Cross-Country-Lauf am 04.11.2007

Veröffentlicht am 04.11.2007 | Kommentare deaktiviert für Cross-Country-Lauf am 04.11.2007

Vor Wochen hatte ich beschlossen, als Ausgleich für zwei verletzungsbedingt abgesagte Läufe im Herbst noch ein bis zwei Spätherbst-Läufe mitzumachen. Die erste Wahl fiel auf den 44. Berliner Cross-Country-Lauf im Grunewald. Crosslauf in der etwas unwirtlicheren Jahreszeit soll ja so gut für die Form im Frühjahr sein…

Heute war es dann soweit: mein erster Crosslauf überhaupt! Wie würde die Strecke sein? Würde es in Strömen regnen? Wie schnell – im Vergleich zur Straße – kann man einen Wettkampf über Waldboden laufen? Fragen über Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Und die wichtigste von allen: Warum musste ich unbedingt heute mit Kopfschmerzen aufwachen?

Start beim 44. Berliner Cross-Country-Lauf 2007
Die Rahmenbedingungen waren ziemlich schnell klar, es war recht gutes Herbstwetter, 10 bis 12 Grad und trocken. Manchmal zeigte sich auch die Sonne. In Anbetracht meiner Fantasien im Vorfeld war das schon fast wieder enttäuschend gut ;-) Und auch die Strecke war nicht nass und glitschig, wie befürchtet. Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, wie viel Konzentration das Laufen auf einem schmalen Waldpfad, direkt an den Fersen des Vordermannes, erfordert. Baumwurzeln und über den Weg gelegte dicke Äste sah man so erst in letzter Sekunde. Im Vergleich zu Straßenläufen, bei denen man doch relativ automatisch laufen kann, war mein Blick doch sehr auf die 50cm Waldboden hinter den Füßen meines Vordermannes fixiert. Hin und wieder knickte ich leicht über Baumwurzeln um, aber bis auf eine kurze Schrecksekunde kam ich immer heil davon. Glücklicherweise zog sich das Läuferfeld mit der Zeit dann doch etwas auseinander und ich entspannte mich wieder etwas.

Wie immer fühlten sich die ersten Kilometer für mich unheimlich schnell an. Nicht, dass sie so superschnell gewesen wären, aber ich brauche immer etwas Zeit, bis ich mich an die „Reisegeschwindigkeit“ gewöhnt habe. Nach der ersten 4,5-km-Runde kam mir der Gedanke: „Ach, jetzt mit Schlussspurt ins Ziel einlaufen, wäre auch ganz schön! Warum muss das denn jetzt noch über eine weitere Runde gehen?“ Meine Zwischenzeit lag bei etwa 22:30 min. Nicht so besonders, hatte ich mir doch eine Mindest-Zielzeit von 45 Minuten vorgenommen. Ob ich noch einen Zahn würde zulegen können? Meine winkende Familie gab mir noch einen kleinen Schub mit für die zweite Runde. Jetzt nur noch 4,5 km. Oder war ich schon weiter? Ungewohnt für Straßenläufer: keine Kilometermarkierungen weit und breit! Aber auch daran gewöhnte ich mich und genoss es sogar ein wenig: einfach mal ohne Blick auf die Uhr, ganz nach Gefühl laufen…

Irgendwie kam ich dann in den gewünschten Trott. Es war weiterhin anstrengend, aber ich lief selbstverständlicher, dachte nicht mehr nach, zog einfach mein Tempo durch. Erst zum Schluss dann das übliche „Zweite-Runde-Spiel“: Ging es nicht nach dieser Biegung die Steigung hoch? Nein? Mist, das ist wohl erst nach der nächsten Biegung da hinten! Jetzt kommt die letzte Gerade an den Kleingärten entlang. War die nicht vorhin noch viel kürzer? Das hört ja gar nicht mehr auf! Aber dann kam sie doch, die letzte Biegung, ich sah die Zuschauer und nach einem kleinen Schlussspurt war ich dann am Ziel und wurde von Familie und Hartmut, der auch gelaufen, aber natürlich längst angekommen war, begrüßt.

Die beiden Crosslauf-DebütantenMit meiner Zielzeit von 43:38 Minuten war ich sehr zufrieden. Ich hatte offensichtlich, ohne es recht zu bemerken, in der zweiten Runde noch spürbar an Tempo zugelegt – nach einem Durchschnittstempo von etwa 5 min/km in der ersten Runde, hatte ich die zweite Runde mit durchschnittlich 4:42 min/km durchgezogen. Nichts im Gegensatz zu Hartmuts 4:20 min/km, aber ich hatte mein Ziel realistisch eingeschätzt (nicht immer einfach) und am Ende sogar ein wenig unterboten. Was will ein Crosslauf-Debütant mehr?

Und die Kopfschmerzen? Waren bereits mit dem Startschuss wie weggeblasen…

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F-Klasse-Laufen, Laufevents