
Bei der Planung für den nächsten Lauf mit Klaus war ich auf etwas Interessantes gestoßen: „Hochspannungsweg“ stand da auf einer gestrichelten Linie, die sich sehr lang über die Karte zog. Und nachdem ich noch ein wenig recherchiert hatte und dabei auf so spannende Worte wie „Golpa-Leitung“, „Zschornewitz“ und „größtes Dampfkraftwerk der Welt“ gestoßen war, stand fest: Da würden wir am Sonntag einfach mal hinlaufen…

Nach ein paar Kilometern waren wir am frühen Sonntagmorgen da und stellten fest: Was früher einmal eine Trasse mit Hochspannungsmasten gewesen war, hatte sich ein Jahrhundert später in einen schnurgeraden Parkweg verwandelt.
© Wikipedia, Robert Petschow
Hier hatte von 1918 an die sogenannte Golpa-Leitung Berlin mit Strom aus dem Kraftwerk Zschornewitz nahe der Braunkohlegrube Golpa versorgt. Das Kraftwerk im rund 130 Kilometer entfernten Zschornewitz im damaligen Bitterfelder Bergbaurevier war damals das größte Dampfkraftwerk der Welt.

Jetzt war davon absolut nichts mehr zu sehen. Dieser kleine Abschnitt der damaligen Golpa-Leitung im Berliner Stadtteil Buckow ist nun ein Teil des Teltower Dörferwegs (Grüner Hauptweg 15) und wird zwischendurch gekreuzt vom Britz-Buckower-Weg (Grüner Hauptweg 10).

Im Gegensatz zu seinem Namen ist der Wegverlauf nicht weiter spannend…

… da wird schon der Eingang zum Wirtschaftshof des Britzer Gartens (ehemaliges BUGA-Gelände) zur willkommenen Abwechslung.

Aber wie sagte Klaus: „Ich laufe gerne gerade Strecken.“ Und interessant wegen des historischen Bezugs und des erlaufenen „Neulands“ war es allemal. Da haben wir doch alles richtig gemacht.

Wir waren noch nicht am Ende des Hochspannungswegs angekommen, mussten aber nun am Buckower Damm abbiegen. Wegen meines noch nicht ganz genesenen Beins wollte ich nicht allzu weit laufen. Hier gab es nun das Kontrastprogramm zum Parkweg durchs Grüne: Baustellen…

… und verlassen wirkende Geschäfte (ok, es war Sonntag).

Dazwischen ein renoviertes historisches Haus mit Säulen-Eingang…

… und Werbung für den ansässigen Bauern.

Wir bogen in den Rufacher Weg ab, wo es alte Miethäuser mit einem Hauch von Mondrian zu sehen gab.

Von dort liefen wir in den Fläzsteinpfad und kamen am Buckower Dorfteich heraus, der vor lauter Schilf kaum zu sehen war.

Immerhin entdeckte ich am Geländer diesen Aufkleber, der zeigt, dass man politische Botschaften auch positiv formulieren kann.

Einmal um den kleinen Teich herum und wir kamen an den „Buckower Liebes-Schlössern“ heraus, die hier an extra dafür aufgestellten Zaunelementen hängen.

Nach der Dorfkirche Alt-Buckow…

… kamen wir nun zum Rückweg auf die Zielgerade – immer entlang der Hauptstraße.

Kilometerweit geradeaus und völlig ereignislos – zu dieser frühen Zeit am Sonntag waren auch kaum Autos und Menschen unterwegs – da war das große Plastik-Eis schon ein visueller Höhepunkt.

Kurz vor Ende unserer 10-Kilometer-Runde passierten wir noch das Gewerbegebiet mit den modernen Windenergie-Anlagen bei DHL.

Jetzt noch über die Marianne-Cohn-Brücke, auf der uns Andreas V. auf seinem Fahrrad bereits entgegen kam. Klaus brauchte noch ein paar Marathon-Trainingskilometer, so dass ihn Andreas V. nun auf einer zweiten Runde begleitete.

Ich dagegen hatte Feierabend, verabschiedete mich von den beiden und freute mich auf dem Reststück noch über groß aufragende Sonnenblumen, die den bewölkten Morgen überstrahlten.