21. Mercedes-Halbmarathon in Tegel am 01.09.2019

Veröffentlicht am 03.09.2019 | 0 Kommentare

Gruppenbild Läuferin und Läufer im Autohaus

Am Sonntag stand ich zum 13. Mal an der Startlinie des Tegel-Halbmarathons. In diesem Jahr gab es aber im Vorfeld so einige Irrungen und Wirrungen, so dass es fast nicht mit der Teilnahme geklappt hätte…

Prolog

5. August: Nach einer einwöchigen Urlaubs-Laufpause nehme ich das Lauftraining wieder auf.

11. August: Ich spüre eine Erkältung kommen. Nach dem Sonntagslauf ist sie dann da. Ich mache erst einmal eine Woche Laufpause.

19. August: Erneute Absage an die Lauffreunde: Es wird nicht besser, ich pausiere weiter. In Gedanken fluche ich ein wenig und tröste mich damit, dass ich sicher am Ende der Woche wieder einsteigen kann und mir dann noch etwa fünf Laufeinheiten vor dem Halbmarathon bleiben, um wieder „reinzukommen“.

25. August: Ein erster Lauf mit den Freunden nach zwei Wochen Pause. Am Vortag war ich bereits kurz alleine gelaufen. So ganz fit bin ich noch nicht, und nach dem Lauf wird viel gehustet.

28. August: Gestern ruhig mit  Andreas V. und Klaus gelaufen. Heute wollte ich ein kurzes Tempotraining austesten. Aber ich wache mit Erkältungsbeschwerden auf. So geht das nicht, ich verlege die Einheit auf morgen.

29. August: Murmeltiertag, dieselben Symptome wie gestern. Ich lasse auch diesen Lauf ausfallen. Noch drei Tage bis zum Halbmarathon. Soll ich absagen? Auch unser üblicher Freitagslauf fällt für mich aus, und ich merke frustriert gegenüber den Freunden an, dass ich evtl. auf den 10-km-Lauf ummelde.

31. August: Morgen ist der Halbmarathon, es geht mir gut, aber nach Anstrengungen muss ich immer noch husten, die Atmung ist halt nicht 100% frei. E-Mail an die Freunde: Ich werde die 10 Kilometer gemeinsam mit Monika laufen.

1. September: Wettkampftag. Ich stehe um 7 Uhr am Treffpunkt und recherchiere noch kurz die Ummelde-Bedingungen. Da steht, dass eine Ummeldung am heutigen Sonntag nicht mehr möglich ist! Was nun? Ich steige zu Monika und Klaus ins Auto und verkünde, dass ich nun doch den Halbmarathon laufen werde – vorsichtig und mit der Option, nach der 10-km-Marke auszusteigen.

Wettkampftag

Wetterdaten für die Halbmarathon-Zeitspanne: 9 Uhr 25 Grad, 10 Uhr 27 Grad, 11 Uhr 28 Grad

Andreas V. hatte uns schon am Morgen einen Wetter-Screenshot geschickt. Es würde heiß werden: Am Start bereits 25 Grad und zwei Stunden später schon hochsommerliche 28 Grad!

Nach Abholung der Startunterlagen machten Monika, Klaus und ich uns in Ruhe fertig, als plötzlich Stocki neben uns stand. Großes Hallo und ein nettes kurzes Gespräch. Spontan kam er mit auf das traditionelle startblog-f-Tegel-Auto-Gruppenfoto (s.o.).

Läufer vor dem Start des Tegel-Halbmarathon 2019

Wir trafen noch weitere Bekannte – u.a. auch Andreas IV. und Thomas aus Marienfelde –, verbrachten einige Zeit in den langen Schlangen vor den Toiletten und standen dann endlich irgendwann wenige Minuten vor dem Startschuss im Läuferfeld.

Gruppenbild startblog-f vor dem Start

Klaus, der diese Saison sehr wenig trainiert hat, wollte im 6er-Schnitt laufen. Ich entgegnete, mit 5:40 min/km kämen wir knapp unter zwei Stunden ins Ziel. Er stimmte mir zu, sagte, klar, das sei ja wirklich die „Schamgrenze“. Der Plan stand also… Nun noch ein Foto mit 10-km-Monika (die 20 Minuten nach uns startete), und es konnte für uns losgehen.

Läuferinnen und Läufer an einer Baustellenverengung

Gleich auf dem ersten Kilometer wurde die Strecke durch Baustellen eingeengt.

Läufer auf der Strecke

Trotzdem ging Kilometer 1 mit 5:30 min/km etwas zu flott durch. Danach pendelten wir uns dann erst einmal auf 5:40 min/km ein.

Anwohner machen Stimmung mit einer lauten Musikbox

Bei Kilometer 4 gab es laute Musik und gute Stimmung. Sehr schön!

Läuferinnen und Läufer in den kleinen Straßen

Die Strecke war überwiegend schattig, aber es gab auch einige sonnige Passagen. Nach meiner Erfahrung ist es in der Sonne etwa 10 Grad wärmer als im Schatten. Das machte dann knackige 35 Grad durch die wir hier gerade liefen. Glücklicherweise standen hin und wieder Anwohner mit Gartenschläuchen oder Wassersprengern an der Straße.

Der Lauf führt die Schnecke hinauf

An der „Schnecke“ angekommen…

Läufer auf der Steigung der Fußgängerbrücke

… liefen wir im Trott mit den anderen die Steigung hinauf.

Läufer auf der Brücke

Auf den folgenden Kilometern wurde uns klar, dass wir die „Schamgrenze“ von zwei Stunden nicht schaffen würden. Unser Tempo hatte nachgelassen, und nach Temposteigerung war uns beiden nicht zumute.

Tegeler See mit Schiffen

Wir liefen durch Alt-Tegel und erreichten den Tegeler See. Ich schien mich mit dem aktuellen Lauftempo etwas wohler zu fühlen als Klaus, der mich bat, vorauszulaufen und nicht auf ihn zu warten.

Läufer auf der Greenwich-Promenade

Ich wollte aber vorerst noch gemeinsam laufen, und so trabten wir weiter als Tandem den See entlang.

Greenwich-Promenade am Tegeler See

Diese Passage auf der Greenwich-Promenade ist eine meiner Lieblingsabschnitte.

Plastikbecher auf der Straße kurz nach einem Getränkestand

Kurz nach dem Ende der Promenade war ein zusätzlicher Getränkepunkt eingerichtet. Bei der Hitze eine sehr gute Idee!

Ende der ersten Runde am Autohaus in der Holzhauser Straße

Die erste Runde war fast geschafft, wir erreichten nun wieder den Start-Ziel-Bereich. Unser Tempo hatte inzwischen noch weiter nachgelassen.

Becher auf der Straße nach Ende der ersten Runde

Von Anfang an hatte ich beschlossen, jeden Getränkestand mitzunehmen. Entsprechend gab es hier noch einmal einen Becher Wasser in den Magen und einen zur Abkühlung über Kopf, Rücken und Arme.

startblog-f-Läufer auf Kilometer 11

Klaus blieb immer öfter hinter mir zurück. Ich hatte heute anscheinend etwas mehr Kraft. Um nach ihm Ausschau zu halten und ihn aufzumuntern, lief ich kurz rückwärts. Angesichts dieser kleinen „Provokation“ konnte er wieder lächeln ;-)

Das Läuferfeld zieht sich weit auseinander

Auf der Holzhauser Straße war das Feld weit auseinander gezogen.

startblog-f-Läufer

Aus schier Schandudel (kennt überhaupt einer diesen Ausdruck?) versuchte ich, im Laufen ein Foto von uns beiden zu machen, es gelang mir aber nicht so richtig.

Kurz vor dem Getränkepunkt am Rathaus Reinickendorf

Am Getränkestand vor dem Rathaus Reinickendorf war es dann soweit: Unser Tempo hatte noch weiter nachgelassen, und Klaus schickte mich voraus. So lief ich dann etwas schneller weiter, wobei „schnell“ in diesem Fall 5:50 min/km hieß. Verrückt, wie sich die Maßstäbe bei Trainingsdefizit und Hitze rapide ändern.

Kleingärtner haben Rasensprenger an die Strecke gestellt zur Erfrischung der Läuferinnen und Läufer

In der Kleingartenkolonie Frühauf waren von netten Menschen Wassersprenger aufgestellt worden, die ich freudig nutzte – obwohl sie Brille und Handy vernebelten. Kurz darauf wieder die Beschallung der fröhlichen Anwohnergruppe. Ich freute mich und hatte tatsächlich Spaß!

Das zweite und letzte Mal die Schnecke hinauf

Nun war ein zweites Mal die „Schnecke“ zu bewältigen. Wie immer mühsam, vor allem, weil es einen aus dem Lauf-Fluss reißt. Durch die Rest-Erkältung fiel das Atmen etwas schwerer, durch die Hitze noch einmal sehr viel schwerer, aber ich hatte mein Tempo gefunden. Wobei mein Puls bei inzwischen 5:55 min/km mit 135 so hoch war, wie sonst im Training bei 5:00 min/km!

Oben auf der Fußgängerbrücke gehen viele Läufer

Oben auf der Brücke gingen fast alle, aber ich nahm mir vor, bis zum Ziel nicht mehr stehen zu bleiben.

Becher auf der Straße nach dem letzten Getränkestand vor dem Ziel

Seit dem Abschied von Klaus hatte ich zahlreiche Läuferinnen und Läufer überholt und war nur von wenigen selber überholt worden, aber auf der Pendelstrecke am See bewegten sich fast alle schweigend im selben Tempo. Am letzten Getränkestand vor dem Ziel zog mir leider ein Mitläufer in Blau davon, mit dem ich seit dem Getränkestand Alt-Tegel zusammen gelaufen war.

Zielbanner

Der letzte Kilometer! Einen Endspurt verkniff ich mir – ich war froh, dass ich mich gesund und wohlauf fühlte und wollte jetzt nichts mehr riskieren. Die letzte Kurve, und ich lief auf das Zielbanner zu.

Läuferinnen und Läufer ruhen sich im Zielbereich aus

Mit einer Nettozeit von 2:02:59 erreichte ich das Ziel, wo mich Monika nach ihrem 10-km-Lauf bereits erwartete (sie war 2. in ihrer Altersklasse geworden!). Klaus kam etwas später rein, und wir verpflegten uns erst einmal ausgiebig. Wir waren uns einig, dass das einer der anstrengendsten Läufe bisher war. Und das Wort „Schamgrenze“ streichen wir für die Zukunft aus unserem Wortschatz!

Medaille des Tegel-Halbmarathon 2019 mit Motiv Schneckenbrücke

Die Medaille verdient übrigens ein Extra-Lob: Sehr schönes Motiv!

Pace-Grafik Tegel-Halbmarathon 2019

Die Pace-Grafik zeigt eindrucksvoll, wie das Tempo sank, während die Temperaturen stiegen…

PS: Danke an Monika und Klaus für das Fahren und Glückwunsch an alle, die erfolgreich mit dem Wetter gekämpft haben!

 

Kategorien

F-Klasse-Laufen, Laufevents

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.