Das Stretching und der Zeitgeist – richtig stretchen will (immer wieder neu) gelernt sein

Veröffentlicht am 07.01.2009 | 5 Kommentare

Richtiges Stretching im Jahr 2009
Richtiges Stretching der Waden im Jahr 2009: Beispiel aus der Runner’s World 01/09

Wissenschaftliche Erkenntnisse ändern sich. Was gestern noch richtig war, kann heute schon absolut falsch sein. Ein aktuelles Beispiel zum Stretching der Waden habe ich gerade in meinem Lieblings-Läufer-Magazin gefunden…

In der Runner’s World-Ausgabe Januar 2009 wird gewohnt wissenschaftlich belegt und anschaulich in einer Illustration gezeigt, wie man richtig die Waden stretchen sollte. Aktiv-isoliert heißt das Zauberwort. Und auch ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte wird gleich mitgeliefert: statisch. Erklärung im Text dazu: „Früher stretchte man die Wade statisch, aber darauf reagiert der Muskel mit einer Gegenspannung. Das ist kontraproduktiv.“ Auf deutsch: Die Muskulatur der Wade wird beim statischen Stretching nicht gelockert, sondern spannt sich sogar!

Richtiges Stretching im Jahr 2007Richtiges Stretching der Waden im Jahr 2007:
Beispiel aus der Runner’s World 05/07

Nun kann ich mich aber erinnern, dass gerade dieses nun falsche statische Stretchen im Jahr 2007 noch absolut richtig war. In der Runner’s World Mai 2007 fand ich diese Illustration in einem Artikel mit dem Titel: „So machen Sie Ihre Unterschenkel fit“. Im Text heißt es: „Die Dehnungsübung sollte nicht nur nach dem Laufen, sondern mehrmals täglich ausgeführt werden, um die Waden zu lockern.“

Was man also als gesundheitsbewusster Läufer im Jahr 2007 nicht häufig genug machen konnte, um die Waden zu lockern, bewirkt im Jahr 2009 das glatte Gegenteil, es verspannt die Wadenmuskulatur!

Ich lese wirklich gerne Laufmagazine und interessiere mich für den neuesten Stand der Lauf-Wissenschaft, aber man sieht an diesem Beispiel deutlich: Wissenschaftliche Erkenntnisse ändern sich oft schneller als manche von uns laufen können!

Mein Rat: lesen (ist immer gut), ausprobieren (kann nicht schaden), und wenn es sich gut anfühlt ist es wohl (für dich) richtig.

Dabei zu beachten ist die startblog-f-Regel Nr. 1:
Zuviel von einer Sache ist niemals gut!

Nicht zu vergessen die startblog-f-Regel Nr. 2:
Du sollst nicht alles so ernst nehmen!

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5 Kommentare zu “Das Stretching und der Zeitgeist – richtig stretchen will (immer wieder neu) gelernt sein”

  1. Gerd sagt:

    Ich hatte genau den gleichen Gedanken bei dem Artikel in der runners. Wobei mir die Ausführung der Übung in der neueren und in der älteren Variante gut bekommt.
    Also variiere ich beide!

  2. klaus (ratlos) sagt:

    Wenn ich die neue Version oben richtig verstehe, sollen die Wadenmuskel völlig entspannen. Mir gelingt das am besten, indem ich im warmen Bett bleibe! Ich verstehe den Artikel nicht so richtig: jede Dehnung – egal um was es sich handelt – erzeugt eine Spannung. Bisher dachte ich, dass die nachfolgende Entspannung eine Lockerung erzeugt. Wird nun durch die Spannung des Schienbeins die Wade gelockert?

  3. Hannes sagt:

    Deine Regeln sind absolut richtig. Manchmal übe ich mit Freude eine neue Variante aus. Manchmal kommt die mir allerdings so dämlich vor, dass ich bei der alten bleibe, solange die mir bisher noch nicht geschadet hat. Und das hat eigentlich fast keine der Übungen.

  4. Brennr.de sagt:

    Genau das ist mir auch aufgefallen, als ich die Runner’s World im Zug gelesen habe. Mich würde es nicht wundern, wenn ich in einem Jahr in einer Ausgabe lesen würde, dass es doch besser ist sich so zu dehnen, wie es 2007 empfohlen wurde.
    Ich muss gerade an eine Spaziergängerin denken, die meinte, ich würde mich falsch dehnen. Sie sei studierte Physiotherapeutin und hätte das gelernt. Hm, muss sie nun ihr Studium wiederholen..? ;)
    Ansonsten halte ich es wie Hannes.

  5. Sylvia sagt:

    Die Beschreibung des Strechings ist in diesem Artikel tatsächlich nicht gelungen, vor allem wenn von „Muskelentspannung“ gesprochen wird. Für mich persönlich bleibt die Dehnung der verkürzten Wadenmuskulatur an der Wand der Favorit und den oben beschriebenen Kraftaufwand in Knie- und Fußgelenk kann ich dabei nicht bestätigen.

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