Test: TomTom Runner Cardio – GPS-Laufuhr mit Herzfrequenz-Messung am Handgelenk

Veröffentlicht am 10.06.2014 | 7 Kommentare

GPS-Laufuhr Tomtom Runner Cardio im Einsatz

Seit Anfang Mai habe ich die neue TomTom Runner Cardio im Einsatz und bin ziemlich begeistert. Das Vorgängermodell, die TomTom Runner, hatte mir schon damals gefallen, aber „die Neue“ hat etwas, was mein Läuferleben noch schöner macht: die Messung der Herzfrequenz ohne Gurt…

Laufen ohne Anschnallen

Viele Läufer sind nicht interessiert an ihren Herzfrequenz-Werten. Das liegt meist wohl daran, dass der zusätzliche Aufwand mit dem bisher für die Messung obligatorischen Gurt einfach nervte. Bei einigen – wie mir – scheuerte der Gurt zudem die Haut auf. Alles gute Gründe, lieber auf die Herzfrequenz-Werte zu verzichten.

Das hat sich jetzt mit einer neuen Generation von Laufuhren geändert, zu denen neben der Adidas MiCoach und der Mio Alpha auch die TomTom Runner Cardio gehört. Mittels Leuchtdioden wird der Blutfluss unter der Haut am Handgelenk gemessen und somit die Herzfrequenz ermittelt.
Vergleich HF-Wert Garmin Forerunner 310XT mit BrustgurtVergleich HF-Wert TomTom Runner Cardio mit Messung am Handgelenk

Ich habe die Uhr inzwischen bei fast 20 Testläufen getragen und muss sagen, dass das ganz hervorragend funktioniert. Auch ein Vergleich der ermittelten Herzfrequenz zwischen meiner Garmin 310 XT mit Brustgurt und der TomTom Runner Cardio ergab bei einem Testlauf fast identische Werte.

Aus dem leidigen Thema Herzfrequenz-Messung („Der Gurt rutscht!“ „Der Gurt scheuert!“ „Das ist alles so umständlich!“) ist nun also ein No-Brainer geworden: Uhr anlegen wie immer und die Herzfrequenz ist da!

Die inneren Werte zählen

Somit liegen jetzt neben den üblichen Werten wie Distanz und Zeit auch für jeden Lauf die „Gesundheits-Werte“ vor. Das ist nicht nur praktisch beim Überprüfen der aktuellen Trainingsintensität („Laufe ich noch im ruhigen Bereich?“) sondern hilft auch dabei, vor einem Wettkampf die aktuelle Form besser einschätzen zu können und  natürlich auch die Wettkampf-Leistung im Nachhinein besser zu analysieren.

Grundvoraussetzung für die sinnvolle Verwendung der gemessenen Werte ist allerdings, dass man weiß, wo der eigene Maximalpuls liegt, da die Trainingsbereiche und auch die Wettkampfintensitäten meist in Prozenten der maximalen Herzfrequenz (HFmax) angegeben werden. Hier empfiehlt sich auf jeden Fall eine Leistungsdiagnostik.

HF-Messung und -Analyse: langer Lauf

Wenn ihr dann den ermittelten Maximalpuls in eure Lauf-Software (ich verwende rubiTrack) eingebt, seht ihr für jeden mit der TomTom Runner Cardio aufgezeichneten Lauf, in welchen Intensitätsbereichen ihr unterwegs wart. Für einen langsamen, langen Lauf sind 60-75% genau richtig…

HF-Messung und -Analyse: 10-km-Wettkampf

… während es im 10-km-Wettkampf um die 90% HFmax sein dürfen.

Beim Wettkampf sollte bedacht werden, dass die dabei gemessene Herzfrequenz nicht immer verlässlich ist, da anfangs die Aufregung hinzukommt und die Werte gegen Ende aufgrund des Flüssigkeitsverlusts deutlicher steigen. Zur Kontrolle – beispielsweise bei wärmeempfindlichen Läufern – kann die angezeigte Herzfrequenz aber auch im Wettkampf nützlich sein.

Laufshirt mit Aufdruck TomTom Runner Cardio

Fazit

Seit ich die TomTom Runner Cardio habe, bin ich hin- und hergerissen: Einerseits  geht Laufen ohne Laufuhr mit Auto-Pause gar nicht – immer noch das für mich größte Manko dieser Uhr – andererseits ist die Herzfrequenz-Messung ohne Gurt etwas so Tolles, dass ich nicht mehr darauf verzichten möchte. Es endet meist damit, dass ich mit zwei Uhren loslaufe…

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F-Klasse-Laufen, Laufservice

7 Kommentare zu “Test: TomTom Runner Cardio – GPS-Laufuhr mit Herzfrequenz-Messung am Handgelenk”

  1. Elke sagt:

    Interessanter Bericht. Die Pulsmnessung funktioniert wirklich?! Das wäre ein echtes Argument für diese Uhr! Aber was ist gemeint mit dem Manko „Laufuhr ohne Auto-Pause)? Kann man sein Training auf der Uhr nicht unterbrechen oder was meinst Du damit? Und Navigationsfunktion, gibt es die?
    Liebe Grüße
    Elke

  2. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Elke
    Ja, die Pulsmessung funktioniert einwandfrei! Natürlich kannst du die Uhr manuell „pausieren“, aber im Gegensatz zu vielen anderen GPS-Laufuhren gibt es keine Automatik, die die Zeitmessung stoppt sobald du stehen bleibst (z.B. an Ampeln) und wieder anspringt sobald du weiterläufst. Eine Navigationsfunktion gibt es nicht. Lies am besten meinen ersten Artikel zur TomTom Runner (oben in diesem Artikel verlinkt), da habe ich einiges über die Funktionen geschrieben.

  3. Claudi sagt:

    Danke für den schönen Bericht. Nicht zu lang und nicht zu kurz und Du hast alles abgedeckt, was ich wichtig fand. Toll.
    Viele Grüße, Claudi

  4. Joshly sagt:

    Mhh klingt ja echt nach ner guten Uhr Autopause hab ich noch nie verwendet, stopp eigentlich immer per Hand jnd wenn nich ists ja auch egal. Mir zumindestens hihi.

  5. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Claudi
    Glücklicherweise gab es ja schon den ersten Artikel, so dass ich mich dieses Mal kürzer halten konnte ;-)

    @Joshly
    Ich finde es immer wieder interessant, was Läufer von einer Uhr erwarten und auf was sie gut verzichten können. Auto-Pause ist für mich wichtig, dafür kann ich auf Trainingseinstellungen und Navi-Funktionen verzichten.

  6. Laufhannes sagt:

    Die Pulsmessung ist auch das Einzige, was diese Uhr vom Vorgänger unterscheidet? Das nenne ich mal sparsame Entwicklung. Wie viel kostet die Uhr im Vergleich zum Vorgänger?

  7. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Hannes
    Soweit ich das sehen kann, hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur das Design der Uhr und die HF-Messung verändert. Finde ich aber nicht schlimm oder sparsam, denn es handelt sich (für mich) um ein sehr zentrales Feature. Ist aber natürlich Geschmackssache. Die Runner Cardio wird mit 269 € angegeben, das Vorgängermodell kostete bei Einführung 169 €. Zum Vergleich: Die Mio Alpha kostet etwa 169 €, die Adidas MiCoach etwa 399 €, beide mit demselben HF-Messungssystem.

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