Ein langer Lauf im Wettkampftempo – es kommt, wie es kommt

Veröffentlicht am 10.06.2012 | 9 Kommentare

Läufer vor kleiner Steigung

Was war DAS? Ein langer Lauf? Ein Tempodauerlauf? Ein Wettkampf? Von allen sonstigen Mitläufern waren an diesem Sonntag nur Hartmut und ich übrig geblieben und zu einem 25-km-Lauf über Großbeeren verabredet. Und da Hartmut bekanntlich in einer anderen Liga läuft – wie auch Gerald beim Kostrzyn-Lauf schon bemerkt hatte –, hatte ich die Wahl zwischen der „Trotziges-Kind-bleibt-hinten“-Nummer oder einem kernigen „Ich-geb-mir-mal-die-Kante“-Lauf…

Stinkende Gegend

Was soll ich sagen, ich hatte mir fest vorgenommen, die Trotz-Nummer durchzuziehen, stoisch mein Langer-Lauf-Tempo von 5:50 min/km zu laufen und mich keinesfalls vor dem am nächsten Wochenende anstehenden 27-km-Wettkampf am Scharmützelsee  zu verausgaben. Aber kann man Hartmut so enttäuschen? ;-)

Nachdem wir die ersten 3 km ungefähr im 5:30 min/km-Tempo losgelaufen waren – von wegen 5:50 min/km – waren wir danach schon unterhalb dieser Marke. Und wurden von da an über die gesamten 25 km immer schneller! Vollkommen egal, ob es mal kurz ein wenig eine Steigung hinaufging oder man kurzzeitig vor lauter Gestank (siehe Foto, irgendetwas verrottet und gärt extrem hinter diesen Mauern) kaum atmen konnte: klar war, dass es kein zurück gab, das Tempo nahm stetig zu.

Grafik mit Laufgeschwindigkeit des langen Laufs

Nicht dass jemand denkt, dass wir uns nicht auch gut unterhalten hätten, durchaus. Aber eben nicht ganz so entspannt wie sonst ;-) Und ich bin auch keineswegs auf dem Zahnfleisch hinterhergehechelt. Ich hatte mich spätestens nach den ersten Kilometern damit abgefunden, dass das jetzt ein „anspruchsvoller“ Lauf für mich werden würde und hatte auch meinem Spaß am schnellen Laufen.

Aber ob diese ganze Aktion nun sehr gut oder im Gegenteil absolut schlecht für den Scharmützelsee-Wettkampf war, wird sich zeigen. So schnell wie heute wollte ich eigentlich am Scharmützelsee mit Andreas IV. nicht laufen (siehe auch unseren Bericht vom letzten Jahr). Da es für uns beide kein Bestzeitenlauf werden soll, hatten wir eine Anfangsgeschwindigkeit von 5:15 min/km geplant, mit der Option, auf der zweiten Hälfte schneller zu werden.

Da war ich heute mit Hartmut mit einem Durchschnitt von 5:07 min/km über 25 km schon im Training schneller als ich dann im Wettkampf laufen will… Naja, die Form scheint auf jeden Fall zu stimmen.

PS: Die Grafik mit der Auswertung des Laufs hat mich wirklich verblüfft: Das Tempo steigerte sich nahezu kontinuierlich von 5:30 bis 4:50 min/km (orange = unter 5:00 min/km), mit einem schnellen 4:37er-Kilometer zum Schluss. So einen Lauf habe ich noch nie hinbekommen, nicht im Training und erst recht nicht im Wettkampf. Hartmut sei Dank ;-)

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F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen

9 Kommentare zu “Ein langer Lauf im Wettkampftempo – es kommt, wie es kommt”

  1. Running Twin Marek sagt:

    Na bitte das sieht TOP aus! Habe ich aber auch schonmal festgestellt, dass man sich trotz höheren Tempos noch unterhalten kann, wenn die Form stimmt. Und die stimmt bei dir :-) Bis Sonntag! (habe vernommen, dass es schon um 9Uhr losgeht!).

  2. Gerald sagt:

    na das sieht doch gut aus für den Scharmützelsee, beim Wettkampf geht ja bekanntlich immer noch etwas mehr, Ziel-Pace ist dann 5:00 ;-) und der Hartmut ist schon ein richtiger Antreiber, vielleicht solltest du ihn als Pace-Maker engagieren

  3. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Marek und Gerald
    Danke für die aufmunternden Worte! Ich werde mal sehen, was sich machen lässt, aber ganz so ehrgeizig bin ich in diesem Jahr nicht, würde mich aber freuen, wenn ich mal „entspannt schnell“ sein könnte ;-) Aber mit Hartmut wäre das nichts, der hat heute nur Spaß gemacht, im Wettkampf würde ich ihn nicht lange im Auge behalten können. Und wenn Wettkampf ist, kann Hartmut wahrscheinlich auch nicht langsamer laufen, der würde sonst vor Ungeduld platzen… ;-)

  4. Pierle sagt:

    Wow – was mit der passenden Zugmaschine so alles geht. Ab KM 17 mal eben auf 4:xx-Tempo gehen – nicht schlecht.

    LG Carsten

  5. Martin sagt:

    Wow-das ist mal ein Schnitt! Da muss ich laaange zurückdenken wenn ich das mal hinbekommen habe-ich glaube nur einmal vor ein paar jahren auf ebener Strecke. Das wird auf jeden Fall eine Pace unter 5min/km werden !

  6. "Der Blaue" (Ingo) sagt:

    so ein ähnlicher lauf ist dir am vatertag doch auch gelungen!? im training läuft es doch oftmals richtig schön locker und unverkrampft. alles gute und ein happy finish am scharmützelsee.
    ich war pfingstsamstag am stocksee unterwegs. zwei runden (21,1km) in herrlicher landschaft bei etwas zu warmer witterung, etlichen steigungen und leichten darmproblemen.
    letzten freitag dann 10 km in neumünster bei der holstenköste. ein stimmungsvoller abendlauf durch wohngebiete mit anschließendem stadtfest.

  7. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Carsten und Martin
    Ja, da sieht man mal, was so ein „Hase“ ausmacht. So schnell laufe ich über solch eine lange distanz sonst auch nur im Wettkampf (und das ist auch nicht immer so).

    @Der Blaue
    Du hast 100%ig den Punkt getroffen: Im Training bin ich oft wesentlich lockerer. Wenn ich etwas Zeit hatte „reinzukommen“, steigere ich schon mal das Tempo und freue mich am schnellen Laufen. Im Wettkampf – gerade wenn es auf PB zugehen soll – ist das Tempo gleich zu Anfang (zu) hoch, da gerate ich dann schnell mal in Stress und verliere die Lust. Ziel für den Scharmützelsee ist definitiv, mal bewusst ruhig zu starten und, sofern möglich, später anzuziehen!

  8. Thomas von Läufer-Blog.de sagt:

    Ist doch Klasse so ein Lauf und wer im Training schon so laufen kann, kann im Wettkampf bestimmt auch unter 5:00 durchschnittlich laufen.

    Sport frei!
    Thomas

  9. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Thomas
    Theoretisch ja, praktisch gönne ich mir am kommenden Sonntag etwas mehr Zeit.

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