SCC Events – Nur wer schnell zahlt, darf schnell laufen

Veröffentlicht am 19.05.2011 | 5 Kommentare

Logo SCC EventsDa habe ich doch vor ein paar Tagen eine E-Mail vom SCC Events bekommen, die mich darüber informierte, dass der Berliner Halbmarathon 2012 – ebenso wie bereits in diesem Jahr der Berlin-Marathon – nun auch eine „neue Staffelung des Teilnehmerbetrags“ vorsieht. Statt der üblichen Zeitfenster-Anmeldephasen setzt man jetzt auf ein „Wer-zu-spät-kommt-den-bestraft-das-Leben-(und-belohnt-den-Veranstalter)“-Prinzip: die ersten 5000 Anmelder zahlen ein Startgeld von 30 Euro, die weiteren stufenweise mehr, bis hinauf zu 45 Euro…

Clou der Sache ist, dass der „Startschuss“ gleich am 17.05.2011 gefallen ist und nach dem ersten Tag bereits 1000 Anmeldungen im Sack waren. Wir Läufer müssen uns also immer früher anmelden (fast ein Jahr!) oder deutlich mehr zahlen als zuvor.

Wie es anders geht, zeigen die Anmeldeunterlagen für den Mercedes-Benz-Halbmarathon in Tegel im Herbst, die ich zeitgleich erhielt. Bis 10 Wochen vor dem Lauf zahlt man den günstigsten Beitrag von 13 Euro, bis eine Woche davor 15 Euro und am Lauftag selber ist man mit 18 Euro dabei. Ich laufe beide Halbmarathons sehr gerne und erkenne durchaus an, dass ein riesiger Lauf wie der Berliner Halbmarathon mit über 27.000 Teilnehmern und Spitzenläufern viel Geld benötigt. Aber mal im Ernst: ich laufe nicht schneller, wenn vorne ein Weltklasseläufer voranläuft! Und als Berliner habe ich die Sightseeing-Strecke nun sechs Mal berannt.

Wahrscheinlich werde ich mich also für meinen Frühjahrs-Halbmarathon nach einer netten Alternativveranstaltung umsehen…

Zwei mögliche Frühjahrs-Halbmarathons 2012 im nahen Brandenburg:

Natur-Marathon in Marienwerder
Mitte März (inkl. Halbmarathon, Startgeld HM zwischen 8 und 12 Euro)
Ein 10,5 km langer, landschaftlich sehr reizvoller Rundkurs entlang des Finowkanals und in den angrenzenden Wäldern. Die Strecke ist komplett verkehrsfrei, besteht zu ca. 60% aus festen Waldwegen und ca. 40% Asphaltwegen und ist nach den Richtlinien des DLV offiziell vermessen.

Spreewald-Marathon
Ende April (inkl. Halbmarathon, Startgeld HM zwischen 20 und 30 Euro)
Der flachste Marathon der Welt (Höhenunterschied <1,8 m), die Laufzeitschrift Laufzeit zählte den Spreewald-Marathon 2010 zu den 10  beliebtesten Laufveranstaltungen Deutschlands in der Kategorie Läufe mit über 1000 Teilnehmern.

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F-Klasse-Laufen, Laufevents

5 Kommentare zu “SCC Events – Nur wer schnell zahlt, darf schnell laufen”

  1. Stocki sagt:

    Du hast völlig recht, es ist inzwischen eine Frechheit, was der SCC uns Berliner Läufern abverlangt. Das ist Geldschneiderei. Ich werde nach 10 Teilnahmen in Berlin im nächsten Jahr lieber an einem kleinen Lauf teilnehmen.

  2. Sven sagt:

    Guter Beitrag zu einem nicht sonderlich schönen Thema. Ich habe mich über die Nachricht vom SCC genauso geärgert. Dabei sind die hohen Startgebühren ja nur eine Seite. Für mich viel ärgerlicher: Bis jetzt konnte ich mich immernoch nach dem Berlin-Marathon entscheiden, ob ich mich für das Frühjahr anmelde oder nicht.
    Vermutlich werde ich mir auch eine Alternative suchen. Da bietet sich zum Beispiel auch meine frühere Heimat Leipzig an (www.leipzigmarathon.de)…

  3. Henrik von den Running Twins sagt:

    Wir werden uns die Teilnahme auch gut überlegen (und erst nach dem Winter entscheiden), obwohl dieser Lauf für uns auch schon fast traditionell ist. Was mich auch stört: die Teilnehmeranzahl wurde auf max. 27.500 erneut hochgeschraubt. Allein die 2.500 zusätzlichen Startgelder sollten doch reichen. Gute Tipps als Alternative hast du da gegeben. Interessant ist auch der RBB-Drittelmarathon in Potsdam am 29.04.2012. Da ist mit 16 EUR bis Ende Februar 2012 dabei.

  4. Andreas II sagt:

    Ich habe mich auch über das neue Anmeldeverfahren vom SCC geärgert.
    Sich ein Jahr im Voraus für einen Halbmarathon anmelden zu müssen ist nicht gerade sehr kundenfreundlich, die Startplätze (und damit die Startgebühr) nach dem Windhundverfahren zu vergeben ist es noch weniger.
    Die Läufe vom SCC sind alle perfekt organisiert, ohne Frage. Das kostet natürlich auch einiges an Geld. Vergessen sollte man aber nicht, dass gerade die breite Masse zum Erfolg der Veranstaltungen beigetragen hat. Jetzt soll diese Kuh anscheinend gemolken werden um die großen Stars zu finanzieren.
    Die vielen gut organisierten Laufveranstaltungen in Berlin oder Brandenburg sind da eine echte Alternative. Dort sind über viele Wochen ehrenamtliche Mitarbeiter mit der Planung und Durchführung beschäftigt und schaffen damit eine sehr familiäre Atmosphäre. Die Startgebühren sind dort sehr moderat und man kann sich auch kurzfristig für eine Teilnahme entscheiden, ohne das der Preis exorbitant nach oben geht.

  5. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Stocki, Sven, Henrik, Andreas II
    Habe ich mir schon gedacht, dass ich mit meinem Ärger nicht alleine bin… Ist also wirklich mal an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren!

    Wer hat weitere Tipps für Lauf-Veranstaltungen im Frühjahr?

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