
Eigentlich war ich ja zum Wandern im Ahrtal. Aber da ich nun schon mal da war, konnte ich mir einen kleinen Sightseeing-Lauf vor dem Frühstück nicht entgehen lassen. Von Bad Neuenahr führte mich mein Lauf entlang der Ahr bis nach Ahrweiler – und nach einer kleinen Runde durch die Altstadt ging es dann am anderen Ahr-Ufer wieder zurück…

Zuerst kam ich an die Martin-Luther-Kirche…

… bog aber direkt davor ab, um über eine kleine Fußgängerbrücke ans andere Ufer zu kommen.

Fast 5 Jahre ist die Flutkatastrophe im Ahrtal nun her und es wird immer noch an vielen Stellen wieder aufgebaut, auch im Kurpark.

Ich war vorher noch nie im Ahrtal, aber wenn man sich die Dokumentationen über die Flut und ihre Folgen ansieht, kann man ermessen, wie viel hier schon seitdem an Neuaufbau geleistet wurde.

Vorbei an der Baustelle für „Konzerthalle, Stadtbibliothek, Tourist-Information, Lesesaal und Trinkhalle“ lief ich einen Bogen um den Park.

Natürlich dreht sich hier auch alles um Wein.

Mein Weg entlang der Ahr…

… führte mich nun durch den Dahliengarten.

Im Normalzustand ist die Ahr anscheinend ein ruhiges, aber auch recht flott fließendes Flüsschen. Etwas unheimlich, wenn man an die Wassermassen denkt, die hier am 14. Juli 2021 fast alles mit sich gerissen haben, und dann die frisch renovierten Häuser so dicht am Wasser sieht.

Immer wieder waren Hinweise auf die Flut und den Neuaufbau zu sehen.

Die Uferbereiche werden anscheinend teilweise abgetragen, um zukünftigen Hochwassern etwas mehr Ausbreitungsfläche zu geben.

Durch den Stadtteil Bachem…

… kam ich zum Friedhof von Ahrweiler…

… und stand kurz darauf vor dem Ahrtor.

Hier wacht ein „Ahrweiler Schütze“ über den Zugang zur Innenstadt. Aber bevor es dort weiterging, wollte ich noch kurz einen Sightseeing-Abstecher zur Seite machen.

Über eine Brücke lief ich erneut über die Ahr…

… denn ich wollte mir das Kloster Kalvarienberg ansehen. Ich lief den Kreuzweg hinauf, vorbei an den Stationen, die Jesus’ Leidensweg darstellten. Hier zum Beispiel die VI. Station: „Die h. Veronika trocknet das Angesicht JESU ab.“.

Wenn man das Kloster von Westen aus sieht, erinnert es ein wenig an Harry Potters Hogwarts. Leider kam ich aber von der anderen Seite und hatte nicht mehr Zeit, drumherumzulaufen.

Weinanbau gibt es in dieser Gegend an jeder Ecke. Hier zur Abwechslung mal in der Ebene (die Weinberge dagegen sind häufig sehr steil).

Baumaschinen gibt es leider auch an jeder Ecke. Stumme Zeugen des Wiederaufbaus.

Nun aber zurück zum Ahrtor und in die Fußgängerzone!

Im Torbogen begegnete ich Jesus und Veronika erneut…

… bevor ich durch den Anblick von sehr viel Fachwerk abgelenkt wurde.

Wirklich…

… sehr…

… viel…

… Fachwerk!

In einer Ecke der Fußgängerzone überraschte mich diese Skulptur.

Noch ein Läufer-Foto mit Trachtenmode…

… und dann wurde es auch schon gleich wieder ernst: Ich entdeckte Erinnerungsschilder an die Flutnacht an einem Haus.

Ich hatte nun den Marktplatz von Ahrweiler erreicht…

… mit dem „Hotel zum Stern“ von 1423…

… und der Kirche St. Laurentius. Hier soll das Wasser 1,5 Meter hoch in der Kirche gestanden haben – und die Ahr ist etwa 300 Meter weit entfernt!

Um diese Uhrzeit am Himmelfahrtstag war natürlich noch nichts los, zumal nun auch Nieselregen einsetzte.

Davon ließ ich mich aber nicht stören und setzte meinen Lauf in der Fußgängerzone durch die Niederhutstraße fort.

Ein Schild erinnert an Georg Kreuzberg, den Entdecker der Quellen und Gründer des Apollinarisbrunnens und des Heilbades Bad Neuenahr. Das bekannte Mineralwasser stammt also von hier, damals benannt nach einem in der Nähe der Quelle stehenden Bildstock, der dem heiligen Apollinaris geweiht war. Die Geschichte dieses Wassers beginnt also mit einem christlichen Märtyrer und endet mit der Coca Cola Company (heutiger Eigentümer).

Auch in dieser Straße fielen mir die vielen Fachwerkhäuser und der frisch verlegte Straßenbelag auf.

Es gab so einige schöne Details zu entdecken, wie diese Tür…

… dieses Schild von Feinkost Kohlhaas…

… und diesen Spruch unter den alten Winzer-Illustrationen: „Aus der Traube in die Tonne aus der Tonne in das Faß, aus dem Fasse dann v Wonne in die Flasche und ins Glas“.

Ich kam nun auf das Ende der Fußgängerzone, das Niedertor, zu.

Der kleine goldene Torwächter nahm mein Vorbeilaufen ohne Regung zur Kenntnis.

Direkt hinter dem Tor entdeckte ich eine historische Weinkelter.

Ich folgte nun dem Verlauf der früheren Stadtmauer, passierte einen alten Kanonenturm…

… und kam nach diesem Rundlauf durch die Altstadt wieder am Ahrtor an. Kurz vorher gab es noch dieses Ehrenmal für die Gefallenen des 2. Weltkriegs zu sehen.

Damit hatte ich das „City-Sightseeing“ abgeschlossen und machte mich wieder auf den Rückweg.

Um Langeweile gar nicht erst aufkommen zu lassen, lief ich nun allerdings am anderen Ahr-Ufer.

Dieses bescherte mir noch ein paar schöne Impressionen am Wegesrand…

… und im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Park…

… bevor ich dann…

… auf Höhe des Steigenberger-Hotels und des Kurhauses angekommen war.

Die Landgrafenbrücke fiel, wie so vieles, der Flut zum Opfer und wird aktuell durch eine Behelfsbrücke ersetzt. Demnächst entsteht hier der Brücken-Neubau.

Zum Ausgangspunkt meines Laufs musste ich nun umkehren und sah auf dem letzten Stück noch Gebäude, die gar nicht…

… und welche, die besonders imposant wiederhergestellt wurden.

Wortspiele mit dem Flussnamen gibt es hier in der Gegend an jeder Ecke: Neben der Ahrkade habe ich auch Solidahrität und Körpernahr (Physiotherapie) gesehen… Ahrgh!

Nach 10 Kilometern war ich voller neuer Lauf-Eindrücke zurück – und nach einem ausgiebigen Frühstück konnte es dann auf die geplante Wanderung gehen!