Ein 30-km-Lauf auf Rügen

Veröffentlicht am 17.09.2009 | 5 Kommentare

Seebrücke Sellin

Ach, jetzt ist er schon fast drei Wochen vorüber, der herrliche Sommerurlaub auf Rügen. Aber die Fotos meines langen Laufs von Göhren zum Jagdschloss Granitz und zurück, die muss ich natürlich noch zeigen! Am Sonntag, den 23.08.2009 wollte ich im Rahmen meiner Marathonvorbereitung den wöchentlichen 30-km-Lauf absolvieren und dafür eigentlich von Göhren bis nach Prora – ironisch-historisches Ziel für einen langen Lauf: von wegen Kraft durch Freude – laufen, aber da hatte ich mich dann doch etwas verschätzt…
Sonnenaufgang

In aller Frühe ging es vom Ostseebad Göhren mit Blick auf den Strand, ein einsames Segelboot und die aufgehende Sonne los.

Seebrücke Göhren

Die Temperaturen waren noch angenehm kühl und es lief sich herrlich leicht. Klar, dass ich bei den schönen Ausblicken um das Fotografieren nicht drumherum kam ;-)

BernsteinpromenadePromenade

Die ersten Kilometer ging es auf der Bernsteinpromenade in Richtung Ostseebad Baabe, das bereits nach kurzer Zeit erreicht war. Um diese frühe Morgenstunde waren kaum Menschen unterwegs und ich hatte die gesamte Küste für mich.

Starke SteigungHochuferweg

Von Baabe ging es gleich weiter bis zum Ostseebad Sellin, wo die Promenade am Meer endet und eine steile Straße hochführt. Ich hatte den Ehrgeiz auch hier zu laufen, aber je weiter ich hochkam (hört denn das gar nicht auf?), desto mehr näherte ich mich dem Stillstand. Schließlich hatte ich es geschafft und bog rechts in den Hochuferweg ein, da ich weiter an der Küste bleiben wollte.

Seebrücke von Sellin

Bereits nach wenigen Dutzend Metern wurde mir klar, dass es hier anders zuging als daheim im flachen Berlin: der Weg war eher ein Pfad und ging kräftig hoch und runter! Aber natürlich hatte man auch immer wieder wunderschöne Ausblicke von der Steilküste – auf deren äußerster Kante ich mich ja bewegte – auf das Meer und hinunter auf den Strand (im Foto kann man ganz unten am Wasser winzige Spaziergänger erkennen).

Hochuferweg bei SellinSchwarzer See

Bei diesen sehr hügeligen Bedingungen kamen mir schnell Zweifel, ob ich tatsächlich 30 Kilometer so laufen konnte-sollte- wollte. Ich beschloss, erst mal alles auf mich zukommen zu lassen und die Landschaft zu genießen. Und dazu gehörte auch ein kurzer Abstecher zum Schwarzen See, der etwas abseits der Strecke lag.

Schwarzer See

Dort angekommen, genoß ich einige Minuten den Anblick und die Stille ringsum und nahm ein paar Schlucke Wasser (aus der Flasche, nicht dem See ;-) zu mir. Diese stillen Momente sind für mich einer der Hauptgründe für das frühmorgendliche Laufen. Einfach schön!

Weg zum Jagdschloss Granitz

Wenig später musste ich mich entscheiden, ob ich weiter Richtung Ostseebad Binz oder lieber zum Jagdschloss Granitz laufen wollte. Bereits seit einigen Kilometern war mir klar geworden, dass mein ursprüngliches Ziel Prora viel weiter als gedacht war. Das würde ich nicht mehr erreichen, wenn ich nicht gerade eine Marathon-Distanz hinter mich bringen wollte. Gut, aber Sightseeing musste sein, also weiter zum Jagdschloss.

Hunde-SkulpturJagdschloss Granitz

Auf dem Anstieg durch den Wald zum Schloss war wieder kein Mensch weit und breit zu sehen. Erst dort angekommen entdeckte ich wieder etwas Leben: ein Mann fegte die Anlagen für die später zu erwartenden Besuchermassen. Ansonsten heulten nur noch die Hunde-Skulpturen vor dem Eingang des Schlosses zur Begrüßung des einsamen Läufers.

Schnuller im Wald

Nach kurzer Pause trat ich meinen Rückweg an. Zuerst ging es bergab, aber später im Wald musste ich natürlich auch wieder die eine oder andere Steigung bewältigen. Da ich schon einige Kilometer in den Beinen hatte, ging das nicht mehr so einfach wie gedacht. Reichte die Kraft noch bis nach Hause? Gerade als ich mir diese Frage stellte, lag – mitten im einsamen Wald – ein verlorener Schnuller auf dem Asphalt. Ja, etwas Beruhigung konnte ich jetzt tatsächlich brauchen ;-)

WegweiserGebäude der Kurverwaltung

Anhand der Schilder konnte ich mich auch auf dem Rückweg gut orientieren, den ich an einer Kreuzung im Wald spontan etwas variierte. So kam ich in Sellin in der Stadt aus dem Wald raus und auf meinem Weg zur Promenade später auch an der Kurverwaltung vorbei.

Blick vom Hochuferweg

Anders als auf dem Hinweg lag die pompöse Seebrücke von Sellin nun mehr im Sonnenlicht (siehe Anfangsfoto). Ein kurzer Foto-Halt und dann weiter auf den Hochuferweg, von dem ich immer wieder fantastische Blicke hinunter auf das Meer hatte.

Steile Stufen auf dem Hochuferweg

Wie bereits auf dem Hinweg war das Laufen hier nicht ganz einfach. Selbst „Bergab“-Passagen wurden durchaus anspruchsvoll, wenn unregelmäßige Holzstufen zur Aufmerksamkeit zwangen.

Blick auf den Strand und das Meer

Der Blick auf den Strand war immer wieder ein Genuss. Der farblich changierende Meeresgrund war klar zu sehen und ich konnte Schwäne und Kormorane auf vereinzelten Felsen an der Küste erkennen.

Starke Steigung bei SellinSommercafé an der Promenade

Als ich bei Sellin den gepflasterten Weg zur Strandpromenade hinunter lief und das Schild mit dem Hinweis auf die 20%-Steigung sah, konnte ich es kaum glauben: hier war ich vorher hinaufgelaufen? Jetzt ging es auf die Zielgerade. Immer auf der Promenade am Meer entlang. Die Sonne kam jetzt spürbar durch und ich hatte nun auch langsam genug vom Laufen und sehnte mein Ziel herbei. Ein Sommercafé am Wegesrand sah sehr verlockend aus, aber meine Familie wartete auf mich und ich wollte zur angekündigten Zeit zuhause sein.

Haus Hoffnung

Kurz vor unserer Ferienwohnung kam ich in Göhren an „Haus Hoffnung“ vorbei. Der Name ist Programm wie man sieht ;-) Noch einmal um die Ecke und ich hatte es geschafft. Ich glaube, das war mein bisher anstrengendster langer Lauf über 30 Kilometer. Aber auch einer der schönsten!

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Lauferfahrungen

Kommentare

  1. Dirk

    Sehr schöne Bilder, werde ganz neidisch auf diese Laufstrecke. Schleppst Du immer die Kamera mit bei Deinen Läufen?

  2. Brennr.de

    Wow, eine echt wunderschöne und abwechslungsreiche Strecke!

  3. webmaster@startblog-f.de

    @Dirk
    Ich habe seit meinen Buchstabenläufen für die Nokia XT Wings Challenge ein Fotohandy mit recht guter Auflösung (löst aber verdammt spät aus ;-), das ich seitdem so gut wie immer bei meinen Läufen dabei habe.

    @Brennr.de
    Die Fotos werde ich mir sicherlich noch einmal sehnsüchtig im Winter ansehen ;-)

  4. Hannes

    Ein richtig schöner Bericht!
    In Sellin war ich einmal zum Handball-Trainingslager – da sind wir auch einige Male sogar Teile deiner Strecke gelaufen – einfach herrlich!

  5. Dieter

    Andreas, da hätten wir ja beinahe gemeinsam laufen können. Bin wenige Tage vor dir, mit Marika, im Baabe-Urlaub gewesen. Die Wege sind mir alle gut bekannt. Nach diesen Bildern, bekam ich sofort wieder Lust auf Rügen. Rügen ist immer eine Reise wert. Es muß ja nicht nur immer Meeresplanschen sein.

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