Mauerweg-Lauf: Etappe 11 von Staaken nach Hennigsdorf

Veröffentlicht am 25.06.2009 | 2 Kommentare

Staffelstab-Übergabe von Läufer-Team 10

06.06.2009 | Start: 15:21 Uhr | Ziel: 17:35 Uhr | Strecke: 20,6 km
Läufer: Dieter, Hartmut, Alexander


Strecken-Karte

Ecke Straße 347– durch Kleingartenkolonie – parallel zur Martin-Luther-Str. – Radelandstr. kreuzen – dem Mauerweg folgen – kurz nach dem Knick auf asphaltierte Straße geradeaus – kurz nach Große-Kienhorst-Bogen rechts – Schönwalder Allee – am Laßzinssee entlang – am Naturschutzgebiet Rohrpfuhl entlang – an der Havel entlang Richtung Nieder-Neuendorf – am Nieder-Neuendorfer See entlang – am Oder-Havel-Kanal entlang – Hafenstr.

Ankunft der Läufer der Etappe 10

Es ist ein schöner Samstagnachmittag. Keine Sonne am Himmel, dennoch warm, wenig Luftbewegung, ein Tag für einen schönen Lauf, für einen schönen Mauerweg-Lauf. Ich habe mich mit Hartmut und Alex verabredet. Wir werden von Staaken nach Hennigsdorf laufen. Wir sind die Etappenläufer 11, Wegstrecke 20,6 km. Unser erster Treffpunkt ist die Havelstraße/Ecke Ruppiner Straße. Unser Lauf beginnt um 15.21 Uhr.

Mit Hartmut habe ich mich an der Havelbrücke verabredet. Dort werden wir ein Fahrzeug abstellen und mit unseren Wechselsachen beladen. Mit dem anderen Fahrzeug fahren wir zum Startbereich nach Staaken. Dort angekommen treffen wir unseren dritten Läufer, Alex. Außerdem sind noch 3 liebenswerte Betreuer(in) an unserer Seite. Wir haben noch eine halbe Stunde Zeit. Die Zeit verbringen wir mit netten Plaudereien.

Die Zeit unseres Starts rückt immer näher. Weit und breit kein Läufer der Etappe 10 zusehen. Ich versuche Klaus anzurufen. Der Ruf geht raus, der Hörer wird nicht abgenommen. Die Aufregung steigt. Ich versuche Andreas anzurufen. Andreas meldet sich. Er berichtet mir, dass er der Verursacher des zu späten Kommens ist. Hatte zu viele schöne Eindrücke mit der Kamera einzufangen und dabei die Zeit etwas vergessen. Er bittet um Entschuldigung, wir mögen uns noch gedulden und auf die anrückenden Läufer warten. Nach über 10 Minuten Verspätung der erlösende Moment. Wir sehen unsere Mitstreiter der Etappe 10. Mit dabei unsere Weltmeisterin im Marathon, Regina Vollbrecht. Wir sind glücklich, begrüßen alle mit Laolawelle und frohjauchzenden Hochrufen. Noch schnell ein paar Fotos von der Staffelstabübergabe geschossen, dann geht es endlich los.

Gedenkkreuz Maueropfer Willi Block

Eine Strecke mit Steigungen

Hartmut startet gleich durch. Hartmut hat bereits am Morgen 04.00 Uhr die erste Etappe, ca. 20 km, absolviert. Man sieht ihm keine Müdigkeit an. Ich weiß, dass ich mit zwei starken Läufern zusammen bin. Aber es ist ja ein Funlauf. Dachte ich mir jedenfalls.

Durch den Wald

Der Mauerweg

Die ersten 5 km geht es durch den Wald. Steigungen, hoch und runter. Am Eiskeller Spandau angelangt, laufen wir an frischen grünen Wiesen vorbei und das Tempo steigert sich von 5:30 min/km auf 5:00 min/km und schneller. Eigentlich wollte ich das Tempo angeben. Das war aber ein großer Irrtum. Hartmut läuft unbeirrt mit Vollgas weiter.

Mauerweg-Schild

Auf dem Mauerweg

Laufen durch die Wiesen

Läufer von oben

Es geht durch Wald und Flur, vorbei an alten Grenzsteinen, Hochsitzen, einem See und Tiergehege. Bis zu einer Hauptverkehrsstraße. Alex hatte sich den Lauf auch etwas ruhiger vorgestellt, kann jedoch ohne Probleme das Lauftempo mithalten. In kurzen Gesprächen kommen Alex und ich zur entscheidenden Erkenntnis, Hartmut ist auf der Flucht.

Läufer von oben

Hinter jedem Baum sieht er einen Grenzsoldaten stehen. Doch dann der erlösende Moment, eine Hauptverkehrsstraße. Zwangsläufig bremst Hartmut ab. Hier haben die Kraftfahrzeuge Vorfahrt. Endlich kommen wir zu einer ersten Geh- und Trinkpause, die ich förmlich herbeigesehnt habe. Mein isotonisches Getränk von… (keine Schleichwerbung), gibt mir neue Kraft und neuen Mut den Lauf durchzustehen. Die Gehpause ist nicht von langer Dauer und das Tempo wird wieder aufgenommen.

Am Wasser

Hartmut weiter auf der Flucht. Ich kann mir nicht verkneifen zu Hartmut rüber zu rufen „Hartmut, dafür dass du heute schon über dreißig Kilometer gelaufen bist, sehe ich schon ganz schön Schei… aus!“ Jetzt führt unser Weg immer an der Havel entlang, auf einen wunderschönen Rad- und Wanderweg, der bis nach Kopenhagen führt. Vorbei geht es an wunderschönen Einfamilien- und Reihenhäusern, eingebettet in wunderbar gepflegte Gärten. Der Blick schweift immer wieder auf die Havel und es ist einfach nur schön in dieser Gegend laufen zu können.

Der berühmte Hungerast?

Noch einmal versuchen Alex und ich Hartmut auszubremsen. Wir fragen ihn, ob wir nicht jetzt etwas langsamer laufen könnten, denn wir liegen sehr gut in der Zeit. Hartmut verneint. Er begründet es mit seiner rechten Wade, die ihm Probleme bereitet, sie nicht mehr merkt und deshalb das Tempo nicht herausnehmen darf. Unsere Antwort: „Ah, ja“, das war natürlich eine logische Erklärung für uns. Somit opferten wir uns seiner Wade, der natürlich nichts Schlimmeres passieren durfte.

Grenzturm Nieder Neuendorf

Baumskulptur

Bald am Ziel

Wir gelangten zum letzten Teil unserer Wegstrecke. Vorbei am Ausbesserungswerk der deutschen Bahn, unserem Ziel immer näher. Dann der absolute Höhepunkt. Wir biegen in die Zielkurve, Hafenstraße ein und werden von unseren nächsten Etappenläufer(innen) schon erwartet, bejubelt und begrüßt.

Ein wunderbares Gefühl. Wir treffen auf bekannte Gesichter und die Unbekannten sind uns gleich sehr nah und ich habe das Gefühl, wir sind eine wahre Läuferfamilie. Es werden noch einige Erlebnisse berichtet, Erinnerungsfotos geknipst und die Etappenläufer 12 begeben sich in ihre Spur. Eigentlich hatten sie noch 10 Minuten Zeit bis zum offiziellen Start. Sie liefen aber los, weil sie sich Zeit nehmen wollten, denn es ist ja ein Funlauf, den ich mir so gewünscht hatte.

Staffelstab-Übergabe an Läufer-Team 12

Zu guter letzt war ich aber sehr zufrieden mit einer für mich ordentlichen Wettkampfzeit von 1:40:00 ins Ziel gekommen zu sein, dank Hartmuts Flucht und der Unterstützung von Alex.

startblog-f sagt Danke an die Läufer für die Fotos und den Bericht!

Kategorien

Laufevents, Mauerweg-Lauf

2 Kommentare zu “Mauerweg-Lauf: Etappe 11 von Staaken nach Hennigsdorf”

  1. Hannes sagt:

    Wow, dass selbst auf einer so langen Etappe mehrere dabei sind. Das unterstreicht sehr schön, was für ein Erfolg die ganze Veranstaltung war!

  2. Hanna sagt:

    Wenn die für die Teilung Berlins Verantwortlichen seinerzeit die gesamte Strecke hätten alleine laufen müssen – die Welt wäre eine andere…

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