Mauerweg-Lauf Berlin 2009 Die Geschichte

 

Mauer-Rest an der East Side Gallery
Unser Mauerweg-Lauf Berlin 2009 ist zuallererst einmal ein Laufereignis, bei dem wir mit vielen Freunden diese in weiten Teilen sehr schöne Laufstrecke erkunden wollen. Aber natürlich wollen wir dabei nicht vergessen, dass diese Strecke eine traurige Geschichte hat und dieser Lauf zudem noch im Jahr 20 nach Mauerfall stattfindet.

Beim Laufen der einzelnen Etappen werden wir immer wieder auf Gedenksteine und Mahnmale treffen, die an die Ereignisse an der Mauer erinnern sollen. Für einen kurzen Überblick habe ich an dieser Stelle eine kurze Chronik der Mauer zusammengetragen.

Chronik der Berliner Mauer

1961

15. Juni 1961
Walter Ulbricht verspricht auf einer internationalen Pressekonferenz: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“.

3. bis 5. August 1961
Auf der Moskauer Gipfelkonferenz schlägt Ulbricht vor, entweder Berlin mit einer Mauer abzuriegeln oder diese quer durch die Stadt zu errichten.

13. August 1961
In der Nacht zum 13. August sperren DDR-Volkspolizisten mit Stacheldrahtrollen, Betonpfeilern und spanischen Reitern die Grenze zwischen Ost- und Westberlin ab. Die Organisation übernimmt ein Parteifunktionär, der später bis zum Staatsratsvorsitzenden aufsteigen sollte: Erich Honecker.

15. August 1961
Das Foto vom Sprung des Volkspolizisten Conrad Schuhmann über den Stacheldraht in den Westen geht um die Welt.

22. August 1961
Das erste Maueropfer stirbt nach einem Sprung aus der 3. Etage eines Wohnhauses in der Bernauer Straße. Die 59-jährige Ida Siekmann hatte zuvor Federbetten auf den Bürgersteig geworfen, die allerdings den Aufprall nicht ausreichend dämpfen konnten.

24. August 1961
Der Schneider Günter Litfin ist das erste Maueropfer, das durch Schüsse ums Leben kommt. Er stirbt kurz vor Erreichen des Ufers an der Humboldthafenbrücke im Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal.

26. August 1961
Alle Grenzübergänge werden für West-Berliner Einwohner geschlossen.

25. Oktober 1961
Nach einem diplomatischen Schlagabtausch stehen sich am Checkpoint Charlie sowjetische und amerikanische Panzer gegenüber.

1962

18. April 1962
Jörgen Schmidtchen ist der erste Grenzpolizist, der nach dem Mauerbau ums Leben kommt. Er wird in der Nacht vom Offiziersschüler Peter Böhme, der zusammen mit einem Kameraden nach West-Berlin flüchten will, erschossen.

26. Mai 1962
Eine Gruppe junger West-Berliner unternimmt in der Nacht den bis dahin größten Sprengstoffanschlag auf die Mauer: An der Bernauer/Ecke Schwedter Straße reißt die Explosion ein mehrere Quadratmeter großes Loch in das Betonwerk.

8. Juni 1962
Mehr als zehn Ost-Berliner kapern einen Ausflugsdampfer der Weißen Flotte, überqueren im Kugelhagel von DDR-Grenzern die Spree und erreichen unverletzt das West-Berliner Ufer. Die West-Berliner Polizei, die dabei ebenfalls beschossen wird, erwidert das Feuer.

17. August 1962
Die Bilder des sterbenden Peter Fechter gehen um die Welt. Der 18-jährige Maurer und ein gleichaltriger Kollege hatten versucht, die Grenzanlagen an der Zimmerstraße zu überwinden. Während dem Kollegen die Flucht unter Beschuss glückte, wurde Peter Fechter in Bauch und Brust getroffen und blieb schwerverletzt fast eine Stunde an der Mauer liegen, bevor er starb. Niemand wagte es einzugreifen: keiner der Passanten, die amerikanischen Militärpolizisten nicht, die West-Berliner Polizisten nicht und auch nicht die Volkspolizisten und Grenzsoldaten. West-Journalisten und West-Polizisten kletterten auf Leitern und fotografierten den sterbenden Peter Fechter, der um Hilfe flehte.

24. September 1962
Erstmals werden 20 Häftlinge und 20 Kinder aus der DDR von der Bundesregierung freigekauft. Gegenleistung der Bundesregierung sind drei Eisenbahnwaggon-Ladungen Düngemittel.

30. September 1962
Der DDR-Unteroffizier Günter Selig stirbt an den Schussverletzungen, die ihm ein Grenzposten zugefügt hatte. Selig hatte eine unangekündigte Postenkontrolle durchführen wollen und wurde dabei von einem 19-jährigen DDR-Grenzsoldaten im dichten Nebel für einen Flüchtling gehalten.

1963

7. Februar 1963
Ein Autobus mit Schneepflug, als Werkstattwagen getarnt und mit Stahlplatten gesichert, durchbricht mit acht Flüchtlingen den Berliner Grenzkontrollpunkt Drewitz/Dreilinden und kommt durch.

26. Juni 1963
Präsident J. F. Kennedy besucht West-Berlin anlässlich des 15. Jahrestags der Berliner Luftbrücke und spricht vor dem Rathaus Schöneberg die legendären Worte: „Ich bin ein Berliner.“

9. September 1963
Zwei Grenzsoldaten, die mit einer Planierraupe Erdarbeiten an der Grenze zu Spandau durchführen sollen, gelingt die Flucht nach West-Berlin: Sie springen von der Raupe über den Stacheldrahtzaun.

17. Dezember 1963
Nach mehr als zwei Jahren dürfen West-Berliner Einwohner das erste Mal wieder Ost-Berlin besuchen.

1964

2. Januar 1964
In der DDR werden neue Personalausweise mit dem Vermerk „Bürger der Deutschen Demokratischen Republik“ ausgegeben.

28. Juli 1964
Rainer Gneiser und Norbert Wolscht ertrinken beim Versuch, mit Taucherausrüstungen durch die Havel nach West-Berlin zu gelangen.

5. Oktober 1964
In der bis dahin größten Tunnelaktion gelingt 57 Menschen die Flucht nach West-Berlin. DDR-Grenzer entdecken den Tunneleingang und es kommt zu einer Schießerei, bei der der Grenzsoldat Egon Schultz getötet wird.

1965

7. März 1965
In den frühen Morgenstunden seilt sich ein Ost-Berliner aus seiner im 4. Stock gelegenen Wohnung ab, pendelt in Höhe des ersten Stockwerks über die Mauer und springt auf West-Berliner Gebiet.

15. Juni 1965
Der West-Berliner Geschäftsmann Hermann Döbler wird am frühen Nachmittag bei schönstem Wetter von einem DDR-Grenzsoldaten erschossen, weil er mit seinem Motorboot auf dem Teltowkanal über die unsichtbare Grenzlinie gerät.

28./29. Juli 1965
Das Leipziger Ehepaar Holzapfel überquert in der Nacht vom Ost-Berliner Haus der Ministerien mit ihrem neunjährigen Sohn die Berliner Mauer mit einer selbstgebauten Seilbahn. Sowjetische Soldaten der Luftraumraumüberwachung beobachten die Flucht, greifen aber nicht ein, da sie vermuten, dass die Staatssicherheit auf diesem Weg Agenten nach West-Berlin einschleusen will.

1966

2. Februar 1966
Die „Times“ berichtet, dass die Bundesrepublik seit Ende 1963 von der DDR rund 2.600 politische Häftlinge für einen Gegenwert von 100 Mio. DM in Form wirtschaftlicher Gegenleistungen (Kaffee, Zitrusfrüchte, etc.) freigekauft habe.

14. März 1966
Grenzposten erschießen im Ost-Berliner Stadtbezirk Treptow zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren, die nach Einbruch der Dunkelheit unbemerkt ins Grenzgebiet gelangt sind. Jörg Hartmann (10), der zusammen mit seinen Geschwistern bei der Großmutter lebte, wollte zu seinem Vater nach West-Berlin.

1970

10. März 1970
Mit Hilfe eines von ihnen entführten Flugzeuges wollen Christel und Eckhard Wehage in die Bundesrepublik zu fliehen. Als die Entführung scheitert begehen die beiden im Flugzeug Selbstmord.

1971

25. Februar 1971
Am Tage vor seiner Fertigstellung wird ein von West-Berliner Seite gegrabener, bereits 120 Meter langer Tunnel in der Bernauer-/Ecke Brunnenstraße von den Grenztruppen entdeckt.

24. Juli 1971
Der Rostocker Urologe Peter Dobler durchschwimmt nach zweijährigem Training die Ostsee von Kühlungsborn nach Fehmarn. Er legt die 48 Kilometer lange Strecke in 24 Stunden zurück.

3. September 1971
Die USA und die UdSSR, Großbritannien und Frankreich unterzeichnen das Viermächte-Abkommen über Berlin. Auf der Grundlage des Abkommens werden von der Bundesregierung bzw. vom West-Berliner Senat mit der DDR Vereinbarungen getroffen, die zu Erleichterungen im Besucher- und Reiseverkehr führen.

1972

13. Oktober 1972
Der 9-jährige türkische Schüler Cengaver Katranci füttert am Kreuzberger Gröbenufer zusammen mit einem Freund Enten und Schwäne, verliert dabei das Gleichgewicht und stürzt in die kalte Spree, die an dieser Stelle in voller Breite zu Ost-Berlin gehört. Als die West-Berliner Feuerwehr eintrifft, wird ihr von östlicher Seite jedes Eingreifen verboten. Erst eineinhalb Stunden nach dem Unglück bergen Taucher der Nationalen Volksarmee die Leiche des 9-Jährigen.

1974

3. Mai 1974
Erich Honecker bekräftigt auf einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates angesichts der hohen Zahl von 3.004 Fluchtversuchen im Jahr 1973 und 242 erfolgreichen „Grenzdurchbrüchen“ den Schießbefehl: „Überall muß ein einwandfreies Schussfeld gewährleistet werden (…); nach wie vor muss bei Grenzdurchbruchsversuchen von der Schusswaffe rücksichtslos Gebrauch gemacht werden, und es sind die Genossen, die die Schusswaffe erfolgreich angewandt haben, zu belobigen.“

1975

11. Mai 1975
DDR-Grenzorgane verbieten Passanten und der West-Berliner Feuerwehr Rettungsmaßnahmen für den 5-jährigen Cetin Mert. Er ist an einem Steilufer in Kreuzberg in die Spree gefallen. Es ist der vierte Todesfall an dieser Stelle.

1976

April 1976
Nach einer Erprobungsphase beginnt die Errichtung der 4. Generation der Berliner Mauer (Grenzmauer-75). Sie besteht aus industriell gefertigten, senkrechten Stützwandelementen, auf deren oberes Ende ein aufgeschlitztes Asbestrohr gesetzt wird.

1. Mai 1976
Michael Gartenschläger, politisch Inhaftierter in der DDR und vom Westen freigekauft, bekämpft die DDR durch den Abbau von Selbstschussanlagen. Nachdem ihm am 30. März und 24. April 1976 die Demontage von Todesautomaten gelungen ist, wird er beim dritten Versuch von einer Stasi-Spezialeinheit aus dem Hinterhalt erschossen.

11. Oktober 1976
Im Befehl Nr. 101/76 des DDR-Verteidigungsministers ist nicht mehr davon die Rede, dass „Grenzverletzer“ zu vernichten, sondern dass sie festzunehmen seien. Dennoch wird bis 1989 weiterhin bei der Verhinderung von Fluchten von der Schusswaffe Gebrauch gemacht.

1981

16. März 1981
Der 31-jährige Dr. Johannes Muschol besteigt kurz nach 11.00 Uhr in der Kopenhagener Straße eine an der Sektorengrenze gelegene Aussichtsplattform, klettert über die Mauer und rennt durch den Todesstreifen in Richtung Ost-Berlin. „Ich will in den Osten“, soll er gerufen haben. Nach Warnrufen und einem Warnschuss eröffnet ein Grenzsoldat das Feuer und verletzt den geistig verwirrten Mann tödlich.

1982

15. Februar 1982
Eine „Anordnung über Regelungen zum Reiseverkehr von Bürgern der DDR“ weitet die Reiseanlässe von West-Besuchen auf Jugendweihen, Konfirmationen, Kommunionen sowie den 60., 65., 70., 75. und jeden weiteren Geburtstag aus, worauf die Zahl der Genehmigungen von bisher etwa 40.000 auf rund 60.000 pro Jahr ansteigt.

25. März 1982
In einem als Vertrauliche Verschlusssache gehaltenen Schreiben der Politischen Verwaltung der DDR-Grenztruppen heißt es, der „richtige und wirksame Einsatz der Schusswaffe im Grenzgebiet ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern das zutiefst moralische und humanistische Recht eines jeden Angehörigen der Grenztruppen“. Noch nie zuvor „in der Geschichte unseres Volkes“ seien „Waffen für eine edlere Sache getragen“ und „bewaffnete Gewalt im Interesse humanerer Ziele angewendet“ worden als im „ersten sozialistischen deutschen Staat, der DDR“.

1983

31. März 1983
Eine der spektakulärsten Fluchten über die Berliner Mauer gelingt: Holger Bethke und Michael Becker schießen mit einem Pfeil ein Drahtseil in den Westen und hangeln sich dann vom Eckhaus Schmollerstraße/Bouchéstraße in Treptow nach Neukölln in die Freiheit.

1984

2. Februar 1984
Der Nationale Verteidigungsrat der DDR beschließt, die martialischen Flächensperren (insgesamt 38.000 Stück) und Höckersperren (Gesamtlänge: 19 Kilometer) an der Berliner Grenze wegen ihres negativen Erscheinungsbildes zu beseitigen.

13. März 1984
Pioniereinheiten der Grenztruppen beginnen am Brandenburger Tor eine zweite Mauer zu errichten, die hundert Meter hinter der ersten verläuft.

1. Dezember 1984
Der 20-jährige Zimmermann Horst-Michael Schmidt wird bei einem Fluchtversuch an der Berliner Sektorengrenze von DDR-Grenzsoldaten erschossen. Die beiden Todesschützen werden belobigt; bemängelt wird lediglich der mit 50 Schuss hohe Munitionsverbrauch.

1985

11. Juni 1985
Bei dem größten Agentenaustausch des Kalten Krieges werden auf der Glienicker Brücke zwischen Potsdam und West-Berlin 25 West- gegen vier Ost-Agenten ausgetauscht.

31. Juli 1985
Die Minenräumaktion an der innerdeutschen Grenze ist abgeschlossen. An die Stelle der Minen tritt eine verstärkte elektronische Grenzsicherung.

1986

10. Oktober 1986
Der Ausbau der 4. Generation der Mauer (Grenzmauer-75) ist im innerstädtischen Bereich von Berlin so gut wie abgeschlossen. Die DDR-Grenztruppen messen nun der Festnahme von Fluchtwilligen bereits im Hinterland eine immer größere Bedeutung zu. Gelingt die Festnahme bereits vor oder am hinteren Sperrelement, so kann der Vorfall auf westlicher Seite nicht mehr wahrgenommen werden.

24. November 1986
Durch mehrere Rückenschüsse wird der 27-jährige Michael Bittner bei einem Fluchtversuch an der Berliner Mauer getötet. Bis zum Ende der DDR gelingt es dem Ministerium für Staatssicherheit, den Mord an Michael Bittner zu vertuschen. Das MfS lässt Totenschein und Obduktionsbefund vernichten und sorgt auch dafür, dass bis heute kein Nachweis über die Bestattung Michael Bittners existiert.

1987

12. Februar 1987
Der 24-jährige Lutz Schmidt wird bei einem Fluchtversuch an der Berliner Sektorengrenze erschossen. Das Ministerium für Staatssicherheit verpflichtet seine Ehefrau, die wahren Todesumstände zu verschweigen und seinen Tod als Folge eines Verkehrsunfalls auszugeben.

12. Juni 1987
US-Präsident Ronald Reagan spricht anlässlich der 750-Jahr-Feier von Berlin am Brandenburger Tor: „Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!“

13. August 1987
Am Jahrestag des Mauerbaus demonstrieren etwa 300 Personen auf der Ostseite des Brandenburger Tores gegen die Mauer.

1988

23. Februar 1988
Das SED-Politbüro beschließt, die Reiseregelungen wieder restriktiver zu handhaben. Ab sofort sollen deshalb „gemeinsame Reisen von Ehepaaren, Eltern bzw. Elternteilen mit ihren erwachsenen Kindern, Bürgern, die in Lebensgemeinschaft leben“ nicht mehr zugelassen werden.

21. August 1988
In der Nähe des Berliner Reichstages fliehen vier DDR-Bürger vor den Augen zahlreicher West-Berliner Zuschauer durch die Spree. Die Besatzung des sie verfolgenden Wachbootes macht von ihren Schusswaffen keinen Gebrauch; alle erreichen unverletzt den Westteil der Stadt.

30. November 1988
In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ nimmt DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler Stellung zum Schießbefehl: „Es hat nie – nie! – einen Schießbefehl gegeben. Den gibt es auch jetzt nicht […]. Das Schießen war nur erlaubt beim gewaltsamen Überwinden der Grenze von beiden Seiten und beim Angriff auf denjenigen, der von der DDR den Auftrag hat, die Grenze zu schützen, auf seine eigene Person.“

1989

Ende Januar 1989
Erich Honecker erklärt: „Die Mauer … wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben“.

5. Februar 1989
Der letzte Mauertote: Chris Gueffroy stirbt bei dem Versuch, gemeinsam mit einem Freund die Sperranlagen vor dem Britzer Zweigkanal, der die Grenze zum West-Berliner Stadtbezirk Neukölln bildet, zu überwinden.

10. September 1989
Die Ungarische Regierung öffnet die Grenze nach Österreich für DDR-Flüchtlinge.

30. September 1989
Erich Honecker gibt nach und lässt über 10.000 DDR-Bürger ziehen, die die Botschaft der Bundesrepublik in Prag besetzt gehalten hatten, um ihre Ausreise zu erzwingen.

17. Oktober 1989
Erich Honecker wird im SED-Politbüro gestürzt. Sein Nachfolger Egon Krenz kündigt eine „Wende“ an, doch die Kundgebungen gegen die SED breiten sich nun in der gesamten DDR aus. Hunderttausende Menschen fordern freie Wahlen, die Zulassung von Oppositionsgruppen und Reisefreiheit.

9. November 1989
Die Berliner Mauer wird geöffnet.

22. Dezember 1989
Das Brandenburger Tor wird wieder geöffnet.

1990

30. Juni 1990
Das Notaufnahmelager Marienfelde wird geschlossen. Es hatte in der Zeit seit seiner Eröffnung am 14. April 1953 etwa 1,35 Mio. Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR aufgenommen.

Mindestens 270, wahrscheinlich aber bis zu 780 Menschen starben bei dem Versuch, die Berliner Mauer oder die innerdeutsche Grenze zu überwinden. Zehntausende DDR-Bürger wurden bei Fluchtversuchen verhaftet. Gegen mehr als 71.000 Menschen wurden Freiheitsstrafen wegen Republikflucht verhängt.

Quellen:
Chronik der Mauer
Wikipedia
Michael Cramer, Berliner Mauer-Radweg, Verlag Esterbauer
Guido Knopp, Die Deutschen im 20. Jahrhundert, Bertelsmann
Welt Online
Chronologie der Berliner Mauer