Schnee verlangsamt den Läufer – und macht ihn schneller

Veröffentlicht am 23.03.2013 | 3 Kommentare

Wunderbares Läufer-Winterwetter – Ende März

Heute stand wieder ein Tempodauerlauf auf meinem Trainingsplan. Aber zum einen war es mit etwa -3° bis -5° sehr kalt und zum anderen lag immer noch Schnee, beides Rahmenbedingungen, die solche Läufe einschränken…

Wer auf Schnee genau so schnell läuft wie auf Asphalt macht was falsch

Denn wer glaubt, er könne bei solchen Temperaturen (bei stellenweise eiskaltem Gegenwind) über Schnee – von knöcheltief bis hartgetreten – und Eisflächen genauso locker und schnell laufen wie an einem Sommertag über Asphalt, der irrt gewaltig. Schnelle Läufe bei Eis, Schnee und Tiefsttemperaturen sind also eigentlich mit leicht reduziertem Tempo und/oder reduzierter Distanz anzugehen, damit der Kraftaufwand dem entspricht, was ursprünglich vom Trainingsplan für normale Bedingungen vorgesehen war. Ansonsten drohen Überlastungen, mal abgesehen von der ohnehin erhöhten Verletzungsgefahr bei den schwierigen Bodenverhältnissen.

Läufer werden im Winter gemacht

Wer aber sein Training – angemessen und hoffentlich verletzungsfrei – im Winter durchzieht, wird mit einer guten Frühjahrsform belohnt. Auf hartgetretenem Schnee müssen die Füße ständig Unebenheiten korrigieren, die gesamte Laufmuskulatur – einschließlich des Haltungsapparates – muss mehr arbeiten. Das hat einen erhöhten Trainingseffekt. Und sobald die Temperaturen wieder steigen und man auf „freien“ Wegen laufen kann, läuft es sich plötzlich wesentlich leichter.

Manchmal kann man auch gar nicht (richtig) laufen

Mehr als knöcheltiefer Schnee – nicht gerade einfach zu laufen

Einen kleinen Vorgeschmack darauf habe ich heute bei meinem Tempodauerlauf über unsere „Hexenhäuschen-Strecke“ durch das Berliner Umland bekommen. Meist lief ich auf von Spaziergängern festgetretenem Schnee, der hin und wieder von Eisflächen durchsetzt war. Es war also trotz flottem Tempo und erhöhtem Krafteinsatz hohe Aufmerksamkeit angesagt. Und an einer Stelle dann war der Schnee so tief und gleichzeitig fest, dass ich wirklich nur noch „stapfen“ konnte. Wahnsinnig anstrengend und an „Tempo“ nicht zu denken!

Wenn plötzlich alles wie von alleine läuft

Aber dann gab es plötzlich auf dem Berliner Mauerweg einzelne Abschnitte von ein paar hundert Meter Länge, die völlig frei waren. Welch ein herrliches Gefühl! Es lief sich wie von alleine und das Tempo stieg unwillkürlich. Natürlich nur bis es wieder über die Schneedecke ging, aber diese wenigen Minuten reichten bereits, um Hoffnung auf den Frühling-Sommer-Herbst und Glücksgefühle auszulösen. Also: Weiter im Schnee trainieren und dann, nach dem Schmelzen der letzten Flocke, die bessere Laufform „ernten“ und das schnelle Laufen wieder genießen!

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F-Klasse-Laufen, Lauferfahrungen

3 Kommentare zu “Schnee verlangsamt den Läufer – und macht ihn schneller”

  1. "Der Blaue" (Ingo) sagt:

    So ähnlich sah es heute hier auch aus – einfach traumhaft und mein längster
    Lauf in der Marathonvorbereitung (3 h – allerdings langsam) war das reinste Vergnügen.

  2. Running Twin Marek sagt:

    Genauso ist es Andreas! Die Sieger dieses Frühlings und Sommers und Herbstes werden in diesen Tagen im Schnee gemacht. Wir schaffen das!

  3. webmaster@startblog-f.de sagt:

    @Ingo („Der Blaue“)
    Mensch, da bist du ja trotz der Kälte schon bei den ganz langen Distanzen. Alle Achtung!

    @Marek
    Bei dir könnte das mit den „Siegern“ wirklich klappen, für mich wäre ich schon mit „sehr guter Form“ zufrieden ;-)

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