Köpenicker Altstadtlauf am 14.04.2013

Veröffentlicht am 16.04.2013 | 8 Kommentare

Vor dem Start zum Köpenicker Altstadtlauf

Am vergangenen Sonntag bin ich meinen ersten Wettkampf des Jahres 2013 gelaufen, die 10 Kilometer des Köpenicker Altstadtlaufs. Gemeinsam mit Monika, Klaus und Andreas V. stand ich bei herrlichstem Frühlingswetter am Fuße des Müggelturms am Start…

Anmeldung am Müggelturm

Die Anreise war problemlos verlaufen und auch die Anmeldung hatten wir schnell hinter uns gebracht. Ich war zwar aufgeregt wie immer, freute mich aber wahnsinnig über das tolle Laufwetter. Nach dem langen Winter konnte  ich zum ersten Mal in kurzer Hose und Shirt laufen!

Ausblick beim Köpenicker Altstadtlauf

Außerdem hatte ich ein Experiment vor: Ich wollte nicht – oder nur so selten wie möglich – auf die Laufuhr gucken. Natürlich wollte ich auch endlich meine offizielle 10-km-Wettkampfzeit unter 45 Minuten, aber ich hatte keine Lust auf den „Bin ich noch in der Zeit“-Stress mit den Laufuhrblicken im Minutentakt. Die Sonne schien, die Landschaft war wunderschön… Da durfte es mal ein (schneller) Lauf nach Gefühl sein.

Nach kurzem Einlaufen mit Monika, Klaus und Andreas V. und Begrüßung der Running Twins Marek und Henrik – die an diesem Tag glatte 5 Minuten eher als ich im Ziel sein wollten – ging es los.

Läufer beim Köpenicker Altstadtlauf

Der Köpenicker Altstadtlauf hat so ziemlich den gemeinsten Start, den ich kenne: Direkt von der Startlinie geht es gleich kräftig bergauf! Da zudem der Waldweg etwas enger ist, war schon von Anfang an klar, dass man den ersten Kilometer nicht gleichmäßig würde laufen können. Ich kämpfte mich trotzdem die Steigung in flottem Tempo hoch, denn ich wusste, gleich würde es auch wieder bergab gehen, und zwar ebenfalls deutlich!

Läufer im Wald beim Köpenicker Altstadtlauf

Insgesamt war es mehr Gefälle als Steigung, aber an ein gleichmäßiges Renntempo war unter diesen Umständen natürlich nicht zu denken. Die Abwärtspassage nahm ich mit halsbrecherischer Geschwindigkeit und hätte mich dabei an einer Stelle auf dem unebenen Waldboden fast hingelegt.

Das Feld hatte sich inzwischen auseinander gezogen und ich lief in einer kleinen Gruppe, die von einem älteren Herren angeführt wurde, der offensichtlich erfahrener Wettkämpfer war. Die Vögel zwitscherten über uns im Wald, das Sonnenlicht schien durch die Bäume, aber wir waren still, atmeten nur angestrengt vor uns hin.

Für einige Kilometer bleibt die Gruppe intakt, dann setzt sich ein jüngerer Läufer im blauen Shirt vorbei am Senior von uns ab. Ich habe bisher der Versuchung widerstanden, auf die Laufuhr zu schauen, wage aber jetzt einen Blick. Das Tempo ist ok, ob ich auch überholen soll?

Einen halben Kilometer später, in einer Kurve, wage ich es und ziehe an dem älteren Läufer vorbei. Ich laufe jetzt für mich, der junge Läufer ist etwa 30 Meter vor mir, davor ist ein noch größerer Abstand zu den Vorläufern.

Jetzt müsste eigentlich so langsam mein üblicher Einbruch kommen. In jedem 10-km-Wettkampf hatte ich bisher irgendwo zwischen Kilometer 5 und 7 eine Phase, in der ich spürte, dass die Kräfte schwinden und ich keine Lust mehr hatte, das hohe Tempo zu halten. Aber nicht an diesem Tag. Die Kilometer 5-7 gehen vorüber, ich bin angestrengt, versuche aber, die tollen Laufbedingungen zu genießen.

Der Abstand zu meinem blauen Vorläufer wird kleiner, aber ganz komme ich trotzdem nicht heran. Wir laufen jetzt am Wasser entlang auf Kilometer 8 zu. Kurz nachdem wir die Fahne der Kilometermarkierung passiert haben, fällt mir ein, dass ich auf jeden Fall an dieser Stelle auf die Uhr gucken wollte, ob die Sub45 trotz Laufens nach Gefühl noch machbar wäre. Mist! 37:24 zeigt die Laufuhr. Ich bin insgesamt fast eineinhalb Minuten zu langsam, das wird nichts mehr. Tempo rausnehmen, weil eh alles egal ist? Ach, ich laufe einfach nach Gefühl weiter, was soll’s.

Wir kommen jetzt durch die Köpenicker Altstadt, laufen auf schmalen Fußwegen. Nun kann das Ziel nicht mehr weit sein, es gibt sogar Zuschauer, die uns jubelnd ermuntern. Ich halte das Tempo, sehe zwischen vielen anderen Zuschauern Andreas‘ Familie stehen, die mich erkennt und mir die Hände zum Abklatschen hinhält. Das ist auf jeden Fall drin und macht Spaß! Ich biege um die Ecke und sehe das Ziel! Zügig, aber für meine Verhältnisse recht relaxt laufe ich auf den blauen Zielbogen zu, überquere lächelnd die Messmatten und drücke kurz darauf meine Uhr ab.

45:03 sehe ich da, ein wenig staunend. Ich kann doch nicht eineinhalb Minuten auf 2 Kilometern gut gemacht haben? Egal, aber da ich die Uhr direkt beim Startschuss gestartet und ein wenig hinter der Ziellinie gestoppt habe, könnte es noch gereicht haben für die Sub45!

Läufer erholen sich nach dem Köpenicker Altstadtlauf in der freiheit fünfzehn

Der Zielbereich liegt wunderbar am Wasser und ich treffe gleich die Twins, die schon lange im Ziel sind.

Lauf-Blogger im Ziel beim Köpenicker Altstadtlauf

Nach kurzem Fachsimpeln (ja, die Strecke ist doch 10 Kilometer lang und nicht 9,6 wie auf der verlinkten Karte auf meinsportplatz.de) gibt es noch ein gemeinsames Blogger-Foto und dann stehen auch schon meine Marienfelder Mitläufer vor uns.

Entspannung am Wasser nach dem 10-km-Wettkampf in Köpenick

Nachdem alle wieder durch Tee und Bananen zu Kräften gekommen sind und dabei die  Atmosphäre am Ufer genossen haben, begeben wir uns auf das Gelände, wo die Siegerehrungen stattfinden sollen.

Erholen nach dem Zieleinlauf des 10-km-Rennens

Überall entspannen sich erschöpfte Läufer…

Ziel des Köpenicker Altstadtlaufs 2013

…oder warten auf ihre Freunde, die ins Ziel kommen.

Die Medaillen liegen bereit

Medaillen gibt es viele, allerdings nur für die Sieger inklusive der Schülerstaffeln.

Eine tolle Atmosphäre nach dem Köpenicker Altstadtlauf 2013

Es herrscht eine wunderbare Stimmung, alle genießen die Sonne. Die Location ist wirklich einmalig für einen Zielbereich.

Die startblog-f-Läufer nach dem Köpenicker Altstadtlauf 2013

Das gemeinsame Finisher-Foto darf natürlich nicht fehlen ;-)

Schöne Stimmung am Wasser in Köpenick

Wie sich herausstellt, habe nicht nur ich die Sub45 geschafft (44:53) sondern Monika hat sich in ihrer Altersklasse sogar einen Platz auf dem Treppchen erlaufen!

Siegerehrung der Damen beim Köpenicker Altstadtlauf 2013

Nach langer Wartezeit findet endlich ihre Siegerehrung statt und wir können zufrieden den Heimweg antreten.

Grafik 10-km-Wettkampf Köpenicker Altstadtlauf 2013 Pace

Zuhause zeigten die Daten meines Laufs, dass ich wirklich zufrieden mit mir sein kann, denn ich bin tatsächlich nach Gefühl ein sehr gutes Rennen gelaufen. Die Ausreißer am Anfang und in der Mitte sind größtenteils dem Streckenprofil geschuldet.

Grafik Höhenprofil Köpenicker Altstadtlauf

Wobei die Höhenaufzeichnung mittels Laufuhr bekanntermaßen nicht so genau zu nehmen ist, aber es wird zumindest deutlich, wo es bergauf und wo bergab ging.

Grafik 10-km-Wettkampf Köpenicker Altstadtlauf 2013 Pace in 250-Meter-Einheiten

Das ist noch besser erkennbar, wenn man die Pace in 250-Meter-Abschnitten betrachtet (s.o.): Die ersten 250 Meter waren der Anstieg am Start, der rote Balken markiert die rasante Bergab-Passage.

Strecke des Köpenicker Altstadtlauf 2013 (10-km-Wettkampf)

Am zufriedensten bin ich mit der zweiten Hälfte, denn die war – wie es sich für einen negativen Split gehört – schneller als die erste. Meine 2-km-Abschnitte waren mit 4:31,  4:33, 4:34, 4:25 und 4:23 eigentlich optimal. Ich sollte wohl öfter mal auf den Blick zur Uhr verzichten ;-)

PS: Inzwischen – ein paar Tage nach Veröffentlichung des Artikels – habe ich das offizielle Finisher-Foto, welches ich euch nicht vorenthalten möchte:

Zieleinlauf beim Köpenicker Altstadtlauf 2013

Kategorien

F-Klasse-Laufen, Laufevents

8 Kommentare zu “Köpenicker Altstadtlauf am 14.04.2013”

  1. Supermario72 sagt:

    Hey – herzlichen Glückwunsch! Tolle Leistung!

    Ja – wir sollten uns wohl nicht zu sehr von der Technik geiseln lassen. Klar – wenn man auf Bestzeit läuft, muß alles stimmen und man möchte nix dem Zufall überlassen, aber trotzdem sollte man doch gerade als ambitionierte Hobbyläufer auch schon ein gehöriges Maß an Laufgefühl haben.

    Grüße aus Köln!
    Mario

  2. Pierle sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zur SUB45!!!!
    Eine SUB45 mit relaxtem Zieleinlauf – das klingt ja mal richtig gut.

    Gut, dass du nicht bei KM 8 das Tempo raus genommen hast. Was war denn da los? Hast du einfach nicht richtig geguckt?

    LG
    Casrten

  3. Manu sagt:

    Herzlichen Glückwunsch! Toll gemacht! Irgendwan will ich bei diesem Lauf auch noch einmal starten, aber ich war am Sonntag in Tangermünde am Start- eine sehr empfehlenswerte Veranstaltung: https://laufwelt.wordpress.com/2013/04/14/elbdeichmarathon-tangermunde-2013/

  4. Din sagt:

    Herzlichen Glückwunsch! Ganz nach Gefühl zum Wunschziel gelaufen. Wie schön.

    Da habt ihr euch ja auch einen tollen Tag für einen Wettkampf ausgesucht. Irgendwie war ich immer nur bei dicken Wolken unterwegs…

    Habe dich heute morgen auch wieder zufällig von Weitem gesehen. Da schien es, als würdest du schon wieder Intervalle laufen :)
    Ich war zu müde, um mich von der anderen Straßenseite bemerkbar zu machen…

  5. Bernd sagt:

    Herzlichen Glückwunsch, wirklich eine tolle Leistung auf die Du stolz sein kannst – unter 45 Minuten, viele träumen davon. :-)

    Ich bin derzeit froh wenn ich 10 km überhaupt durchhalte und das dann unter 60 Minuten schaffe.

  6. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Mario
    Richtig, wenn man definitiv auf Bestzeit aus ist, hilft alles nichts, dann muss auf die Uhr geguckt werden.

    @Carsten
    Ich kann nur vermuten, dass ich wohl wirklich nicht richtig geguckt habe – hatte ich anscheinend durch meine Laufuhr-Abstinenz verlernt ;-)

    @Manu
    Ich kann den Köpenicker Altstadtlauf wirklich wärmstens empfehlen. Aber was du von Tangermünde schreibst, klingt auch interessant (nur das mit dem hin und wieder zurück würde mich etwas abschrecken).

    @Din
    Mist, erwischt ;-) Hab tatsächlich mein Trainingsprogramm nach einem ruhigen Lauf gestern heute mit 4 x 2000m fortgesetzt. War offensichtlich so konzentriert, dass ich dich auch nicht gesehen habe. Nächstes Mal ;-)

    @Bernd
    Jeder hat sein eigenes Tempo und seine eigenen Ziele, und nur du selber weißt, ob dein Lauf „gut“ oder „schlecht“ war. Ich bin froh und zufrieden mit der Zeit, obwohl ich genug kenne, die locker 5 Minuten schneller sind. Vollkommen egal. Und wenn du demnächst die 10 km durchhältst und sie in deutlich unter einer Stunde schaffst, hast du für dich genau so eine Leistung vollbracht wie andere, die diese Distanz in 35 Minuten laufen!

  7. Running Twin Henrik sagt:

    Klasse, Andreas! Deine Renntaktik ist voll aufgegangen, unsere weniger. Ein perfekter Saisonauftakt, was will Läufer mehr?

  8. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Henrik
    Meine Renntaktik war wohl eher, dass ich im Gegensatz zu euch gar keine hatte ;-) Und mein Zeitziel ist auch etwas dezenter gewesen als eures. Wobei ich mir aber sicher bin, dass ihr diese Laufsaison durchrockt! Bilanz ziehen wir gemeinsam am Ende der Saison bei der Marathonstaffel ;-)

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