir mussten einen kleinen Bogen laufen, bis wir nach fünf Minuten wieder an den Teltowkanal kamen.

Boje auf dem Kanal

Hier gab es wunderbare Blicke auf das Wasser…

Läufer auf schmalem Pfad entlang des Kanals

… dank eines schmalen Pfads direkt am Ufer.

Laufen durch ein kleines Tor in der Mauer

Wir hätten all diese schönen Eindrücke sicherlich noch mehr genießen können…

Läufer auf Brücke

… wenn uns nicht die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit so zugesetzt hätten.

Rettungsring am Teltowkanal

Ungefähr ab der Halbmarathonmarke wurde es immer schwieriger, und Andreas V. bekam aufgrund des Wetters Probleme, seinen Puls im vernünftigen Bereich zu halten.

Läufer an Tankstelle

Nach mehreren Gehpausen kam dann die Tankstelle an der Hildburghauser Straße (wir kamen der Heimat jetzt näher!) gerade recht, und Andreas V. gönnte sich (und uns) erst eine Cola und dann einen Wasserguss.

Laufstrecke Marienfelde - Sigridshorst - Teltow - Ruhlsdorf - Teltow - Kleinmachnow - Teltowkanal

Zwei Kilometer später trennten wir uns dann in Marienfelde: Andreas V. und Klaus wollten den Lauf nun beenden, und ich wollte die 30 Kilometer noch voll machen. Klassischer Fall von „Ich trainiere eigentlich nicht nach Marathonplan, aber wenn da 30 km drauf stehen, dann laufe ich auch 30 km.“ Meine Frau hat mich nach meiner Rückkehr für verrückt erklärt. Und ich hab ihr nicht widersprochen ;-)

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F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen

10 Kommentare zu “Langer Lauf mit Dschungel-Atmosphäre”

  1. Eddy sagt:

    Wie immer ein toller Bericht, mit eie immer noch tolleren Bildern: einfach herrlich!

  2. Andreas sagt:

    @Eddy
    Und extra für dich sogar noch ein Bremen-Schild dabei ;-)

  3. Hanna sagt:

    Das Abenteuer ruft: Laufen mit Machete! Wusste gar nicht, dass es in Berlin so dichte Dschungelstrecken gibt.

  4. Andreas sagt:

    @Hanna
    Na, die Bezeichnung „Strecke“ ist auch wirklich schmeichelhaft, es war eher ein Pfad durchs Dickicht. Dschungel der Großstadt gewissermaßen (obwohl wir hier schon ziemlich weit draußen vor der Stadt waren ;-)

  5. Hanna sagt:

    Im Dickicht der Städte … ist das nicht ein Frühwerk von Bertolt Brecht, dem alten Läufer? Da kann man mal sehen, was in so einer Stadt für Themen wachsen. Bin gespannt, was für ein Abenteuerlauf euch als nächstes einfällt. Keep on…

  6. Andreas sagt:

    @Hanna
    Ah, das wäre auch eine Idee für eine Stadt wie Berlin: ein Literaturlauf! Ein Marathon vom Dickicht der Städte bis zum Dschungelbuch ;-)

  7. Hauke sagt:

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah! In dem Falle der Dschungel. Da bekommt doch der Begriff Großstadtdschungel eine ganz andere Bedeutung. Toller Bericht mit tollen Bildern!

  8. Andreas sagt:

    @Hauke
    Das war des Guten (= Dschungel) schon fast zu viel… Zumindest für’s Laufen ;-) Freut mich, dass dir der Bericht gefallen hat!

  9. Din sagt:

    Oh! Wo seid ihr denn überall so schön unterwegs gewesen. Ein toller Lauf.

    Mich krabbelt diese Jungelei immer ganz schön :D

    Noch ein, zwei Worte zu deinem TomTom Test, da die Kommentarfunktion bereits deaktiviert ist:
    Wie du vermisse ich die Auto-Pause auch sehr. Leider wird mir das mindestens ein Mal pro Woche bei meinem Stadtlauf in Erinnerung gerufen. Hier draußen auf dem Land allein brauche ich die Funktion kaum, aber in der Stadt mit all den Hindernissen…

    Ansonsten deckt sich deine Erfahrung sehr mit meinen. Schöner Bericht.

  10. Andreas sagt:

    @Din
    Na, so ein bisschen Fluchen war schon dabei auf diesen Dschungel-Passagen. Durch Brennnesseln und Brombeeren zu laufen ist nicht wirklich schön :-(

    Beim TomTom macht sich das auf Stadtläufen wirklich bemerkbar, denn ich will ja wissen, wie schnell ich gelaufen bin. Wenn ich im 5er-Schnitt unterwegs bin und 1 Minute an der Ampel warten muss, habe ich einen 6er-Schnitt für den Kilometer auf der Uhr. Kein Beinbruch, aber unbefriedigend. Wie schön, dass wir hier draußen unsere ampelfreien Strecken haben ;-)

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