Lauftraining nach Trainingssystem oder mit Trainer – Drei Interviews zu VicSystem, MyGoal und der Running Company

Veröffentlicht am 06.09.2013 | 9 Kommentare

Am Start: VicSystem, MyGoal und Running Company

Seit mehreren Jahren trainiere ich nach selbst zusammen gestellten Trainingsplänen und bereite mich so auf Halbmarathons und Marathons vor. Diese Trainingspläne basieren auf angelesenem Wissen und Erfahrung, und ich bin auch sehr zufrieden mit dieser Art der Lauftraining-Gestaltung.

Allerdings gibt es natürlich auch Methoden, um ein Lauftraining noch effektiver zu gestalten. Es gibt zahlreiche Trainingssysteme und auch die Möglichkeit in einer Laufgruppe unter Trainer-Anleitung zu trainieren. Ich habe zu diesem Thema mal ein paar befreundete Lauf-Blogger befragt, die sich mit solchen Systemen bzw. mit Trainer auf ihre Wettkämpfe vorbereiten…

Inhalt

» Lauftraining mit VicSystem – Interview mit Mario
» Lauftraining mit MyGoal – Interview mit Nadin
» Lauftraining mit der Running Company – Interview mit Henrik

Lauftraining mit VicSystem

Lauf-Blogger Mario trainiert bereits seit Mitte 2012 mit VicSystem und hat, wie er sagt, gute Erfahrungen damit gemacht.

Läufer Mario1. Wie bist du auf VicSystem gekommen?

Ich habe immer mal wieder in diversen Foren, Blogs und Laufberichten von VICSYSTEM gelesen.

2. Wie funktioniert VicSystem und wie viel kostet die Mitgliedschaft?

Alles läuft allein über einen Online-Account. Zu Beginn muss man den eigenen Account natürlich erst einmal mit ein paar persönlichen Daten (Alter, Größe, Gewicht, diverse Herzfrequenzen, Lauferfahrung etc.) „füttern“. Weiterhin kann ich die Anzahl der wöchentlichen Trainingstage definieren, angeben, an welchen Wochentagen ich harte Trainings (Intervalle, Tempoläufe) absolvieren will, den Tag für den langen Lauf festlegen und vieles mehr. Hier kann ich mich ganz an meinen individuellen Möglichkeiten (Arbeit, Familie, Freizeit) orientieren und entsprechende Trainingszeiten fixieren. Diese sind dann allerdings auch nicht „in Stein gemeißelt“, sondern lassen sich immer wieder ändern. Allerdings sollte man natürlich irgendwann schon einmal einen gewissen Rhythmus gefunden haben, um langfristig eine sinnvolle Trainingsroutine realisieren zu können.

VICSYSTEM möchte auch von mir wissen, wie ambitioniert mein Training sein soll. Zuerst gebe ich die favorisierte Streckenlänge ein, z. B. 21,1 km, wenn ich mich grundsätzlich für die Halbmarathondistanz vorbereiten möchte. Dann gibt es drei vorgegebene Möglichkeiten zur Auswahl, die meine Laufambitionen definieren sollen. Kurz ausgedrückt kann ich wählen zwischen „einfach nur regelmäßig laufen“, „irgendwann auch mal Wettkämpfe, aber vorerst nur Substanz aufbauen“ und „konkrete Wettkampftermine mit definiertem Training“. Auch hier habe ich die Möglichkeit zu wechseln, z. B. nach einer erfolgreichen Wettkampfserie gehe ich vielleicht mal für eine gewisse Zeit in den „Einfach-nur-laufen-Modus“. Das System passt sich dann sofort hinsichtlich Trainingsumfang und -intensität an, ohne dass ich mir darüber großartig Gedanken machen muss.

Plane ich Wettkampfteilnahmen und habe hierzu auch schon konkrete Termine, kann ich diese in meinen Account eingeben. Dabei lässt sich jeder Wettkampf zusätzlich noch in seiner Zielrichtung näher bestimmen, sprich, soll es ein „lockerer Trainingswettkampf“ sein, ein „Aufbauwettkampf“ oder soll es ein „Hauptwettkampf“ sein, an dem ich auf Bestleistung aus bin. VICSYSTEM baut dann – je nach gewünschter Wettkampfart – entsprechende Zeiten für Vorbereitung, Tapering und Erholung ein. Natürlich besteht auch hier wieder die Möglichkeit der stetigen Änderung. Und jede Neudefinition eines Wettkampfes oder jede Aufstockung bzw. Reduzierung von Wettkampfterminen macht das System sofort mit und quittiert diese mit einer sofortigen Anpassung aller zukünftigen Trainingsparameter. Umfänge, Intensitäten, Vorbereitungs-, Tapering- und Erholungsphasen werden sofort aktualisiert. Natürlich kann mir das System nicht mitteilen, ob meine Wettkampfplanung sinnvoll ist. Hier bedarf es schon ein wenig eigener Erfahrung und nicht zuletzt auch einfach gesundem Menschenverstand. Aber ich muss mich eben nicht mehr damit beschäftigen, die nächsten Trainingswochen immer wieder neu zu überdenken, sondern gebe einfach einen neuen Wettkampftermin ein, nehme einen wieder raus oder passe die Wettkampfart an – und schon steht der Plan wieder auf neuem Niveau!

Zur grundsätzlichen Trainingssteuerung dient ein 4-km-Lauf, den man nach Möglichkeit zur Beginn der Arbeit mit VICSYSTEM absolviert. Anhand der erzielten Laufzeit und der dabei gemessenen Herzfrequenzen (HF-Durchschnitt und HF-Max) werden die zukünftigen Trainingsintensitäten kalkuliert. VICSYSTEM selbst fordert auch dazu auf, diesen Referenzlauf in regelmäßigen Abständen zu wiederholen und die Laufdaten in den Account neu einzutragen, damit sich das Training immer fortwährend dem aktuellen Leistungsstand anpassen kann. Diese Anpassung erfolgt zudem auch über die sogenannte „Feedback-Funktion“. Jede vorgegebene Trainingseinheit verlangt für ihren systemtechnischen Abschluss ein Feedback. Das heißt, damit die Einheit als absolviert erkannt wird, muss ich meine Trainingsdaten, wie Distanz, Laufzeit, Herzfrequenz, Anzahl von Steigerungsläufen etc. in eine vorgegebene Maske eintragen, und VICSYSTEM vergleicht die Trainingsvorgaben mit den erzielten Werten, um hieraus wiederum das weitere Training der nächsten Wochen anzupassen. Außerdem wird dadurch auch immer der jeweils festgelegte Wochen-km-Umfang aktualisiert.

Anhand meiner erzielten Trainings- und ggf. auch schon Wettkampfdaten sowie dem Referenzlaufwert errechnet VICSYSTEM auch theoretische Zielzeiten für zukünftige Wettkämpfe. Kenne ich auch noch die topographischen Daten der Wettkampfstrecke (Höhenmeter), so bezieht VICSYSTEM diese mit in die Berechnung ein, so dass z. B. eine sehr profilierte 10-km-Strecke von vornherein eine andere Zielzeit erhält als ein 10-km-Flachkurs. Die Zielzeiten werden meines Erachtens sehr gut und genau kalkuliert. Einerseits dient dies dazu, die eigenen Leistungsmöglichkeiten realistisch einzuschätzen bzw. einschätzen zu lernen, andererseits aber auch als zusätzliche Motivation, es VICSYSTEM zu zeigen und vielleicht ein wenig unter der Zielzeit zu bleiben.

Noch zu den Kosten – eine normale Mitgliedschaft für ein Jahr kostet 125 Euro. Es gibt aber auf diversen Laufseiten sog. „Promocodes“, die man frei und beliebig oft verwenden kann. So kann man den v. g. Jahresbetrag um 33% reduzieren. Wer gleich „in  die Vollen gehen will“, kann auch direkt eine Mitgliedschaft über zwei Jahre abschließen.

3. Was ist deiner Meinung nach das Besondere an VicSystem?

Mittlerweile trainiere ich schon seit über einem Jahr mit dem VICSYSTEM und muss sagen – prima! Macht echt Spaß! Genau das, was ich wollte! Es ist wirklich genial. Mag sein, dass der eine oder andere gerade das Trainieren nach einem Internet-Account, also quasi nach einem virtuellen Trainer, als sehr unpersönlich empfindet, aber mich stört das überhaupt nicht. So wie ich am liebsten für mich allein trainiere, so brauche ich auch keine besondere „Trainingsbehandlung“. Mir reicht es, wenn ich in meinen Account schaue und das mache, was da steht. Fertig!

4. Wie baut sich das Training auf?

Wie schon unter Punkt 2 geschrieben – der Trainingsaufbau lässt sehr viele Varianten zu. Man kann von ganz wenigen wöchentlichen Trainingseinheiten bis zu 2x täglich trainieren. Auch die Zieldefinitionen gestalten sich sehr vielseitig. Da ist für jeden etwas dabei. Ich kann bis zu zwei harte Trainingseinheiten wöchentlich einbauen, den Tag des wöchentlichen langen Laufes frei wählen, Entlastungswochen planen und noch viel mehr. Man muß es einfach selbst mal mit einem Probe-Account testen. Das alles zu beschreiben, würde den Rahmen hier sprengen.

5. Wie greift die Trainerin/der Trainer ein?

Nun gut – hier kommen wir zum „Knackpunkt“ der Geschichte. Da es ja keinen wirklichen Trainer gibt, greift auch keiner ein. Ich kann also mehr oder weniger planen, was ich will. Das Einzige, was immer sofort passiert, ist, dass sich die jeweiligen Trainingseinheiten in Umfang und Intensität entsprechend anpassen. Wie schon unter Punkt 2 geschrieben, sollte man sich schon ein bisschen mit den Grundregeln der Trainingsgestaltung auskennen und erste eigene Erfahrungen bereits gemacht haben.

6. Worin siehst du die Vorteile einer Anleitung von außen?

Wie unter Punkt 5 geschrieben, gibt es diese bei VICSYSTEM nicht wirklich. Trotzdem ist es von Vorteil, sich einfach an den vorgegebenen Plan zu halten. So kann man schon die gröbsten Fehler vermeiden.

7. Welche Trainingsziele hast du versucht zu erreichen?

Wettkampfvorbereitung von 10 km bis Halbmarathon.

8. Hast du die Trainingsziele umsetzen können, gab es Schwierigkeiten?

Ja – ich konnte meine Wettkampfleistungen seit dem Umstieg auf das Training mit dem VICSYSTEM deutlich steigern. Echte Probleme gab es dabei nicht. Einzig kleinere Rückschläge aufgrund von immer mal wieder auftretenden Infekten.

9. Für welche Läuferinnen und Läufer kannst du das Laufen mit VicSystem empfehlen, wem würdest du eher davon abraten?

Läufern/innen, die bereits über Erfahrungen mit dem plangesteuerten Training und idealerweise auch über erste Wettkampferfahrungen verfügen, würde ich VICSYSTEM ohne Einschränkungen empfehlen. Absoluten Laufanfängern/innen nicht. Dafür setzt VICSYSTEM doch schon zu viel an Grundsatzwissen voraus.

10. Hast du bisher auch andere Trainingssysteme genutzt und wie sieht das Training mit VicSystem im Vergleich dazu aus?

Ich hatte seit meinem Wiedereinstieg in das ambitionierte Laufen fortwährend nach sogenannten „Countdown-Plänen“ trainiert. Diese stammten i.d.R. aus dem Internet und bezogen sich immer mit einem 12-18-Wochenabstand auf einen Tag „X“, an dem dann der Zielwettkampf stattfinden sollte. Ich denke, jeder hat schon einmal nach solch einem Plan trainiert. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden. Doch sind diese Pläne eben nur temporäre Trainingshilfen und nicht tauglich für eine solide Ganzjahresplanung. So kann man z. B nicht einen 18-Wochen-Vorbereitungsplan für einen Halbmarathon immer und immer wieder hintereinander trainieren. Selbst wenn man wirklich immer am Ende einen entsprechenden Wettkampf laufen würde, widerspricht dieses Vorgehen jeglichen Trainingsprinzipien. Diese Pläne dienen lediglich der finalen Leistungsentwicklung und setzen ein gewisses Grundlagentraining im Vorfeld voraus.

Nun gut – mit etwas Erfahrung und Einlesen in entsprechende Fachliteratur lässt sich auch das Grundlagentraining noch selbst kreieren. Doch kritisch wird es meines Erachtens dann, wenn man umfangreichere Wettkampfserien absolvieren möchte und vielleicht auch die eine oder andere krankheits- oder anderweitig bedingte Ausfallzeit mit hinzukommt. Dann braucht es doch sehr viel Fingerspitzengefühl hinsichtlich einer leistungsfördernden Trainingsplanung. Hier ist ein ständiges Abwägen von vernünftiger Be- und Entlastung gefragt. Immer wieder müssen zukünftige Trainingseinheit neu überdacht und angepasst werden. Tapering- und Erholungszeiten wollen gleichermaßen gezielt und sinnvoll eingesetzt sein.

Und genau das war der Grund, warum ich in eine – ich nenne es mal – „fremd gesteuerte“ Ganzjahresplanung übergehen wollte. Ich wollte einfach ein Trainingssystem, was sich anhand meiner sportlichen Ziele und Möglichkeiten immer wieder anpasst und mir quasi das „Denken“ abnimmt. Das soll nicht heißen, dass ich nun völlig „kopflos“ vor mich hintrainieren wollte – nein – aber ich wollte mir nicht mehr ständig Gedanken über Umfänge, Intensitäten, Zeiten, Trainingsmittel etc. machen. Ich schaue in den Plan und alles ist vorbereitet. Die Trainingsziele sind zwar immer anspruchsvoll, aber lösbar. Wie heißt es doch so schön: „Nur NEUE Reize stellen ein wirkliches Training dar, ansonsten verrichtet der Körper nur seine gewohnte Arbeit!“ ;-)

Lauftraining mit MyGoal

Von Lauf-Bloggerin Nadin weiß ich, dass sie seit mehr als zwei Jahren sehr begeistert von MyGoal ist und sich damit nicht nur auf Marathons, sondern auch auf ihre ersten Triathlons vorbereitet hat.

Läuferin Nadin1. Wie bist du auf MyGoal gekommen?

Das ist eine gute Frage und ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht so genau. Es war wahrscheinlich über das Internet, weil sich hinter dem MyGoal Team aktive Triathleten verbergen, die sowohl auf der eigenen Seite wie auch auf diversen sozialen Kanälen sehr aktiv sind.

2. Wie funktioniert MyGoal und wie viel kostet die Mitgliedschaft?

Das MyGoal Team steht auf seiner Internetseite Hobbyathleten kostenfrei mit Rat und Tat zur Seite. Man kann sich dort mit ihnen und anderen Sportlern austauschen, Erfolge und Erfahrungen teilen. Möchte man sich einen Trainingsplan von ihnen erstellen lassen, kann man zunächst einen groben Überblick mit dem Rahmen-Trainingsplan ohne Kosten erhalten. Genauso verlief vor mehr als zwei Jahren auch mein Einstieg. Ich wollte einfach wissen, was Profis zu meiner Saisonplanung sagen und in welche Etappen sie mich zu meinen gewünschten Wettkämpfen führen würden. Als ich ganz konkrete Veranstaltungen ins Auge gefasst hatte, habe ich mit ihnen begonnen, meine Triathlon- und Laufziele zu definieren. Nach einigen Gesprächen lag es für mich nahe, meinen Triathlontrainingsplan bei ihnen zu bestellen.

MyGoal ist kein Abonnement und man braucht keine Mitgliedschaft. Man kann Monat für Monat seine individuellen Trainingspläne bei ihrem Team bestellen. Man hat die Wahl, ob man seine Fitness verbessern möchte, ob man ein gewisses Laufziel erreichen möchte, ob man einen Radrennen mitfahren oder einen Triathlon absolvieren will. Danach staffeln sich auch entsprechend die Preise (siehe Liste: http://www.mygoal.de/shop/).

3. Was ist deiner Meinung nach das Besondere an MyGoal?

Das Team und die ganz auf die individuellen Bedürfnisse angepassten Pläne.

Die Pläne kann man zwar ganz einfach über das Internet bestellen, aber das MyGoal Team ist dennoch ganz persönlich für seine Schützlinge da. Wer glaubt, dass man einfach alle seinen Daten über das Internet eingibt und anschließend nur einen Plan zugeschickt bekommt, liegt falsch. Persönliche Gespräche mit der Trainerin, Anke Stefaniak, sind die Grundlage dafür, dass Trainingspläne erstellt werden können. Diese sind ganz individuell auf die eigene Lebenslage angepasst. Sprich, je nachdem wie viel Zeit ich pro Woche zur Verfügung habe, an welchen Tagen ich trainieren kann oder es auf keinen Fall schaffen werde, meine gesundheitlichen Voraussetzungen, alle meine Möglichkeiten fließen in die Planung mit ein. Aber nicht nur die Pläne werden mir zusammengestellt, sondern auch Informationsmaterial – z.B. für mein Lauf-ABC, Tipps zu den Tagen vor einem Wettkampf, Stabilisationsübungen, Ernährungsinformationen. Alles, was ich brauche, um mein Training und meine Wettkämpfe erfolgreich zu absolvieren.

Auch während des Monats schaut sich Anke die Trainingseinheiten an und erkennt Defizite oder wann ich möglicherweise Pausen benötige. Wenn ich Fragen habe oder es nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle, ist das Team immer ansprechbar.

4. Wie baut sich das Training auf?

Der Trainingsaufbau hängt natürlich ganz individuell vom Sportler, seinen Zielen und Möglichkeiten ab. Jemand, der einen Marathon im Winter laufen möchte, benötigt natürlich einen ganz anderen Aufbau als ein Triathlet der im Sommer seinen ersten Wettkampf plant oder jemand, der nur zwei Stunden Zeit pro Woche investieren und nur seine Fitness verbessern möchte.

Grundsätzlich gibt es aber für mich eine regenerative Zeit – meist im Spätherbst und Winter, der sich die Aufbauphase für das Grundlagentraining anschließt. Diese teilt sich dann in mehrere Etappen, in denen auch schon mal Testwettkämpfe möglich sein können. Profis sprechen dabei ja gern von der mikro- und makrozyklischen Trainingsplanung. Nach den Aufbauphasen folgt dann die Wettkampfsaison, die dann auch wieder in kleine Abschnitte mit Aufbau und Regeneration geteilt werden kann. Ganz wie ich es mir wünsche, wie ich es körperlich, mental und zeitlich schaffe.

Mittlerweile trainiere ich bereits so lange mit dem MyGoal Team, dass wir schon über den Winter einen Frühjahrsmarathon sehr erfolgreich vorbereiten konnten. Anschließend über den Sommer hinweg, haben sie mir geholfen, den Sprung vom Marathon zu meiner ersten Triathlon-Mitteldistanz zu schaffen. Über den Winter haben wir dann die entsprechenden Grundlagen für dieses Jahr gelegt, damit ich gleich mehrere Triathlons absolvieren konnte.

5. Wie greift die Trainerin/der Trainer ein?

Es gibt persönliche Gespräche, bei denen das Training unter die Lupe genommen wird und der kommende Monat geplant wird. Zwischendurch hat das MyGoal Team die Sportler und ihr Training im Auge, um nachzubessern, die Einheiten zu verändern oder zu motivieren, wenn man etwas durchhängt und es etwas weniger gut läuft. Sie zeigen aber auch, was realistisch ist, wo man sich etwas zurücknehmen sollte oder ruhig etwas mehr geben kann.

6. Worin siehst du die Vorteile einer Anleitung von außen?

Ich kaufe bei ihnen nicht nur meinen Plan, sondern ein Sorglospaket. Meine Planung habe ich bis vor einigen Jahren selbst übernommen und so schon erfolgreiche Marathons und meinen ersten Volkstriathlon absolviert. Mittlerweile ist aber mein Training so umfangreich geworden, dass es mir einerseits schwer fällt, den globalen Überblick zu wahren. Also meine Hauptziele mit vielen kleinen Zwischenzielen im Auge zu behalten und konkret vorzubereiten. Außerdem habe ich mittlerweile einen sehr arbeitsreichen Alltag und mein eigenes Blog, so dass ich gern Arbeit abgebe. Ich freue mich außerdem immer wieder auf die Pläne, weil sie monatlich etwas anders sind, mich nicht langweilen und alle meine Lieblingssportarten einfließen. Sogar dann, wenn ich mich auf einen Surfurlaub oder Radtrainingslager vorbereiten möchte oder vermehrt an Yogaklassen teilnehmen will. Das, was ich nun nur noch machen muss, ist selbstständig zu trainieren und anschließend die Einheit mit Bleistift abhaken.

7. Welche Trainingsziele hast du versucht zu erreichen?

Wie oben bereits erwähnt, einen Marathon in neuer Bestzeit, obwohl die Bedingungen mehr als ungünstig waren; meine erste Triathlonmitteldistanz; neue Bestzeiten auf vielen anderen Laufdistanzen wie 10 km oder auch Radrennen.

8. Hast du die Trainingsziele umsetzen können, gab es Schwierigkeiten?

Ich konnte die Trainingsziele mit dem Team wunderbar umzusetzen und schlussendlich auch meine Wettkampfziele erreichen. Manchmal sogar noch besser, als wir es uns gemeinsam haben vorstellen können. Natürlich gibt es auch Rückschläge, kleine Wehwehchen, mentale Schwächen, aber wir finden immer gemeinsam eine Lösung, die mir vielleicht allein viel schwerer gefallen wäre.

9. Für welche Läuferinnen und Läufer kannst du das Laufen mit MyGoal empfehlen, wem würdest du eher davon abraten?

Abraten würde ich niemandem. Ich wüsste nicht wieso! Es sei denn, man ist Profi genug und hat die Zeit, sich selbst mit der Trainingsplanung auseinanderzusetzen oder möchte einfach nur so etwas Sport treiben. Sobald ich mir aber ein bestimmtes Ziel gesetzt habe, das nicht zwingend ein Wettkampf sein muss, würde ich die Hilfe des MyGoal Teams immer empfehlen. Es kann auch um das Thema allgemeine Fitness gehen oder darum, dass ich einige Pfunde abnehmen möchte. Natürlich sind die Trainingspläne ideal, um Wettkämpfe, lange oder kurze, entsprechend den eigenen Möglichkeiten vorzubereiten.

10. Hast du bisher auch andere Trainingssysteme genutzt, und wie sieht das Training mit MyGoal im Vergleich dazu aus?

Ja, habe ich. Ich habe bekannte Pläne wie von Steffny und Marquardt genutzt, aber auch schon eine Leistungsdiagnostik mit entsprechender Trainingsplanung in Anspruch genommen und mein eigenes Wissen genutzt, um Pläne zu erstellen. Das funktionierte alles wunderbar, aber mir fehlte die individuelle Betreuung, die Motivation und die Anpassungsmöglichkeiten der Pläne an mein Leben. Manchmal geht es drunter und drüber. Da möchte ich, dass der Plan trotzdem noch funktioniert. Ich möchte dennoch meine Ziele erreichen können. Ein Plan, der Monat für Monat für mich individuell erstellt wird, ist unglaublich flexibel. Selbst innerhalb des Monats könnte ich mich darauf verlassen, dass für Änderungen immer ein Ansprechpartner da ist.

Lauftraining mit der Running Company

Henrik, einer der beiden Running Twins, hat sich für ein Lauftraining bei der Running Company in München entschieden und schätzt daran nicht nur die schnelle Interaktion mit der Trainerin sondern auch die gemeinschaftlichen Laufevents und Trainingscamps, die von der Company veranstaltet werden.

Läufer Henrik1. Wie bist du auf die Running Company gekommen?

Ich habe Anfang 2011 einen Anbieter für einen Trainingsplan in München gesucht, weil ich anfangen wollte, strukturierter zu trainieren. Google half – bei der RUNNING Company bin ich hängengeblieben. Warum? Ich fand das Konzept, gemeinsame Trainings zu absolvieren und so andere Läufer kennenzulernen, attraktiv. Vor allem die schnelle Interaktion mit Cheftrainerin Bianca hat mich gleich neugierig gemacht. Und so war ich eine Woche später im Training.

2. Wie funktioniert die Running Company und wie viel kostet die Mitgliedschaft?

Es werden vier Trainingseinheiten pro Woche angeboten, wovon drei im Stadion gelaufen werden. Mitgliedschaften kann man für 12 Wochen kaufen und sich ein Trainingspaket mit einer bestimmten Anzahl von Trainings bzw. Trainingsplan zusammenstellen. Der Trainingsplan wird individuell geschrieben und orientiert sich an den Trainingsleistungen der Vorwoche. In der RUNNING Company gibt es viele gemeinsame Events wie Volks- und Staffelläufe, Laufcamps, Sommerfest oder die Vereinsmeisterschaft. Mit dem Gruppentraining kann man ab 16,50 EUR pro Woche, mit dem Trainingsplan ab 8,50 EUR pro Woche starten.

3. Was ist deiner Meinung nach das Besondere an der Running Company?

Die individuelle Betreuung. Der Trainingsplan ist genau auf das sportliche Ziel und die aktuelle Leistungsfähigkeit abgestimmt. Bei Problemen wird schnell korrigiert. Bianca schafft es mit ihrem Trainerteam, dass ich mich immer gut aufgehoben fühle.

4. Wie baut sich das Training auf?

Je nachdem, wieviel Zeit man mitbringt und welches sportliche Ziel erreicht werden soll. Dienstags, Mittwochs und Donnerstags kann man im Stadion trainieren und Tempoeinheiten absolvieren. Sonntags steht ein Dauerlauf/Fahrtenspiel an der Isar auf dem Programm. Niemand wird über-, aber jeder herausgefordert.

5. Wie greift die Trainerin/der Trainer ein?

Der Trainer gestaltet die Trainingseinheit und weiß bereits vorher, wer in welcher Leistungsgruppe mitläuft. Es wird auf saubere Lauftechnik geachtet. Zu jedem Training gehört eine Einheit Lauf-ABC und Stabilisierungsübungen. Hier wird die Ausführung ebenfalls genauestens überwacht.

6. Worin siehst du die Vorteile einer Anleitung von außen?

Ganz klar, ich tue mich mit einer eigenen Trainingssteuerung sehr schwer. Läufer neigt dazu, das eigene Potential zu unterschätzen, das Limit nicht auszuprobieren und in einen Trott zu fallen bzw. die Motivation zu verlieren. Alleine kann man kaum ein effizientes Tempotraining durchführen. Von außen kommt viel Motivation und Feedback.

7. Welche Trainingsziele hast du versucht zu erreichen?

Zuerst mal regelmäßig und strukturiert zu trainieren. Darüber hinaus mindestens einmal in der Woche Tempotraining zu absolvieren und gezielt auf einen Wettkampf vorbereitet zu sein.

8. Hast du die Trainingsziele umsetzen können, gab es Schwierigkeiten?

Wer den Luxus genießt, durchgehend und ohne Rückschläge trainieren zu können, darf beneidet werden. Es gab jede Menge Rückschläge, vor allem durch Verletzungen. Nicht immer kann man den Trainingsplan 1:1 umsetzen, Arbeit und private Herausforderungen haben auch mal Vorrang. Am Anfang hatte ich zudem die dumme Angewohnheit, immer mehr zu laufen, als im Plan steht.

9. Für welche Läuferinnen und Läufer kannst du das Laufen in einer Gruppe mit professionellem Lauftrainer empfehlen, wem würdest du eher davon abraten?

Es gibt sicher Laufnomaden, die nichts anderes wollen als in Einsamkeit zu laufen. Grundsätzlich ist das Laufen in der Gruppe für jeden Läufer empfehlenswert, man bekommt direkt Feedback, kann netzwerken, fachsimpeln und wertvolle Erfahrungen austauschen – ein Motivationsschub! Wer gemeinsam 8 x 1000 m in der Gruppe abgeliefert hat, lernt Menschen ganz anders kennen und schätzen.

10. Hast du bisher auch andere Trainingssysteme genutzt und wie sieht das Training mit der Running Company im Vergleich dazu aus?

Die RUNNING Company ist ja kein „Trainingssystem“, sondern verfolgt ein Konzept, mit dem man seine sportlichen Ziele erreichen kann. Bisher habe ich noch keinen anderen Anbieter probiert.

Danke

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei euch dreien bedanken, dafür, dass ihr euch die Zeit genommen und alle meine Fragen ausführlich und anschaulich beantwortet habt. Ich denke, nach dem Lesen hat jeder einen ziemlich genauen Eindruck davon bekommen, was ihm persönlich ein Training nach System oder mit persönlichem Trainer bringen kann!

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F-Klasse-Laufen, Lauftraining

Kommentare

  1. Marek

    Sehr schöne und informative Interviews! Ist schon sehr spannend, wie alle trainieren, bei Henrik weiß ich ja, was das bedeutet und bringt. Mein Trainingsplan zum Berlin-Marathon hat mich zu meiner Bestleistung gebracht. Ich bin mir auch sicher, dass das Geld in solche „Systeme“ sehr gut investiert ist. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass man seine Ziele erreicht, sehr viel höher als wenn man allein trainiert. Das muss nicht heißen, dass auch das gut funktionieren kann. Danke für die Infos!

  2. Heiko - Laufen total

    Hallo Andreas,
    vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel und den wirklich aufschlussreichen Interviews. Ich bin mir sicher das Trainingspläne funktionieren, aber diese müssen auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Person abgestimmt sein. Persönliche Betreuung ist meiner Meinung nach das ganz wichtig. Reinen Trainingssystemen stehe ich aber eher skeptisch gegenüber, weiß nicht wie dort wirklich auf die einzelnen Wünsche und Ziele eingegangen wird.
    Beste Grüße
    Heiko

  3. wipp-tu-mi

    Ich bin seit Jahren semiambitionierter Freizeitläufer mit dem Problem, immer wieder monatelange Pause zu machen, weil es mir sportlich manchmal an Selbstmotivation fehlt. Hier helfen auch keine Onlinetools o. ä., weil mir die nicht an geeigneter Stelle den Motivationsimpuls geben, wenn ich mal wieder abbreche.
    Hier scheint mir das persönlicher Konzept von Running Company ein klarer Mehrwert zu sein.
    Ich probier‘ das nächste Woche mal aus.

  4. webmaster@startblog-f.de

    @Marek
    Ich bin zwar „Selbsttrainingsplanmacher“, stimme dir aber vollkommen zu: Wenn man als ambitionierter Läufer noch mehr erreichen will, dann sollte man schon die Hilfe eines Trainers oder Systems suchen.

    @Heiko
    Ich glaube schon, dass diese Systeme einen Läufer ein ganzes Stück weiter bringen können, aber ein professioneller Personal Trainer ist dann natürlich noch ein Stück individueller!

    @wipp-tu-mi
    Laufen in der Gruppe ist eindeutig motivierender, ganz klar. Obwohl man, z.B. bei MyGoal, auch bei Online-Tools hin und wieder persönlichen Kontakt hat, ist das Miteinander-Trainieren für Läufer, die oft mit dem inneren Schweinehund zu kämpfen haben, eindeutig zu empfehlen. Von daher kann ich dich nur in deiner Entscheidung bestätigen und wünsche dir viel Spaß und ein erfolgreiches Training!

  5. Din

    Interessant, wie die Systeme unterschiedlich und scheinbar sehr gut für die jeweilige Person funktionieren. Toll, dass auch so ein Internetsystem, wie es Mario benutzt, Hand und Fuß hat und genau das macht, was es soll.

    Bianca, von der Running Company, durfte ich ja auch schon kennenlernen. Sie weiß tatsächlich, wie man Läufer motiviert und regelrecht ins Ziel trägt.

  6. Daniel

    Danke für diesen interessanten Artikel. Ich versuche es ja alle paar Wochen/Monaten immer wieder mal mit einem festen Plan und irgendwann kommt der Punkt an dem Plan und ich wieder getrennte Wege gehen, weil ich so viel daran herumgedoktert habe bis er nicht mehr zusammenpasst. Hier würde ich mir von einem Coaching eindeutig mehr versprechen … interessant sind auf jeden Fall die Einblicke, so richtig überzeugt hat mich allerdings noch keiner … aber der Gedanke gärt, so gesehen hat dieser Artikel schon was gebracht ;-)

  7. webmaster@startblog-f.de

    @Din
    Ich glaube, jeder von euch dreien ist mit seinem System erfolgreich, weil Läuferbedürfnis und System zusammen passen. Am Ende läuft es auf die Frage hinaus: Wie sehr kann ich mich selber motivieren und wie viel (persönliche) Motivation und Betreuung von außen brauche ich?

    @Daniel
    Freut mich, dass der Artikel dir etwas auf die Sprünge geholfen hat. Hört sich für mich auf jeden Fall so an, als könntest du sehr von einem wie auch immer aussehenden Coaching profitieren.

  8. Mathias

    Danke, dass du MyGoal vorgestellt hast! Der Beitrag von Nadin ist für uns Bestätigung und Motivation. Neben der Leistung ist auch das Feedback der Sportler wichtig für einen Trainer.

  9. webmaster@startblog-f.de

    @Mathias
    Ich wünsche euch weiterhin gute Arbeit und viel Erfolg!

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