
4:15 Uhr schaue ich auf den Wecker und überlege, ob ich schon aufstehen soll. Schlafen kann ich bei den Temperaturen ohnehin nicht mehr, also stehe ich vergangenen Sonntag pünktlich zum Sonnenaufgang 4:49 Uhr vor der Haustür und laufe los. Lange habe ich überlegt, ob ich so einen Unsinn überhaupt machen soll, am Tag mit den heißesten Temperaturen aller Zeiten – 40 Grad sollen am Nachmittag erreicht werden – laufen zu gehen. Aber es ist nunmal Laufsonntag und ich bin neugierig, wie sich das wohl anfühlt. Und gebe mir schon vorab alle Freiheiten: Distanz? Keinesfalls die auf dem Plan stehenden 21 Kilometer, eher die Hälfte, wenn überhaupt. Tempo? Völlig egal, mit Pausen wann immer mir danach ist. Ausrüstung? Alles, was geht. Also geht es sonnenmilchgecremt, mit Sonnenbrille, Cap und Trinkgürtel los auf die Strecke…

Beim Start sind es 25 Grad (vor 5 Uhr morgens!) bei recht hoher Luftfeuchtigkeit (in der Nacht hatte es ein kleines bisschen geregnet). Das merke ich gleich, denn bei sehr ruhigem Tempo von etwa 6:40 min/km zeigt meine Laufuhr doch Pulswerte von fast 120 an. Die habe ich sonst, wenn ich 6er-Schnitt oder schneller laufe. Ich beschließe spontan, die Lilienthal-Denkmal-Runde zu laufen, mir öfter Gehpausen zu gönnen und den Puls nicht über 120 steigen zu lassen. So komme ich am Ende auch gut durch und erschöpft aber zufrieden nach 12 Kilometern wieder zu Hause an.
Nachmachen muss man das allerdings nicht, denn ich bezweifle, dass es gesund ist.