Der letzte lange Lauf (in Theorie und Praxis)

Veröffentlicht am 14.09.2008 | 3 Kommentare

Der letzte lange Lauf

Am gestrigen Samstag haben wir unseren letzten langen Lauf der diesjährigen Marathon-Vorbereitung gemacht. Dabei kam die Frage auf, ob man überhaupt zwei Wochen vor dem Marathon noch einen langen Lauf von 30 Kilometern machen sollte…

Ich habe mal ein wenig in meiner kleinen Laufmagazin-Sammlung gestöbert und bin auf folgendes Zitat in der Runner’s World gestoßen:

„Fast ausnahmslos alle Trainer und Sportphysiologen sind sich einig, dass der Schlüssel zum Marathonerfolg lange Trainingsläufe sind. Ebenso wichtig wie die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen Dauerläufe ist jedoch der richtige Zeitpunkt des letzten langen Laufes, bildet er doch den Abschluss des eigentlichen Spezialtrainings und damit die Einleitung des Taperings.

Analog zu anderen Marathonexperten setzen wir den letzten langen Lauf etwa zwei Wochen vor dem Marathon an. Muskelfasern und Blutgefäße benötigen in der Tat eine solche Zeitspanne, um sich vollständig von dieser Belastung zu erholen.

Nicht einig sind sich die Experten allerdings, welche Streckenlänge wirklich optimal ist, doch hängt dies wohl auch sehr vom ganz persönlichen Fitnesslevel und dem Trainingsalter ab. Junge und an hohe Kilometerumfänge gewöhnte Läufer können durchaus auch zwei Wochen vor dem Marathon noch bis zu 35 Kilometer am Stück laufen, ohne sich dabei zu übernehmen. Geht es Ihnen allerdings darum, die Marathonstrecke überhaupt zu schaffen oder zählen Sie eher zu den verletzungsanfälligen Läufern, dürfen Sie sich allerhöchstens 25-30 Kilometer zumuten. Zu einem früheren Zeitpunkt sollten Sie allerdings schon einmal rund 32 Kilometer bewältigt haben.

Ganz gleich jedoch, wie lang der letzte sehr lange Lauf ist, muss die direkte Marathonvorbereitung unmittelbar darauf eingeleitet werden. In den folgenden Tagen und Wochen sollten Sie nie mehr als maximal 15 bis 18 Kilometer am Stück laufen, da die nachhaltigsten Muskelschädigungen jenseits dieser Streckenlängen beginnen.“

Das wird natürlich nicht jeden überzeugen, wenn der eigene „Hausexperte“ etwas anderes behauptet. Soll halt jeder trainieren, wie es ihm gefällt und wie es für ihn richtig ist. Ich bin auf jeden Fall mit dem letzten langen Lauf über (etwas mehr als) 30 Kilometer und meiner Marathon-Vorbereitung sehr zufrieden und starte nun ins Tapering…

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Lauftraining

3 Kommentare zu “Der letzte lange Lauf (in Theorie und Praxis)”

  1. monika sagt:

    Servus Andreas,
    der letzte Samstaglauf war auch für mich sehr schön. Das Wetter war nahezu ideal, schon richtig herbstlich. Wenn es in 14 Tagen so ähnlich ist, dann wird das ein toller Lauf.
    Gestern Abend war ich noch Tennis spielen. Da spürte ich schon die Trainingseinheiten in den Knochen. Ich bin froh, dass die langen Läufe vorbei sind und wir jetzt noch etwas Zeit zum Regenerieren haben. Wir sehen uns am nächsten Samstag…

  2. CO2-Schleuder sagt:

    tappen = unsicheres Gehen, wenn man nicht beurteilen kann, wo man hintritt -> im Dunkeln tappen

    tapsen = unsicheres, tolpatschiges, ungeschicktes Gehen (wie) bei (Tier-) Kindern, die Laufen lernen.

    tappern = unsicheres, zittriges Gehen (wie) bei alten Menschen

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