Great 10k Berlin am 14.10.2018

Veröffentlicht am 15.10.2018 | 4 Kommentare

Pace-Grafik Great 10k Berlin 2018

Wenn du den Laufgott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen. So könnte man – in Anlehnung an das Zitat von Blaise Pascal – meine Teilnahme am Great 10k Berlin 2018 zusammenfassen…

Läuferfeld vor dem Start des Great 10k Berlin 2018

Zum Saisonende wollte ich noch einmal diesen 10-km-Wettkampf ohne allzu großen Ehrgeiz laufen. Aber unter 50 Minuten sollten es dann doch schon sein, so dass ich bei der Anmeldung eine Zielzeit von 49 Minuten angegeben hatte. Genau wie im letzten Jahr bekam ich prompt wieder den falschen Startblock B4 zugewiesen. Dieses Mal war ich aber vorgewarnt und ließ das vor dem Startschuss korrigieren.

Es geht gut los

Läufer am Charlottenburger Tor

Auf den ersten vier Kilometern war ich genau im Tempo und lief gelassen unter 5er-Schnitt. Aber dann kündigte sich so langsam ein Ziehen auf der Innenseite des Oberschenkels an.

Läufer des Great 10k Berlin bei km 4,5

Gut, dachte ich mir, erst einmal beobachten. Aber innerhalb der nächsten Minuten wurde es so stark, dass ich schließlich stehen bleiben musste! Da hatte ich mir im ersten Drittel des Rennens eine Adduktorenzerrung zugezogen…

Erst 4 km und schon Schluss

Ganz kurz überlegte ich, ob es besser sei, direkt umzukehren, denn ich hatte so etwas schon einmal im Training erlebt. Aber dann entschied ich mich für das Modell „Gehen und Traben“, schickte Andreas V., der bei Kilometer 9 am Streckenrand wartete, eine kurze Nachricht und spazierte weiter.

Läufer im Berliner Zoo

Kein so schönes Gefühl: Kilometer 5 war gerade erst passiert, und ich humpelte durch den Zoo, während unzählige Läuferinnen und Läufer ambitioniert an mir vorbeipreschten.

Läufer am Elefantentor des Berliner Zoos

Durch das Elefantentor ging es wieder auf die Budapester Straße…

Läufer des Great 10k an der Gedächtniskirche

… und am Breitscheidplatz mit der Gedächtniskirche vorbei.

Berlin läuft, Andreas geht

Kilometerschild 6

„Berlin läuft“, las ich auf dem KM6-Schild – nur ich, ich ging. Inzwischen hatte ich mir eine Taktik zurechtgelegt, um irgendwie überhaupt vorwärts zu kommen: Nach jeweils 10 gegangenen Doppelschritten trabte ich langsam 20 Doppelschritte, und wieder von vorn. Manchmal schaffte ich auch 30 trabende Doppelschritte, bis mir die anschwellenden Schmerzen wieder die Grenzen aufzeigten.

Great 10k Läufer bei km7 auf der Kantstraße

Ich war so mit Schrittezählen beschäftigt, dass ich völlig überrascht war, als mir plötzlich jemand im Vorbeilaufen auf die Schulter klopfte. Blogger Philipp grüßte nett und war bald wieder im Pulk der vor mir Laufenden verschwunden!

Kilometer 9
©AndreasV.

Hartmut lief derweil flott an Andreas V. vorbei.

startblog-f-Läufer bei km 9
©AndreasV.

Und es dauerte seeehr lange, bis auch ich endlich, nach langen Kämpfen mit dem Oberschenkel, hier bei Kilometer 9 vorbeikam. Gnädigerweise hat Andreas V. mich auf dem Foto in einer Trabephase erwischt und nicht beim Gehen.

Helfer bei km 9

Wir wechselten ein paar Worte – ich war ja nicht in Eile :-(

Zieleinlauf? Zieleingang!

Auf den Asphalt gesprühte Sprüche auf dem letzten Kilometer

Es fühlte sich etwas absurd an, auf dem letzten Kilometer, auf dem man das Ziel mit dem Schloss Charlottenburg schon sehen kann und normalerweise der Endspurt einsetzt, stellenweise zu gehen.

Zielgerade des Great 10k Berlin

Ich bekam Zuspruch von Passanten und Helfern, die alle meinten, ich wäre erschöpft. War ich aber nicht. Ich konnte nur keine Laufbewegungen mehr ausführen. Was extrem ungünstig ist für einen Wettlauf.

Kurz vor dem Zieleinlauf am Schloss Charlottenburg

Dynamisch zogen Läuferinnen und Läufer an mir vorbei. Da ich die 1-Stunden-Grenze schon lange hinter mir gelassen hatte, wirkte das sehr surreal im Vergleich zu meinen früheren Great-10k-Erfahrungen.

Cheerleader am Zieltor

Endlich hatte ich es geschafft und war nach einem harten Kampf mit einer Zeit von 1:05:04 h im Ziel! Ehrlich gesagt, hatte ich mit einer noch deutlich langsameren Zeit gerechnet, denn wie schnell kann man schon sein, wenn man fast 6 Kilometer lang nur kleine Geh- und Trabschritte machen kann?

Die Statistik – siehe Pace-Grafik zu Anfang – zeigt, dass ich die ersten 4 km in ø 4:52 min/km gelaufen bin, für den Rest habe ich ø 7:28 min/km gebraucht.

Hektik, Ruhe, Laufpause

Gedränge im Zielbereich

Bis zum Zieleinlauf war meine Stimmung in Anbetracht der Umstände gar nicht so schlecht gewesen, aber was jetzt kam, trübte die Laune schon etwas mehr. Natürlich ist bei einem 10-km-Lauf im Zielbereich nach über einer Stunde wesentlich mehr los als nach 45-50 Minuten – und so hastete ich durch das Gedränge, keine Zeit für die überfüllten Getränkestände, um möglichst schnell Hartmut zu treffen. Der hatte ja damit gerechnet, dass ich nur etwa 5-10 Minuten nach ihm im Ziel sein würde und wartete sicherlich schon irritiert.

Aber als ich beim Treffpunkt ankam, war er absolut entspannt, was mich sofort beruhigte. Nur aus dem versprochenen Bier für uns beide wurde nichts – es war einfach unmöglich bei dem Andrang in absehbarer Zeit eins bzw. zwei zu bekommen. So machten wir uns ohne Erfrischung in Ruhe plaudernd auf den Heimweg.

Und jetzt ist für mich erst einmal Laufpause angesagt…

PS: Danke an Hartmut für das geduldige Warten. War mal wieder schön, mit dir zu einem Laufevent anzureisen. Und Danke an Andreas V. für den Freistart, die beiden Fotos und den Support!

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4 Kommentare zu “Great 10k Berlin am 14.10.2018”

  1. klaus sagt:

    Nun bist Du aus Erfahrung ein alter Hase, der sich wegen solcher Missgeschicke nicht aus der Ruhe bringen lässt. Wir freuen uns auf die kommenden gemeinsamen Morgen-Runden ;)

  2. Andreas sagt:

    @Klaus
    Ein kleines bisschen dauert es noch, bis ich wieder einsteigen kann, aber ich freue mich auch schon, wenn es dann gemeinsam in die Winter-Saison geht!

  3. Phil sagt:

    Schöner Bericht und auch viele schöne Fotos! Schade, dass du diesmal nicht durchlaufen konntest.

    Die Situation nach dem Zieleinlauf ist wirklich doof. Zumal auch direkt beim Eingang alle für Bier anstehen und somit die Leute sich nicht ordentlich verteilen können. Wirklich das größte Manko am Lauf.

  4. Andreas sagt:

    @Phil
    Ja, nach dem Zieleinlauf ist wirklich noch Optimierungsbedarf. Der normale Ablauf bei mir ist: Nach dem Ziel erst einmal Erfrischungsgetränke, dann trockene Sachen anziehen und dann (selten) vielleicht noch ein abschließendes Bier. Dazu muss man beim Great 10k allerdings mehrfach durch die Massen durch. Das ist wirklich ungünstig.

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