Warum laufen Läufer?

Veröffentlicht am 14.02.2008 | Kommentare deaktiviert für Warum laufen Läufer?

Jedem Läufer passiert es hin und wieder, dass er auf Leute trifft, die es absolut nicht verstehen können, warum man um alles in der Welt läuft. Und wenn dann herauskommt, dass man um während der Woche laufen zu können, um kurz nach 5 Uhr aufsteht, herrscht beim Gegenüber blanke Fassungslosigkeit…

Im folgenden habe ich einige Gründe zusammengetragen, die es vielleicht ein wenig nachvollziehbarer für Nicht-Läufer machen, warum Laufen eine Sache ist, für die man sogar früh aufzustehen bereit ist.

Die Erfolgserlebnisse

Laufen bringt, nahezu automatisch, Erfolgserlebnisse. Wer nach der ersten Laufrunde geschafft von den nahezu unglaublichen 2 km ist und in den nächsten Wochen und Monaten bei der Sache bleibt, wird schnell feststellen, dass er auch bald 3 km schafft. Und je nach Temperament und Ehrgeiz sind dann auch 5 km, 10 km, etc. keine Unmöglichkeit mehr. Der erste 10-km-Volkslauf, der erste Halbmarathon, vielleicht sogar der erste Marathon: alles unvergessliche Erfolgserlebnisse! Man muss ja nicht schnell sein, aber allein das Gefühl, sich für solch ein „Projekt“ monatelang vorbereitet und es dann durchgestanden zu haben sind pures Glück im Moment des Zieleinlaufs.

Aber nicht nur die großen, offiziellen Läufe bringen das Erfolgsgefühl. Allein die Zufriedenheit, bereits früh aufgestanden und gelaufen zu sein, garantiert einem in der Woche den guten Start in den Arbeitstag.

Die langfristigen Ziele

Wer bei einem offiziellen Lauf wie einem Halbmarathon oder Marathon teilnehmen möchte, weiß, dass er dafür lange vorher mit dem Training beginnen muss. Je nach Ehrgeiz – nur ankommen oder mit Bestzeit – erfordert das ein gewisses Laufpensum pro Woche. Und zwar Woche für Woche. Monatelang. Das kann problematisch sein, ist es aber in der Regel nicht. Im Gegenteil: man hat ein Ziel vor Augen und setzt es in lauter kleinen Einzelschritten um. Das kann eine große Motivation sein und auch auf andere Bereiche im Leben positiv ausstrahlen.

Die Gesundheit

Das wohl bekannteste, aber auch schwierigste Argument für das Laufen. Selbstverständlich ist es gesund, einen Ausdauersport zu betreiben. Auf der anderen Seite steht aber bei ambitionierteren Läufern die erhöhte Verletzungsgefahr. Das muss jeder für sich ausloten, wie weit er da geht und was zu weit ist. Grundsätzlich gilt aber das Argument für „normale“ Läufer: Laufen ist gesund!

Das Abnehmen

Auch ein Grund für das Laufen, wenn man auch sagen muss: für halbwegs ambitionierte Läufer kein Thema, denn wer pro Woche 30 km und mehr läuft, hat selten Probleme mit dem Gewicht. Immerhin sorgt das Laufen auch bei diesen Läufern nach ernährungstechnischen Sünden (Weihnachtszeit, Grillpartys, etc.) für eine schnelle Wiedereinpegelung auf Normalgewicht.

Die Landschaft

Wer schon einmal im Sommer bei Sonnenaufgang zwischen Feldern hindurch gelaufen ist, weiß, dass auch das „Landschaftserleben“ ein Grund für das Laufen ist! Noch schöner, wenn man Gelegenheit hat, in unterschiedlichen Städten und Ländern zu laufen. Ob im Urlaub oder am Rande einer Geschäftsreise: es macht Spaß, neue Laufgegenden zu erkunden.

Das Wetter

Viele bekommen das Wetter heutzutage nur in Form von Regentropfen auf dem Weg von der Haustür zum Auto mit. Wer läuft, erlebt das Wetter und die Jahreszeiten intensiver. Das ist nicht immer angenehm, aber nach einem Regenlauf zuhause anzukommen kann genauso euphorisch machen wie ein Spaziergang im strahlenden Sonnenschein.

Das Gemeinschaftsgefühl

Gemeinsam mit netten Leuten morgens ein paar Kilometer hinter sich zu bringen ist schon allein ein Grund, mit dem Laufen anzufangen. Man unterhält sich nett, erzählt und diskutiert über Gott und die Welt und ehe man sich versieht, muss man sich schon wieder am Ende der Runde verabschieden. Aber nicht nur beim alltäglichen Laufen, auch beim Wettkampf – sofern man nicht allzu ehrgeizig auf Bestzeiten aus ist – lernt man durchaus nette „Mitläufer“ kennen.

Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

Der eine läuft möglichst nie alleine, der andere kann auf Laufpartner gut verzichten. Unbestritten ist aber, dass auch ein langer einsamer Lauf „das gewisse Etwas“ haben kann. Man schaltet mal richtig ab, konzentriert sich nur auf die Atmung oder sieht sich intensiv die Landschaft an und ist mit sich im Reinen. Oder es gehen einem diverse Dinge durch den Kopf. Auf jeden Fall kommt man in der Regel gelöster wieder zuhause an, als man losgelaufen ist. Und so manchem ist schon auf einem langen Lauf „die“ Idee gekommen, die sich zuvor am ganzen langen Bürotag nicht hat einstellen wollen.

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F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen